Kanada

Meine persönlichen Gedanken unmittelbar nach unserer Radtour 2022. Alaska/ Kanada

Ich habe die letzten Tage und vor allem heute unsere Radtour nochmals Revue passieren lassen. Dabei will ich mich nicht scheuen, auch meine ganz persönlichen Gefühle nach außen zu kehren.

Mehr als einmal bin ich auf dieser Reise an meine physische und psychische Leistungsgrenze gekommen. Nur durch die Unterstützung von meinem Begleiter Willi konnte ich die Reise fast genauso wie geplant realisieren. Die ersten Wochen hatte ich Zweifel , dass diese Radtour die richtige für mich ist. Auch war ich mental immer noch bei der Russland -Tour. Dann kamen noch ernste gesundheitliche Probleme dazu. Schlechtes Wetter, Probleme mit der Mentalität der Menschen dort und die nicht enden wollende Moskitos-Plage führten mich an den Rand der Resignation. Meine Gedanken fragten mich: Und das soll Spaß machen? Warum willst Du Dir das antun?

Aber dann kam der Kampf- und Selbsterhaltungstrieb in mir auf. Und meine Gedanken erinnerten mich daran, wie oft ich schon in solchen Situationen war und es immer einen Ausweg gab. Nach dem Gegenwind kommt auch wieder Rückenwind. Hier half mir natürlich auch die Unterstützung von Willi sehr. Nachdem ich die Erkältung überstanden hatte, ging es aufwärts und der Wind kam von hinten. Auf einmal dachte ich, mich schiebt einer von hinten. Ich dachte wirklich, dass das Willi sei. Nein, es war die physische körperliche Adaption im Einklang mit positiver Stimmung, die mir einen richtigen Schub gaben. Und das gibt mir die Zuversicht, dass man auch jenseits der 70 noch Leistungen aufbauen kann. Wenn die Motivation da ist. Und die positiven Gedanken.

Wie habe ich die Länder Alaska/USA und Kanada und ihre Menschen erlebt?

Wie schon erwähnt, tue ich mich schwer, die Mentalität der Menschen hier zu verstehen. Vor allem in den ärmlichen nordischen Regionen gibt es sehr viele sehr dicke und ungepflegte Menschen. Sie fahren mit ihren ebenso dicken Autos möglichst nahe an den Supermarkt oder an die Tankstelle und während sie einkaufen, bleibt der Motor natürlich an. Man braucht ja Heizung oder Kühlung. Funktioniert das Auto nicht mehr, bleibt es im Hof stehen. Sie schaffen es nicht mal mehr auf den Autofriedhof. Und dem nächsten Auto blüht dasselbe Schicksal. Ich habe noch nirgends soviele Schrottautos gesehen wie hier. Verlassen kann man sich auf gar nichts. Open bedeutet noch lange nicht nicht offen, und eine Lodge erweist sich oft als eine Fata Morgana. Eine auf der Karte eingezeichnete Ortschaft sind letztlich ein paar halbzerfallene Häuser. Hat hier Corona in den letzten Jahren viele Existenzen zerstört ? Viele Menschen im Norden dieser Länder ziehen in den langen Wintermonaten sowie so in die Städte. Nachdem die letzten zwei Jahre fast keine Touristen da waren, sind sie vielleicht gar nicht mehr zurück gekommen.

In keinem bisher von mir bereisten Land sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land und zwischen Norden und Süden so gravierend. Während man im Norden wie geschrieben nur Schrottautos und halbzerfallene Häuser sieht, wird es, je weiter man nach Süden kommt, immer zivilisierter und. gepflegter. Die Häuser haben große Grundstücke mit gepflegtem Rasen. Und statt dem Schrottauto steht ein BMW, Mercedes oder Tesla vor der Garage. Vor allem in Vancouver scheint es sehr viele reiche Leute zu geben. Ganze Wohnviertel sind verkehrsberuhigt und schön eingewachsen mit Bäumen.

Aber es gibt auch den krassen Gegensatz. Vorgestern sind wir am Hafen mit den Rädern durch eine „Zeltstadt „ gefahren. Dort wohnen diejenigen, die aus welchem Grund auch immer, die Arbeit verloren haben und sich die teuren Mieten nicht leisten können. Hoffnungslose, traurige mutlose Augen in durch Hunger oder Drogen ausgezehrten Gesichtern haben uns angeschaut und nachdenklich gemacht. Es waren so viele….

Obdachlos sind sie zwar nicht, sie haben ein Zeltdach…. Das ist alles…

Tag 53 25.8. 2022

Es ist der vorletzte Tag vor dem morgigen Rückflug. Heute heißt es, Räder und Satteltaschen zu verpacken. Wir haben uns ja gestern schon die Kartons für die Räder besorgt, sind aber nicht sicher, dass unsere Räder da reinpassen werden. Darum fahren wir nochmals in einen anderen Bike-Shop, um nochmals einen Karton zu holen. Der Shop ist etwa 4 km entfernt und es ist nicht einfach, ihn auf dem Rad durch die Stadt zu transportieren. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Willi. Unter einem Arm der Karton. die andere Hand am Lenker, nur das Auf- und Absteigen ist nicht einfach. Aber eigentlich hätten wir den Karton gar nicht gebraucht. Durch Schlaues Einpacken schaffe ich es, mein dickes Rad in den schlanken Karton zu bringen. Auch für Willi ist es kein Problem. Für die anderen Sachen haben wir uns ja gestern auch Kartons besorgt. Während Willi danach nochmals per Pedes einige Parks besucht, lasse ich die Reise nochmals im Geiste passieren.

