
Nach dem Vorbild von Pater Berno führt uns die nächste Pilgerfahrt Richtung Süden – nach ROM.
Nachdem wir unsere letztjährige >Rad-Pilgerreise nach Trondheim in Oslo abgebrochen haben, hoffen wir, dass uns der Weg im heiligen Jahr nach ROM bringen wird.
Hier die geplante Strecke:

Wir haben geplant, von Bregenz durch den Arlberg-Tunnel bis Landeck den Zug zu nehmen, da wir diese Strecke schon öfters per Rad zurückgelegt haben und der Arlbergpaß ohne Radweg in den Sommerfeerien kein Vergnügen für Radfahrer darstellt.
Meine Eindrücke von dieser Friedenspilgerreise mit Pater Berno
Mittwoch, 10.September 2025
Alfred hat meine Bitte diese Pilgerreise mit mir zu machen, angenommen obwohl er inzwischen weiß, dass mein Grundtempo einiges langsamer ist. Es war der härteste Pilgerweg bisher. Temeswar und Oslo obwohl länger , waren viel leichter zu bewältigen. 1000 km und rund 10000 Höhenmeter auf abenteuerlichsten Pisten erforderte meinen letzten Mut. Wie immer bleibt der Hunger weg. In 13 Tagen von Zuhause nach Rom mit eigener Muskelkraft, Kann es wieder nicht so recht begreifen aber auch interessant mit 75 dies durchführen zu können. Alfred hat alles noch nebenbei übernommen: Navigation Herbergssuche Taxi zum Heimflug. Navigation in Rom Kartonsuche in 4 Radgeschäften Transport dieser zum Hotel, Verpackung und das i Tüpfelchen. Gestern an der Grabstätte von Papst Franziskus in der Kirche Santa Maria Maggiore. Bewegend! Heute bei und mit Papa Leo die Papstaudienz auf dem Petersplatz. Es goss in Strömen nass bis auf die Haut aber überglücklich waren wir ihm 3 Meter nah. Tranchen waren da als er einen anschaute und zuwinkte. Bewegend im heiligen Jahr dabei sein zu dürfen. Die Rötenbacher Kirchenkerze ist geweiht und kann evtl. mit Pater Bernos Foto hinten am Fahrrad angebracht, dort ein Plätzchen finden. Täglich habe ich sie entzündet und sie mit dem Friedensgebet und Laudato so o mio Signore umrahmt. Während der Fahrt waren täglich Gebete für Gesundheit und Wohlergehen für verschiedene Gruppen angesagt: Familie , Freunde, Nachbarn Bekannte Ehemalige Rötenbacher Kindergartenfamilien. Unsere Verstorbenen und alle Menschen auf der Erde. Wir waren weit abseits der Touristenzentren. Unsagbarer Schmutz und Müll. Verwahrloste verlassene ehemalige bestimmt schöne Anwesen. Dann Rom mit seinen überwältigenden Bauwerken seiner Pompösen Geschichte seiner Grossreichsvergangenheit dem Ursprung der Apostelgeschichte nach Christi Tod. Unser Glaubensursprung. Jede(r) von uns Christen sollte dies versuchen wie Pater Berno es ausgeführt hat. Mit Gottes Gnade ist viel möglich. Hatte viele Gedanken an die Kindergartenzeit und wenn ich in die Rötenbacher App darf werde ich auch davon berichten. Allen die uns mit Pater Berno begleitet haben sagen wir Vergelts Gott.
Eigentlich ist den Worten meiner Frau Brigitte nichts mehr hinzuzufügen. Trotzdem ein paar Sätze aus meiner inzwischen langjährigen Radreise-Erfahrung:
Am Ziel anzukommen, ist immer ein erhebender Monent. Wenn das Ziel aber ROM heißt, ist es noch einmal mehr. Es heißt ja: Alle Wege führen nach Rom. Vielleicht deshalb, weil wir als römische Katholiken dort unseren Ursprung haben. Darum müsste es vielleicht besser heißen: nach ROM zurück. Nirgends mehr als hier spürt man unsere abendländische Kultur mehr als hier. Trotzdem war es uns wichtig, die christliche Gegenwart zu erleben. Daher stand an erster Stelle der Wunsch, das Grab von Papst Franziskus zu besuchen und bei einer Audienz von Papst Leo dabei zu sein.
Der reale Radweg nach Rom war tatsächlich kein Zuckerschlecken. Ich wusste nicht, dass der Eurovelo 7 einen derart an die Grenzen bringen kann. Ein Viertel von der Strecke waren wir auf schlottrigen Wald-und Wiesenwegen unterwegs. Dafür waren wir oft weit weg vom Verkehr und konnten uns oft eine Mittagspause mit gepflückten Äpfeln, Birnen und Trauben gönnen. Die italienischen Autofahrer sind gewöhnungsbedürftig. An die Huperei und das „Wadenrasieren „muss man sich erst gewöhnen. Das Wetter war bis auf den zweiten und dritten Tag, an denen wir richtig nass wurden, fast zu warm. Die Temperaturen ab der Poebebene waren konstant deutlich über 30 Grad. Übernachtungen in Hotels oder Pensionen waren bis auf eine Ausnahme kein Problem.
Gottseidank blieb es bei zwei „Platten „ von Brigitte. Das waren die einzigen technischen Probleme.
Zum Schluss noch ein großes Lob an meine Frau und Begleiterin Brigitte. Trotz minimalem Trainingsaufwand hat sie die schwierige Tour bravourös gemeistert.





Civ.Castellone-Rom, 72 Km, 702hm
Jetzt war es schon wieder so weit: Der letzte Tag unserer Rom-Radreise lag vor uns. Nach einem typischen, kargen italienischen Frühstück ging’s auf die letzten bergigen, aber verkehrsarmen Stradas Regional und Provinzials auf den Tiber-Radweg in die Hauptstadt Italiens. Bei wieder heißen 36 Grad erlebten wir wieder kuriose Situationen, wie auf Radtouren aber immer wieder zu rechnen ist. So ging der offizielle Radweg in einer Stadt über eine verbarrikadierte Privatstrasse, durch die uns eine Frau nicht fahren lassen wollte. Oder in einer anderen Stadt war ein Hangrutsch mit viel Geröll und Bäumen auf der abschüssigen Straße. Sie war offiziell gesperrt. Mangels Kenntnissen über eine Alternative fuhren wir in den gesperrten Hang. Die Straße war so steil und beschädigt, dass wir beide runter schieben mussten. Dabei begegnete Brigitte eine kleine Wildsau.
In Rom fiel uns für einige Zeit die Satelliten-Navigation aus. Ein Super-Gau. Wir konnten erleben, was ohne die moderne Technik möglich ist. Jedenfalls mussten wir für einige Zeit fremde Hilfe in Anspruch nehmen. So wurde es 18 Uhr, bis wir das Hotel erreichten. Da schmeckte das Radler wie wohl selten.


Chiusi- Civita Castellone. 105 km, 570 hm
Heute mussten wir wieder auswärts frühstücken. Trotzdem kamen wir früh weg. Die Temperaturen waren heute Morgen noch sehr angenehm. Sie stiegen aber im Laufe des Tages auf 35 Grad. Da war jeder Meter im Schatten fahren eine Erleichterung. Die ersten 25 Kilometer war wieder Gravel angesagt. Erst angenehm im Wald, später wurde es aber zunehmend grobschotterig und mit sehr steilen Anstiegen und Abfahrten. Bei der letzten steilen Abfahrt kam uns ein Mädchen entgegen, die in Rom gestartet war mit Ziel in Innsbruck. Gemeinsam fluchten wir auf die Organisatoren des Eurovelo 7. Es ist mehr als grenzwertig, jemand mit dem Fahrrad auf diesen Abschnitt zu schicken. Selbst mit dem Muli wäre das noch eine abenteuerliche Herausforderung. Nach dieser Passage ging es in stetigem auf und ab mehrere Kilometer der Autobahn entlang. Das Fahren auf Asphalt fühlte sich dann für uns wie purer Luxus an. Ziemlich platt beendeten wir die vorletzte Etappe nach Rom. Morgen steht uns nochmals ein harter, heißer Tag bevor. Allmählich lesen wir auf fast jedem Wegeschild Roma.