Ob das Rad wohl reinpassen wird?

Tag 52. 24.8. 2022

Heute hat es doch noch geklappt mit dem Interview. Beim 7. Versuch ist es Frau Wertheim gelungen, auf meinen kanadischen Festnetz-Account zu gelangen und eine Verbindung herzustellen. Ich war schon eine Stunde früher wach, denn ich wollte in diesem Interview nicht verschlafen erscheinen. Frau Wertheim hat mich sehr viel sprechen lassen und nur ganz kurze prägnante Fragen gestellt. Leider ist der Sender SWR 4 den meisten jungen Leuten nicht so bekannt. So haben ihn leider nicht viele gehört. Es hat trotzdem Spaß gemacht, im Radio live von der Reise zu berichten.

Heute wollten wir einen richtigen Faulenzer-Tag einlegen. Dann haben wir uns doch ein wenig „verbummelt „ Nach einer kleinen Spazierfahrt haben wir einen schönen Strand gefunden, wo wir den ersten Tag richtig Urlaub machten. Mit Sonnenbad, Sandstrand und schwimmen in den Wellen des Pazifik. Wir hatten uns jedoch etwas zu viel Zeit gegönnt. Wir holten noch die Radkartons in einem Bikeshop für den Rücktransport. Danach ging es in die andere Richtung, um Klebeband und Polsterfolie und weitere Kartons zu holen. Und die dritte Radfahrt war nötig, um nochmals Lebensmittel einzukaufen und Abend zu essen. So war es bereits dunkel, als wir nach insgesamt 40 Tageskilometern unser Feierabend-Bier trinken konnten.

Speziell für mich von Willi zubereitetes Müsli-Frühstück
Nein, das ist nicht in Rimini. Das ist einer der vielen Pazifik-Strände von Vancouver.

Tag 50. 23.8. 2022

Wie angekündigt haben wir den Tag ganz entspannt anfangen können ohne irgendwelche Sachen einpacken zu müssen und mit ausgiebigem Frühstück. Wir haben zum letzten Mal die verschwitzte Radkleidung in die Wäscherei gebracht und Lebensmittel für die nächsten Tage eingekauft. Wir können die Küche mitbenutzen und machen uns für die nächsten Tage das Frühstück und Abendessen selbst. So sparen wir noch etwas Geld für teure Restaurantbesuche. Nachmittags haben wir mit dem Rad einige Sehenswürdigkeiten besucht. Höhepunkte waren eine Dampfuhr und ein Besuch im Kanada Center mit einem Simultan-Flug über Kanada. Unsere neu gewonnenen Freunde Gabi und Gerd haben uns dazu geraten. Morgen werden wir noch ein letztes Mal unsere Räder durch die Stadt bewegen, bevor wir sie verpacken. Und hoffentlich klappt es morgen früh mit dem Interview.

Eine mit Dampf angetriebene Uhr dürfte wohl einmal auf der Welt sein
In Vancouver gibt es noch ein World Trade Center

Tag 49. 22.8.2022

Pünktlich um 6.30 Uhr meldet sich Frau Lueer vom SWR Rundfunk zum Interview. Leider gibt es vermutlich durch die WhatsApp Technik Rückkopplungen so dass sie und auch ich jeweils nur die Hälfte verstehen. Wir verschieben den Termin auf Mittwoch in der Hoffnung, dass ich dann Festnetz habe. Da wir schon so früh aufgestanden sind, gönnen wir uns ein Bad im sehr kalten Pazifik. Pünktlich um 8.30 Uhr holt uns Dan, der Mann von der Visitor Center Frau ab und bringt uns zurück zu unseren Rädern nach Gibsons. Nach einem ausgiebigen Frühstück radeln wir die 5 km bis zum Fährhafen in Langdale. Schon kurz nach 12 Uhr sind wir auf der anderen Seite in Horseshoe Bay. Die Radler von Nesselwang haben uns geraten, hier einen Bus nach Vancouver zu nehmen, da es nur eine sehr verkehrsreiche Schnellstraße geben würde. Wir aber finden einen tollen Radweg, er nennt sich West Vancouver Bike Trail. Ohne Verkehr geht es immer am Meer entlang nach Vancouver. Schon bald haben wir die mächtige Skyline von Vancouver vor uns . Nach einem kurzen Besuch im Bell-Store wegen meinem Handy Vertrag geht es auch schon über die mächtige Stanley Brücke über den Stanley Park Richtung City. Und das alles auf schönen, markierten Radwegen. Das gebuchte Privathaus finden wir schnell. Allerdings lässt uns der Besitzer entgegen der Absprache warten. Dennoch sind wir froh, für die nächsten Tage eine tolle Unterkunft in Vancouver zu haben. Was in dieser Zeit mi einem Lotto Volltreffer zu vergleichen ist.