5.9.2025 Arezzo- Chiusi, 70 km, 135 hm
Beide konnten wir heute Nacht schlecht schlafen. Und der Hunger beim Frühstück war auch nicht groß. Dafür war es schon bei der Abfahrt richtig warm. Erstmal mussten wir uns durch den dichten Verkehr von Arezzo wühlen. Nach 15 Kilometern hatten wir unseren Track wieder erreicht. Dieser führte uns heute konsequent auf einem Wiesenweg immer am Kanal entlang. Es war absolut flach, aber die fahrbare Spur wechselte sich stetig. So war dauernde Aufmerksamkeit geboten. Es gab keine Verpflegungsstellen unterwegs und die Ortschaften waren links und rechts mehrere Kilometer entfernt und nur über Steigungen zu erreichen. So kamen wir mit den letzten Wassertropfen bei einem Grillplatz mit Getränkeverkauf an. Jetzt konnten wir nochmals gestärkt die letzten 15 km des Sentiero dalla Bonaficio in Angriff nehmen. In Chiesi fanden wir dann schnell eine günstige Unterkunft. Nach dem heutigen Tag stehen uns noch knapp 200 km bis Rom bevor.



4.9.2025 Vigline Valdorno – Arezzo, 52 km, 625 hm
Kaum zu glauben- aber als wir nach dem Aufwachen aus dem Fenster schauen, sehen wir nichts-außer Nebel. Aber schon eine halbe Stunde später scheint wieder die Sonne. Erstmals haben wir heute kein Frühstück gebucht. Das nehmen wir heute morgen nach einer kurzen Fahrt im Café des riesigen Coop-Kaufhauses ein. Schon nach wenigen Kilometern versperrt uns eine Umleitung mal wieder den Weg. So heißt es, auf der verkehrsreichen Strada Provincial weiterzufahren. Auch heute warten wieder ordentliche Steigungen auf uns. Von Monticello aus geht es auf grobschottrigem, steilen Weg nach unten und auf der anderen Seite gleich steil auf üblem Weg nach oben. Mehrere Steigungen folgten , auf denen wir teilweise schieben müssen.Nur mühsam und langsam kommen wir voran. So wird es 17 Uhr, bis wir das Tagesziel Arezzo erreichen. Wir buchen heute ein Hotel im Zentrum, um sicher zu sein, nicht nochmals einige Höhenmeter fahren zu müssen. Allerdings ist das Hotel trotzdem schwer zu finden. Es ist in einem unscheinbaren Gebäude im 4. Stock. Dafür haben wir eine Dachterasse mit Blick über die Stadt.





3.9.2025 Borgo San Lorenzo – Vigline Valdorno, 32 km, 614 hm
Nach dem extrem harten Tag schlafen wir tief und lange. Aber trotz gutem Frühstück will noch kein richtiger Appetit aufkommen. Wir lassen uns trotzdem Zeit und sympathisieren mit den Autorenn-Teams, die hier wahrscheinlich ihre Tests absolvieren. Wir wechseln auf einen anderen Eurovelo -Track, denn sonst hätten wir heute wieder einen Anstieg von 1000 hm und Steigungen von mehr als 10 Prozent zu bewältigen. So bleiben uns heute auf den ersten 30 km wenigstens nur 520 hm. Allerdings müssen wir, um zu unserer Unterkunft zu gelangen, nochmals 150 Höhenmeter überwinden. Hinterher stellt sich dann heraus, dass es eine wesentlich einfachere Zufahrt gegeben hätte. Es ist ein GäStehaus mit vielen Möglichkeiten, auch mit Swimmingpool. Aber das lässt uns heute kalt. Aber nachdem es nichts zu essen und zu trinken gibt, muss ich nochmal runter fahren und einkaufen. Schwierig wird die Rückfahrt bei Dunkelheit. Ich habe dabei wieder Probleme, den richtigen Weg zu finden. Gottseidank habe ich wieder Google am Lenker.