Geschafft! Wir sind am Ziel in Vancouver ! Nach 49 harten Tagen, knapp 4000 km, ca. 35 000 hm haben Willi und ich das Ziel in Vancouver erreicht! Die Ankunft heute mit der Überfahrt über die Lions Gate Bridge hat mich stark an die Ankunft in Panama City 2018 erinnert. Was für ein Gefühl, nach 7 unglaublich harten und erlebnisreichen Wochen über das Zielband- eben über diese Brücke zu fahren.

Mein Dank geht an meinen Begleiter Willi. Auch in schier auswegslosen Situationen hat er seinen Optimismus, seine Hilfsbereitschaft und seinen starken Willen nie verloren. Kommt Willi von Willen? Es scheint fast so, dass er genau den richtigen Namen hat.

Geschafft! Wir sind am Ziel.
So wird den Bären ein Schnippchen geschlagen!
Geschafft!Am Ziel inVancouver
Auf der Brücke herunter gerutscht?

Wir sind jetzt noch Dreieinhalb Tage in Vancouver und werden es genießen, morgens nicht in die klammen Klamotten steigen zu müssen, nicht das nasse Zelt abbauen zu müssen und dabei von den Moskitos belästigt zu werden. Wir werden uns Zeit lassen beim frühstücken und entspannt mit dem Rad an irgendeinen Strand fahren, schwimmen gehen und die Zeit in den vielen schönen Parks verbringen. Übrigens: das Rad ist hier das beste Verkehrsmittel, um schnell und sicher an jeden Punkt zu gelangen. Die Radwege sind grandios. Nicht umsonst steht Vancouver bei der Beliebtheit der Großstädte weltweit an dritter Stelle.

Die nächsten Tage werde ich noch die gewonnenen Eindrücke bei unserer Reise durch Alaska und Kanada präzisieren.

Tag 48 21.8. 2022

Niemand hat uns heute Nacht weggetragen. Nur das Gebläse des Supermarkts nebenan hat etwas gestört. Mit Respekt gehen wir die letze richtige Etappe an, ist sie doch noch einmal richtig höhenmetergeschwängert. 800 hm auf 65 km sind zu überwinden. Und wir machen noch einen Abstecher ans Meer um im nicht zu kalten Wasser des Pazifik zu schwimmen. Da sind noch zusätzlich einige sehr steile Rampen zu überwinden. Wir essen in einem tollen Restaurant in Sechelt und schauen dabei dem bunten Treiben auf dem Wasser mit den Booten und Wasserflugzeugen zu. Am späten Nachmittag erkundigen wir uns in Gibsons im Visitor Center nach einer Camp- oder Motel Möglichkeit. Ohne Erfolg. Die liebe Frau im Visitor Center macht uns den Vorschlag, dass ihr Mann, der sie gleich abholen wird, uns zu einem Campingplatz in Robertson Lake 15 km zurück fährt. Doch dort bekommen wir auch keinen Platz. Wir fahren nochmals 15 km weiter zurück und finden hier einen tollen Zeltplatz direkt am Meer. Die Visitor Frau und ihr Mann werden uns morgen hier wieder abholen und nach Gibbson zurück bringen. Unglaublich mit welcher Selbstverständlichkeit sie das gemacht haben. Und uns erspart haben, wieder irgendwo in der Pampa zu übernachten. Auch die technischen Probleme mit dem Internet haben wir für morgen früh geregelt. Schon um 6.30 Uhr in der Frühe werden wir ein Interview führen mit dem SWR Radio und dort über unsere Reise berichten.

Ein Kunstwerk vor dem Visitor Center in Sechelt mahnt die Waldbrände an.
Heute Abend von unserem Campground aus fotografiert
Buntes Treiben auf dem Wasser

Tag 47. 20.8.2022

Nach dem Feuerwerk wurde es schnell ganz ruhig. Keine Betrunkene, kein Lärm. Und heute morgen waren die Straßen geräumt und sauber, als sei gestern Abend nichts gewesen. Schon kurz nach 8 Uhr verabschiedeten wir uns von dem australischen Radfahrer-Ehepaar, das uns großzügig die Hälfte des Zeltplatzes abgetreten hatte. Das Frühstück nahmen wir nach 15 km in Vorbeifahren in einem Store ein. Wir mussten uns beeilen, denn wir mussten rechtzeitig an der Fähre sein. Nach 50 Minuten legte diese dann in Earls Cove an. Nach einem kurzen Imbiss am Kiosk der Anlegestelle ging es auf den zweiten Teil unserer Etappe. Diese endete inMarina Bay. Dort fanden wir leider keinen Campground. So stellten wir unsere Zelte neben dem Sportplatz und der Schule ab. In der Hoffnung, dass wir heute Nacht keinen Ärger bekommen.

Schon wieder auf der Fähre
Wieder eine Steigung geschafft!

Heute geht es von Vancouver Island auf das Festland. Wir fahren von Campell River nach Comox, dort legt die Fähre ab. Es sind ca. 50 km, die Hälfte davon direkt am Meer. Der Verkehr ist ungewohnt dicht, wir sind froh, eine relativ breite Schulter zu haben. Unterwegs machen wir nur einen kurzen Halt, um zu frühstücken. So sind wir schon vor 12 Uhr am Fährhafen. Die Fähre legt aber erstem 15.25 ab. So heißt es warten. Die Überfahrt dauert 80 Minuten. Dann sind wir auf dem Festland in Powell River. Dort bauen sie gerade auf der Hauptstraße Stände auf. Wir erfahren, dass heute Abend Blackberry-Fest gefeiert wird. Der Zeltplatz liegt genau daneben. Hier haben wir mit etwas Nachdruck noch den letzten Zeltplatz bekommen. Wir stürzen uns in die für uns schon ungewohnte Menschenmenge und nehmen an einem der vielen Essensstände unser Abendessen ein. Zum Abschluss des Festes gibt es ein beeindruckendes Feuerwerk auf dem Wasser, genau vor unserem Zeltplatz.

Auf der Fähre von Vancouver Island zum Festland
Blackberry Fest im Abendlicht am Meer mit Musik
Und zum Abschluss gibt es ein tolles Feuerwerk

Tag 45. 18.8.2022

Es ist noch kühl, als wir schon vor neun Uhr die heutige kürzere Etappe starten. Nur 64 km stehen auf dem Programm, allerdings mit 700 hm. Schon nach einer halben Stunde müssen wir die wärmere Kleidung ablegen. Im Gegensatz zu gestern gibt es fast keinen Schatten. Es läuft wieder prima bis kurz vor dem Ziel in Campell River. Ich habe am Hinterrad Plattfuß. Der erste überhaupt nach 3500 km Fahrt. Eine Klammer steckt im Reifen. Dank Willis fachmännischer Hilfe ist das Problem jedoch schnell gelöst. Der Verkehr wird jetzt immer stärker. Aber sehr schnell sind wir am Visitor Center. Das ist in jeder größeren Stadt immer unsere erste Anlaufstelle. Wir erkundigen uns nach Unterkünften und werden auch schnell in einem preislich ansprechenden Motel findig. Wir können sofort einchecken und sind auch schnell in einer Wäscherei, um noch einmal die Klamotten sauber zu bekommen. Wir treffen am Visitor Center noch zwei Radfahrer aus Nesselwang. Sie sind fünf Wochen unterwegs mit Radfahren und Trailwandern. Ein ausgesprochen gutes Abendessen am Seeufer bei hochsommerlichen Temperaturen lässt Urlaubsgefühle aufkommen.

Tag 44. 17.8.2022

Nach 3 Nächten mit weniger als einer Handvoll Schlaf konnte ich in der Nacht das Defizit fast ganz abbauen. Es war sehr ruhig, niemand störte die Idylle an diesem tollen See. Als wir uns aus den Schlafsäcken schälten, schlief der See noch unter einer Nebeldecke. Die längste noch verbleibende Etappe mit 100 km und fast 900 hm wartete auf uns. Aber es sollte eine entspannte werden. Nur der Verkehr hatte etwas zugenommen und der Randstreifen wurde immer schmaler. War er anfangs noch einen Meter breit, wurde er teilweise bis zu einer Handbreit schmaler. Das war vor allem bei den Trucks manchmal ein Problem und wurde bei Gegegverkehr ganz schön eng. Schon nach etwas mehr als 5 Stunden Fahrt erreichten wir den Elk Creek Campground. Dieser liegt in einem dschungelartigen Wald mit Zugang zu einem Bach. Dort nahmen wir in dem sauberen Wasser noch ein erfrischendes Bad. Zum Abendessen bereitete Willi heute wieder ein leckeres Essen. Es gab Reis mit Lachssauce.

Nach 3 Tagen durch Berge und Wälder sind wir wieder am Pazifik

Tag 43 16.8.2022

Die Fähre legte kurz vor Mitternacht in Port Hardy an. Da sie zuerst die Autos vom Deck ließen und dann erst die Radfahrer und Fußgänger, war es 12.30 Uhr, als wir von Bord gingen. Und es regnete.Das Zelt irgendwo im Regen und im Dunkeln aufstellen, wollten wir nicht. Wir machten es uns vor dem Terminal auf einer Bank bequem. An Schlaf war aber bei dem Krach und dem hellen Licht nicht zu denken. Später ließ uns dann ein Bediensteter in den Warteraum, wo uns eine Angestellte eineinhalb Stunden später wieder rauswarf. Danach ließen wir uns auf einem Betonsockel eines Totempfahls mit unseren Matten nieder. Hier fuhren dann ab 5 Uhr alle Autos vorbei, die auf die Fähre wollten. So machten wir uns frühzeitig auf den Weg zur heutigen Etappe. Das Frühstück, zugleich heute auch Mittagessen, nahmen wir bei der ersten größeren Ortschaft nach 42 km zu uns. Dafür gönnten wir uns eine längere Mittagpause in dem schönen Park der Hafenstadt Port McNeill. Von dort aus starteten wir zum zweiten Teil unserer Etappe. Ziel war der Campground Nimpish Lake. Der Zeltplatz liegt idyllisch am Seeufer, umrahmt von Wäldern und Bergen. Sofort genehmigten wir uns ein erfrischendes Bad und eine Kanufahrt Inn See. So macht Campen Spaß: schönes Wetter, toller See, schöner Zeltplatz. Und dann zaubert Willi noch ein Reisgericht vom Feinsten aus seinem Kochgeschirr. Wir freuen uns heute auf eine ruhige Nacht im eigenen Zelt und werden sicher schon vor Einbruch der Dunkelheit die Bären mit unserem Röhren vor Neid erblassen lassen.