2.9.2025 Bologna- Borgo San Lorenzo, 85 km, 1208 hm
Eigentlich wollten wir heute früh losfahren, um der Hitze zu entgehen. Aber heute morgen hatte es ein Gewitter mit ziemlich viel Regen. So hatten wir es nicht eilig, wegzukommen. Dafür liessen wir uns sehr viel Zeit für das wieder ausgezeichnete Frühstück. Nach kurzen Problemen, den Track zu finden, waren wir dann froh, dem regen Verkehr der Großstadt zu entkommen. Moderat, aber stetig stieg der Weg an, der Verkehr wurde erträglich. Nur der Lärm des nahen Autobahn-Verkehrs war nervig. Schlussendlich kam ein Pass mit 16 km Länge und mehr als 600 hm. Zwischenzeitlich mit groben Schotter. Und als wir dachten, auf der entspannenden Abfahrt zu sein, kamen immer wieder giftige Gegenanstiege. Inzwischen verliessen wir die Region Emilia Romana und kamen in die Toskana. Es war inzwischen schon sehr spät und wir wollten in Barberini di Mugello eine Unterkunft finden. Erstmals war dies ein Problem, Nach vielen Anfragen und auch unter Hilfe von Booking.com gab es keine Lösung. Schon befassten wir uns mit Kirchenasyl, fanden aber gar keine Kirche. Da kam Brigitte auf die Idee, eine Busfahrerin zu fragen, ob sie uns mit den Rädern in die nächste größere Stadt mitnehmen würde. Und tatsächlich war sie bereit, das zu tun. In rasanter Fahrt, es war außer uns nur ein Fahrgast an Bord, ging es nach Borgo San Lorenzo. Nachdem uns ein Pasant einen guten Tipp gab, konnten wir dann kurz nach 20.30 Uhr in einem „Ferrari-Hotel“ wie Brigitte es nannte, einchecken.
Übrigens sind wir jetzt in der Nähe des Mugello-Rennkurses, wo unser Bruder Rolf tödlich mit dem Motorrad verunglückte.



1.9.2025 Ostiglia-Bologna, 83 km, 203 hm
Beim Frühstück treffen wir ein Radler-Ehepaar wieder, mit denen wir in der Nähe von Meran einen Platz unter Dach bei einer Regenpause geteilt haben. Sie wollen bis Sizilien fahren. allerdings überwiegend an der Adria entlang, da sie Berge meiden wollen. Apropos Berge: wir haben heute die letzte Flachetappe vor uns- auf der anderen Seite des Pos. Auf einer langen Stahlskelett-Brücke geht es über den vor Schmutz starrenden Fluss auf die südliche Seite. Nach ein paar kleineren Ortschaften geht es dann auf den ausgeschilderten Fernradweg Verona-Bologna. Dieser führt auf meist schönem Radweg meist der Bahnstrecke entlang. Öfters über- oder unterqueren wir die Bahngleise. Der Weg ist immer sehr gut ausgeschildert.Erst kurz vor Bologna wird es unübersichtlicher. Ausgerechnet hier ereilt Brigitte den zweiten Platten. Wieder steckt ein kleiner Draht im Reifen. Die zweite Reifenpanne kostet uns zwar weniger Zeit- trotzdem wird es heute spät, bis wir das Hotel in Bologna über starken Verkehr und mehrere Baustellen ziemlich platt erreichen.




31.8.2025 Verona – Ostiglia, 72 km, 180 hm
Die Übernachtung war prima, das Frühstück toppt das Ganze noch. Erstmals fahren wir bei wolkenlosem Himmel ab. Der Verkehr hält sich heute, am Sonntagmorgen, sehr in Grenzen. So sind wir in einer Viertelstunde wieder auf unserem Track. Es läuft flüssig bis wir in eine kleine Ortschaft kommen, wo eine Baustelle so abgesperrt ist, dass es auch mit dem Rad kein Durchkommen gibt. Es gibt durch die Ortschaft auch keinen anderen Weg, sodass wir letztlich die Absperrung weiträumig umfahren müssen und dadurch fast eine Stunde verlieren.Später will uns der Track durch ein Dickicht auf einen übel aussehenden Feldweg schicken. Auch hier nehmen wir eine weiträumige Umfahrung in Kauf. Allerdings führt diese uns auf den letzten fünf Kilometern auf einen ebenfalls üblen Feldweg. Wir sind dann froh, auf den letzten 10 Kilometern wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. In Ostiglia erreichen wir den Po. Wir schauen nach einer Übernachtungsmöglichkeit und finden schnell eine solche. Sogar mit Swimmingpool. So können wir das Ende der heutigen Radtour im Pool und unter der noch warmen Abendsonne genießen. Ein gutes Abendessen rundet den schönen Radsonntag ab.




30.8.2025 Rivalta-Verona, 45 km, 360 hm
Die Qualität des Frühstücks hebt das Gesamtniveu der Übernachtung ein wenig an. Heute morgen sind schon wieder viele Traktoren unterwegs, um die Weintrauben abzuliefern. Irgendwann wird das Ergebnis vielleicht auch bei uns auf dem Tisch stehen. Es geht wieder über fast die gesamte Distanz an dem Kanal entlang. Zwischendurch wartet eine richtige Bergwertung auf uns mit heftigen Steigungen. Dafür können wir die Abfahrt mit vielen Kurven auf schönem schmalen Radweg genießen. Wie geplant kommen wir in der Mittagszeit in Verona an. Jetzt navigieren wir von der Strecke weg zur historischen Altstadt mit der Arena von Verona. Eine willkommene Abwechslung nach 4 Tagen an Der Inn und der Etsch entlang. Wir sind sehr beeindruckt von den historischen Bauten , aber auch von den vielen Menschen, die bei schönem Wetter in den vielen Cafes einen Kaffee oder einen Aperol genießen.
Kaum zu glauben, aber wahr, finde ich bei Booking com ein preiswertes Hotel, nur ca 1,5 km vom Zentrum entfernt. So können wir nach einer erstmaligen Wäsche noch ein Abendessen in einem der vielen Restaurants im Zentrum genießen.






29.8.2025 Tag 4 Solorno-Rivalta/ Venetien 65 km, 96 hm
Die ganze Nacht hat es gewittert und beim Frühstück regnet es immer noch. So beschließen wir, unsere Gästecard für eine kostenlose Bahnfahrt ins 20 km entfernte Trento zu nutzen. Nach einiger Mühe, die Strecke wieder zu finden, läuft es dann richtig gut. In unserem Flow überholen wir eine größere e-Bike Gruppe und danach lasse ich erstmal die Zügel locker bei meinem Velotraum. Aber wo bleibt Brigitte? Mir schwant Übles. War sie doch bis jetzt nie weit hinter mir. Und das Handy bestätigt die Zweifel. Sie hat erstmals Plattfuß. Also wieder knapp 2 km zurück. Wir schieben das Rad in den angrenzenden Weinberg und beginnen mit der Reparatur. Unter hängenden Weintrauben haben ich noch nie einen Reifen gewechselt. Insofern ist das jetzt eine Premiere. Auch habe ich noch nie einen Aerothan-Thermoplast-Schlauch gewechselt- also quasi eine doppelte Premiere. Die Premiere glückt nicht ganz, weil das Rad etwas „eiert“. Aber auch dieses Problem ist bald gelöst. An einer Bike-Service-Station pumpt uns ein Fachmann mit Druckluft-Pumpe den Schlauch richtig auf- und das Problem ist auch gelöst.
Spannend ist heute die Wettfahrt mi dem Treibgut in der Etsch. Sobald wir langsamer werden, überholen uns teilweise ganze Baumstämme auf dem braunen Wasser schwimmend.Aufgrund der technischen Probleme schaffen wir heute leider nur knapp 70 km. Dafür werden wir morgen gegen Mittag in Verona eintreffen und haben so einen halben Tag, um diese historische Stadt zu erkunden.


28.8. 2025 Tag 3 Naturns – Solorno, 90 km, 76 hm
Für heute ist schlechtes Wetter angesagt. Darum packen wir die Regenklamotten griffbereit ganz oben in die Satteltaschen. Aber bei der Abfahrt am Hotel sind die Strassen noch trocken. Sollte die Besitzerin des Gasthauses Recht behalten? Sie sagte gestern Abend: Solange der Wind weht, wird es nicht regnen. Leider lässt der stramme Gegenwind nach ca. 20 km nach und wir ziehen erstmals die Regenklamotten an. Es regnet sich langsam ein und bei strömenden Regen erreichen wir Meran. Zwischen Meran und Bozen bleibt es überwiegend trocken von oben. Danach erwischen uns in Richtung Trento immer wieder Regenschauer. Wahrscheinlich wechseln wir auf der Strecke mehr als 10mal über die Brücken auf die andere Seite der Etsch. Die Apfelplantagen sind dicht bis an den Radweg gebaut. Später kommen dann immer mehr Weinanbaugebiete dazu. Natürlich lassen wir uns von den reifen Früchten gerne verführen.
Genervt von dem immer wieder einsetzenden Regen suchen wir uns heute schon um 16 Uhr ein Quartier-preiswert und fast an der Strecke. Und im trockenen Zimmer kann uns das aufziehende Gewitter mit Starkregen nichts mehr anhaben…