Unser schöner Campground
Abwechslungsweise mal nicht im Sattel, sondern auf einem Felsen
Einsamer See, und sofort gehen wir schwimmen und paddeln

Tag 42. 15.8.2022

Ja, die Nacht war im ersten Teil sehr aufregend. Es scheint ein beliebter Platz bei den Leuten zu sein. Bis nach Mitternacht war Remidemi und laut aufheulende Motoren ließen keinen wirklichen Schlaf zu. Erst weit nach Mitternacht war an Schlaf zu denken. Es war auch trocken, als wir schon vor 5 Uhr in der Frühe das Zelt abbauten. Eigentlich hatten wir Glück, denn Prince Rupert ist mit 200 Regentagen im Jahr die feuchteste Stadt in Kanada. Bei den 4 km zum Fährhafen brauchen wir zum ersten Mal unser Licht. Das Einchecken funktionierte prima, weil wir unsere Boardingpasse schon hatten. Pünktlich um 7.30 legte die Autofähre zur 15 stündigen Überfahrt nach Vancouver Island bei bewölktem Wetter ab. Trotz den tiefhängenden Wolken ist es ein unglaubliches Erlebnis, auf diesem Schiff auf der Inside Passage zwar auf den Pazifik zu sein, trotzdem stundenlang links und rechts immer an bewaldeten Bergen vorbeizufahren. So ähnlich muss es wohl in den norwegischen Fjorden sein.

Stundenlang geht es an bewaldeten Bergen vorbei.
So sieht die Inside Passage auf dem Bild aus.
Willi will einen Wal sehen…

Tag 41. 14.8.2022

Wir lassen uns heute Zeit beim Müsli Frühstück in der Yurte. Es regnet leicht, hört dann aber auf und das Wetter gestaltet sich für den restlichen Tag ganz ordentlich. Wir haben nur 16 km nach Prince Rupert zur Fähre. Wir suchen und erkunden auch gleich den Abfahrts- Terminal der Fähre. Dieser ist etwas außerhalb der Ortschaft. Wir holen uns auch gleich die Bordkarten und erfahren, dass wir zwei Stunden vor Ablegen der Fähre da sein müssen, d.h. Um 5.30 Uhr am Morgen. Eine Übernachtung zu buchen macht keinen Sinn, einen Campingplatz in der Nähe gibt es auch nicht. Das Terminal selbst ist bis 5 Uhr morgens geschlossen. Willi erkundet einen überdachten Pavillon des Rotarier-Clubs, wo wir ein Zelt aufstellen werden. Und hoffentlich rechtzeitig aufwachen, um genügend Zeit zu haben, die 4 km zur Fähre fahren zu können. Es wird eine spannende Nacht und einen aufregenden nächsten Tag werden.

Die Norweger scheinen hier bei der Entwicklung der Schiffahrt Pate gestanden zu haben
Viele kleine und größere Schiffe legen hier an.
Schöne Parks direkt am Wasser laden zum Verweilen ein. Die Luft riecht jetzt nach Meerwasser…

Tag 40. 13.8.2022

Gestern Abend gab es noch eine kleine Überraschung. Das junge Paar aus Hamburg, das wir in Steward kennengelernt haben, traf noch ein und schlug ihr Zelt neben uns auf. Wir hatten einige Erfahrungen auszutauschen. Heute morgen war es seit einer Woche mal wieder bewölkt und schon nach 15 km setzte richtiger Regen ein. Dieser begleitete uns für knappe zwei Stunden. Erst gegen Ende der Tour war es von oben und von unten dann trocken. Wir erreichten Port Edward am frühen Nachmittag und werden heute Nacht zum ersten Mal auf einem Campingplatz in einer Jurte übernachten. Diese war billiger als der Zeltplatz und wird uns heute Nacht vor dem vorhergesagten Regen besser schützen. Es gab noch eine warme Dusche und einmal mehr ein hervorragendes Abendessen von Willi.

Diese Yurte wird heute unser Nachtlager sein.
Da werden wir heute schlafen.

Übrigens freuen wir uns sehr über Kommentare oder Fragen. Gerne antworten wir auch darauf!

Tag 39. 12.8.2022

Während wir darauf warten, unsere gewaschene Wäsche zurückzubekommen, wollen wir in einem 1,5 km entfernen Café ein Frühstück bekommen. Es geht uns wieder wie so oft: Open ab 8 Uhr, aber niemand da, weit und breit niemand. Also zurück und im Stehen an der Tanke ein Kaffee und ein verpacktes Sandwich. Auf dem Weg aus der Stadt kaufen wir noch für heute Abend und morgen früh Essen ein. Die Gaskartusche ist auch leer. Nach mehreren Versuchen bekommen wir doch noch eine. Also ist das Abendessen gesichert. Es ist heute wieder richtig heiss bei leichtem Gegenwind. Die Straße führt einem Fluss und einer Bahnlinie entlang. Das ist ein Novum. Dort fahren stündlich Güterzüge mit mehr als 100 Waggons. Schon nach 64 km haben wir heute unser Tagesziel erreicht: Den Campground Kasiks. Hier werden wir zum ersten Mal auf unserer Tour wirklich willkommen geheißen. Eine junge Frau mit ihrem Team scheint das Haus erst vor kurzem übernommen zu haben. Wir bekommen das beste selbstgemachte Vanille-Eis, das wir je gegessen haben. Alles ist hier ordentlich und aufgeräumt- entgegen unserer bisherigen Erfahrungen. Auch der Zeltplatz ist unter einem Zelt und mit bestem Untergrund. Das dürfte von Vorteil sein, denn morgen soll das Wetter schlechter werden. Übrigens haben wir vom Reisebüro Bescheid bekommen über den Rückflug. Wir werden am 26. August von Vancouver aus direkt nach Frankfurt zurück fliegen. Jetzt können wir die Tour zu Ende planen.

Hm, lecker!

Über viele Brücken musst du gehen…..
Hier ist unser heutiger Campingplatz. Wir sind hier willkommen!

Tag 38 11.8. 2022

Wir brauchen beim Frühstück unsere letzten Oatmeals auf und auch das Gas reicht gerade noch zum Frühstück. Es gibt heute eine wirkliche Panoramafahrt. Ein See, eingerahmt von Schnee- oder Gletscherbergen folgt dem nächsten. Die 100 km Fahrt nach Terrace wird nie langweilig. Schon nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir mit Terrace die bisher 3. Stadt seit Beginn. Wir erfragen im Visitor- Center ein budgetgemässes Hotel. Dort genießen wir die Dusche und das gute Abendessen.

Die einzige Verpflegungsmöglichkeit auf 240 km. Da gibt es eine Cola.
Der Lava-Lake. Wir fahren 20 km am Ufer entlang.

Tag 37 10.8. 2022

Kein Besuch von den Bären. Nach selbstgemachtem Müsli Frühstück geht es heute über 70 km auf einem ungeteerten Forstweg in ein altes Indianer-Gebiet, Dort ereignete sich vor 250 Jahren der letzte Vulkanausbruch in Kanada. Mehr als 2000 Indianer wurden unter den Lava—Massen begraben, Das Gebiet gilt ihnen heute als Kultstätte. Nachdem wir trotz Schotter gut vorankommen, machen wir an einem schönen See eine Pause mit Schwimmen im See. Nachdem wir heute in diesem Gebiet weder Wasser, Nahrung noch Internet haben, brauchen wir heute unsere Vorräte auf. Heute gibt es im Hotel Pampa bei Chefkoch Willi Nudeln mit Sauce Hollandaise, Championssauce mit Käseinlage.

Ein heiliger Ort der Indigenen
Unter dieser bis zu 20 m dicken Lavaschicht liegen seit ca. 250 Jahren mehr als 2000 Indigene begraben.

Tag 36. 9.8.2022

Nudeln in verschiedenen Variationen von Chefkoch Willi
Eine Panoramafahrt nach der anderen
Seen, Gletscher, so weit das Auge reicht. Eigentlich Vergnügungssteuerpflichtig

Heute geht jetzt die Tour weiter in Richtung Prince Rupert. Ein bisschen wehmütig verlassen wir unseren Lieblings- Campingplatz Meziadin -Lake. Wir werden die nächsten zwei Tage wild campen müssen. Es läuft hervorragend und zum ersten Mal fahren wir für 3 Stunden einen 20er Schnitt. So sind wir schon kurz nach 14 Uhr an der Recreation Site Bonus Lake. Ein kleiner Rastplatz mit der Möglichkeit, ein Zelt aufzustellen. Gerade machen 2 Frauen Rast und bieten uns eine Schokolade an, was wir dankbar annehmen. Kurze Zeit später hält ein anderes Auto. Vom Fahrer bekommen wir jeweils 2 Flaschen Wasser. Das können wir dringend brauchen, denn wir werden wahrscheinlich auch morgen keine Gelegenheit haben, Wasser aufzufüllen. Da der Zeltplatz nahe an der Straße liegt, könnte es gegen Morgen hin laut werden, wenn die Holztrucker wieder starten. Willi sucht noch einen besseren Platz, kommt aber abgekämpft und erfolglos zurück. Sein Dinner, das er wieder zubereitet, schmeckt wieder hervorragend. Wir werden die Essensreste heute gut verstauen müssen. Wir rechnen hier mit Bären. Einige haben wir auch heute wieder an der Straße gesehen. Sie schienen sich aber nicht für uns zu interessieren. Hoffentlich ist es auch heute Nacht so.