Jetzt hat Alfred schon Einiges über die bisherigen Etappen berichtet und ich möchte den Grund des Friedenspilgerweges etwas erläutern. Pater Berno hat uns und fasziniert uns weiterhin. Seine Mission und sein großartiges Werk in Rumänien darf nicht vergessen werden. Er hat 4 Pilgerreisen in alle 4 Himmelsrichtungen gemacht. Jerusalem Polen im Osten. Santiago im Westen Trondheim im Norden und Rom im Süden. Zu seinem Gedächtnis machen wir das und bitten täglich meist in einem Gotteshaus um den Frieden. Wenn der Weg an Kirche Kapelle oder Marterl vorbeiführt ist das mehrmalige Ehre sei dem Vater angemessen auf dem Weg die Rosenkranzgesetzlein mit: der uns den Frieden bringen kann. Die dabei brennende Kerze habe ich am Kirchweihgottesdienst von Frau Maria Schüle bekommen eine geweihte Kirchenkerze. Alle ehemaligen Kindergartenfamilien von Rötenbach sollen dadurch gesegnet sein und die Erinnerung an Pater Berno erneuern. Diese Kerze soll Rom erreichen.
27.8. 2025 Tag 2 Pfunds-Naturns, 82 km, 944 hm
Trotz reichlich leckerem Frühstücksangebot will heute morgen noch kein richtiger Appetit aufkommen. Aber eigentlich sollten wir heute morgen unsere Kalorienspeicher über den Rand auffüllen. Wartet doch die Etappe über den Reschenpass mit knapp 1000 hm auf uns. Und es geht auch gleich mit einigen anspruchsvollen Anstiegen los. Da die asphaltierte Strecke Richtung Martina für Radfahrer gesperrt w, heißt es, auf schottrigem , steilen Pfad neben dem Inn runter zu fahren. Das ist natürlich auch für die Psyche nicht gut, bedeutet es doch nur zusätzliche Höhenmeter. Dafür ist der Aufstieg von Martina auf die Norbertshöhe nicht allzu steil mit seinen 10 Serpentinen. Nach einer kurzen Rast und dem Besuch eines Supermarkts in Nauders geht es weiter bergauf, jetzt mit teils heftigem Gegenwind. Nach einer weiteren kurzen Rast am Ufer des Reschensees geht es dann auf sehr schönem Radweg auf der hinteren Seite des Sees in ständigem Auf und Ab runter ins Vinschgau. Das Fahren fühlt sich fast so an wie auf einer Achterbahn. Nach rasanter Fahrt unten angekommen, geht es jetzt weiter auf gut ausgebauten und ausgeschilderten Wegen, fast permanent der Etsch entlang in Richtung Meran. Nachdem wir in der Nähe von Naturns eine mal etwas preiswertere Unterkunft gefunden haben, beschließen wir hier zu übernachten. Es ist auch gut so- nach 8 Stunden Fahrt sind die Akkus leer.




26.8.2025 Tag 1 Vogt-Pfunds/Tirol
Wir sind uns einig: Je älter man wird, desto bequemer wird man und es fällt zunehmend schwerer, sich von der gewohnten Umgebung zu trennen. Nichtsdestotrotz fühlen wir uns bald wie gewohnt gut auf unserem geliebten Fortbewegungsmittel-dem Fahrrad. Das Wetter ist gut- ein richtiger Spätsommer-Tag . Auf bekannten Radwegen geht es vorbei an frisch gemähten Wiesen und duftendem Heu in Richtung Bodensee. Viele Radfahrer sind schon unterwegs auf dem beliebten Laiblach-Radweg und in der Bregenzer Bucht. Wir genießen die Pause bis zur Abfahrt des Zuges nach Landeck am Bodenseeufer bei einer kleinen Brotzeit. Die Fahrt mit der ÖBB ist sehr angenehm, allein das Ausladen der Bikes in Landeck ist stressig. Alle fünf Fahrgäste mit Rad steigen ausgerechnet an dieser Haltestelle aus. Doch mit gegenseitiger Hilfe geht es ganz gut.
Schon schnell finden wir den Inntal-Radweg in Richtung Pfunds und Reschenpass. Anfangs mit einigen steilen Rampen, später auf moderat steigender Strecke geht es fast immer direkt dem entgegenströmenden Inn entlang. Öfters wechseln wir die Seite, oftmals über urige Brücken. Punkt 18 Uhr erreichen wir unser Tagesziel Pfunds und finden auch gleich eine ansprechende Pension. Das Abendessen genieße ich bei Tiroler Volksmusik und Schuhplattler-Darbietungen in heimischen Trachten. Ein guter Abschluss für den ersten Radtag.