Tag 35. 8.8.2022

Heute heißt es, wieder auf unseren geplanten Weg zurückzukommen. Nach 2 Ruhetagen und dem „Bärenglück „ sind wir voll motiviert und die Beine sind wieder Top. Das Wetter zeigt sich heute auch von der besten Seite und soll auch die nächsten Tage so bleiben. Gut für unsere Pläne! Bald sind wir wieder oben am Gletscher und er scheint bei der klaren Sicht und ohne Wolken kleiner zu sein. Schon nach 3,5 Stunden sind wir am Tagesziel am Campingplatz in Meziadin Lake, auf dem wir ja vor dem Abstecher nach Steward schon mal waren. Auch unseren Platz 66 bekommen wir wieder. Wir dösen vor uns hin, als ich im See unter uns ein Tier von der Insel Richtung Campingplatz schwimmen sehe. Erst denke ich, dass es ein Hund wäre. Als er aber näher kommt, sehe ich, dass es ein ausgewachsener Bär ist. Leider ist meine Kamera gerade zu weit weg, sonst hätte ich seine Anlandung direkt neben dem Campingplatz einfangen können. Aber Willi hatte seine Kamera bei sich und hat die Szene festgehalten. Abends fahren wir nochmals hoch zur Junction, um ein Holzfäller-Essen zu uns zu nehmen. Was nicht notwendig gewesen wäre, denn eine Camperfamilie hat uns noch ein leckeres Abendessen vorbei gebracht. Aber bekanntlich heißt es ja: Doppelt genäht hält besser. Die nächsten Tage werden wir wieder selbst für unser Essen sorgen müssen. Fast hätte ich es vergessen: Das schönste an diesem schönen Campingplatz ist, dass es praktisch keine Moskitos gibt!

Zügig durch den See, dann ab ins Gebüsch
Von der kleinen Insel aus schwamm der Bär Richtung Campingplatz
So sieht der Radler und der Gletscher bei schönem Wetter aus
Grandiose Kulisse bei unserer Rückreise von Steward

Tag 33 und 34. 6.8. und 7.8.2022

Es regnet in Strömen, als wir aufwachen. Also heute morgen nicht zu den Bären, ausruhen, essen. Gegen Abend lässt der Regen nach. So sind wir kurz nach 18 Uhr an dem Bach im tiefen Wald, wo die unzähligen Lachse nach ihrer langen Wanderschaft zu ihren Laichplätzen zurückkehren. An sich ist es schon ein Schauspiel, mit wieviel Geschick und noch mehr Energie die unterarmlangen Fische sich stromaufwärts kämpfen, um dann vielleicht in dem gefräßigen Maul eines Grizzlybären zu landen. Und genau das wollen wir und noch ein paar Dutzend andere Augenpaare sehen. Die Bären aber lassen sich an diesem Abend nicht sehen. So entgeht uns nicht nur dieses Schauspiel, sondern auch unser Abendessen. Als wir zurückkehren, sind alle Lokale geschlossen. So heißt es gleich am nächsten Morgen, das entgangene Schauspiel doch noch zu erleben. Aber auch nach fast 3 Stunden warten bekommen wir wieder keine Bären zu Gesicht. Enttäuscht nehmen dann das Frühstück und Mittagessen zu uns. Werden wir einen dritten Versuch heute Abend machen? Es sind jedesmal 20 Kilometer hin und zurück und jedesmal über die Kanadische/ amerikanische Grenze zwischendrin. Eigentlich sind wir ziemlich deprimiert, haben wir doch diesen Abstecher wegen dem Bärenlachsfang auf uns genommen. Doch wir haben gelernt: In der Natur lässt sich nichts erzwingen. Jedenfalls hat sich das Wetter gebessert und für die nächsten Tage sollten es wärmer werden und die Sonne sollte zurück kommen.

Jetzt haben wir doch noch einen dritten Versuch mit den Bären gemacht. Haben am Abend nochmals 2 Stunden auf den Bären gewartet. Und dann kam er doch noch: Auf der gesamten einsehbaren Bachlänge hat er seine Spielchen mit den Lachsen getrieben. Uns alle, die Beobachter, hat er dabei völlig ignoriert. Jetzt sind wir froh, den Abstecher doch nicht umsonst gemacht zu haben.

Ihr könnt mich alle mal….
Das ist die kleine, halbzerfallene Ortschaft Hyder gleich nach der Grenze zu Alaska.
Am frühen Morgen auf dem Weg zu den Lachsen

Bitte nach unten schauen. Das Programm schmeißt mir die Berichte nach hinten.

Tag 32. 5.8.2022

Der Spirit aus früheren Zeiten

Wir sind schon nach 3,5 Stunden und 65 km Fahrt in Steward angekommen. Auf der Passhöhe sind wir hautnah an einem Gletscher vorbei gefahren. Danach ging es 30 km nach unten an den Portland-Kanal, einem Seitenarm des Pazifik. Dort können wir voraussichtlich morgen den Bären beim Lachsfang zusehen. Zuvor müssen wir aber nochmals die Grenze nach Alaska überqueren. Wir hoffen, dass es mit der Canada-App klappt. In Steward haben wir schnell ein ansprechendes Hotel gefunden. Beim Wäschewaschen haben wir dann ein junges Radler-Paar aus Hamburg getroffen. Sie sind auch in Anchorage gestartet und wollen bis Weihnachten in Mexiko sein. Wir werden die nächsten 7 Tage die gleiche Strecke fahren.

Die Gletscher- Boys

Tag 31. 4.8.2022

Jetzt schmeißt mir das Programm die Berichte wieder nach hinten. Also wieder am Ende schauen.

Heute zum ersten Mal seit langem wieder ein schöner Radtag. Das Wetter ist gut und wir sind jetzt im Bärenland angekommen. Gestern und heute immer wieder Schwarzbären am Straßenrand. Sie scheinen keine Angst vor uns zu haben. Und wir nicht mehr vor ihnen. In Metzidian hatten wir wieder mit Infrastruktur gerechnet. Doch außer einer Tankstelle und einem kleinen Shop und einer Werkskantine der Waldarbeiter ist nichts. Der Campingplatz am See aber ist gut. Nach 4 Tagen ohne Dusche können wir wenigstens im See schwimmen. Morgen machen wir einen Abstecher nach Steward/ Hyder / Alaska, um die Bären beim Lachse fangen zu beobachten. In Steward wird es vielleicht wieder Zivilisation geben. Wir benötigen für den Abstecher 2 Tage.

Ein Junge aus San Diego kam uns heute mit seinem solarbetriebenen Fahrrad entgegen. Er fährt 50% elektrisch.

Tag 30 3.8. 2022

Die letzten 3 Tage habe ich Berichte geschrieben. Sie sind vielleicht untergegangen oder tauchen wieder auf.

Wir sind immer noch auf dem Cassier-Highway in the middle of nowhere. Keine Verbindung zur Welt, schlechtes Wetter, viele Moskitos. Immer noch Radeln durch die endlosen kanadischen Wälder. Morgen vielleicht wieder ein bisschen Zivilisation. Vielleicht auch ein Bett. Wenn sie uns dann eins geben wollen. Zu einem normalen Preis.

Ein Fuchs will sich uns anschließen..

Tag 28. 1.8.2022

Sonne, bewölkt, Regen, leichter Gegenwind, 154 km, 1400 hm,

Die Lage des Zeltplatzes am Boya-Lake ist sehr schön. Aber stark getrübt durch die Unmengen von Moskitos. Nur wenn der Körper ganz bedeckt ist, lässt es sich einigermaßen aushalten. Wir bereiten mit den Sachen die wir gestern von der Park-Rangerin bekommen haben, ein Frühstück. Wir werden den ganzen Tag an keiner Verpflegungsstelle vorbei kommen. Ein paar Riegel müssen heute reichen. Wir kommen erst nur schleppend voran. Erst nach 3 Stunden wird die Fahrt flüssiger und ganz allmählich glauben wir daran, diese Mammutstrecke an einem Tag zurück legen zu können. Allerdings zieht sich das Ende doch noch, denn es kommen noch ein paar giftige Anstiege. So erreichen wir Dease Lake nach knapp 10 Stunden Fahrt. Allerdings bekommen wir nichts mehr zu essen. Heute ist Sonntag und die meisten Restaurants geschlossen. Und das eine Lokal, das geöffnet ist, schließt um 20 Uhr. Einen Campingplatz gibt es nicht in dieser Ansiedlung. Wir bekommen noch ein Zimmer in einer sehr ansprechenden Lodge, allerdings zu einem gesalzenen Preis. Doch das haben wir uns heute verdient.

Der Dease Lake

Tag 26 30.7. 2022

Die Übernachtung im Aircraft Hotel war sehr gut und angenehm billig. Wir fahren die 3 km zurück nach Watson Lake und besuchen zuerst den „Sign Post Forest“, den Schilderwald. Er ist weltweit bekannt und in einem Labyrinth von Schildern der findet man fast nicht mehr heraus. Habe ein Schild von Lindau gefunden, das war das für uns naheste. Danach holen wir nochmals Informationen ein zum Cassiar-Highway mit allen Übernachtungs- und Verpflegungmöglichkeiten. Die sind nämlich dünn gesät und die Abstände meistens mehr als 150 km auseinander. Insgesamt fahren wir auf diesem ruhigen Highway mehr als 800 km. Die erste Übernachtungsmöglichkeit ist der Boya-Lake. Von den Campern als wunderschön beschrieben, allerdings für uns 4 km vom Highway entfernt und mehr als 100 hm tiefer. Die müssen wir morgen erst wieder hochfahren zum Highway. Dafür Zelten wir an einem wirklich schönen See und genehmigen uns erstmals ein Bad in einem der vielen Seen. Das Wasser ist sehr erfrischend. Aber schöner als eine Dusche. Da wir mit einer Verpflegungsmöglichkeit gerechnet haben, es aber keine gibt, hilft uns ein amerikanischer Radfreund aus der Patsche mit Suppe und die Frau von der Parkverwaltung deckt uns noch mit Eier, Kartoffeln, Toastbrot, Käse und Wurst ein. So dürften wir auch morgen über die Runden kommen. Allerdings haben wir auch mehr als 150 km mit über 1000 hm zu fahren.

Tag 25. 29.7.2022

Tag 24. 28.7.2022 Ruhetag in Whitehorse

Der gestrige Ruhetag hat mir gut getan. Die Erkältung ist etwas zurück gegangen. Wir erledigen einige Einkäufe, legen uns für Kanada eine neue SIM-Card zu und genießen noch die wärmende Sonne auf dem Yukon-Deck an der Promenade. Pünktlich um 15.45 Uhr sind wir an der Abfahrtsstelle des Busses nach Watson Lake. Wir helfen beim Verstauen der Räder und der mit 12 Passagieren und viel Gepäck vollbeladne Bus fährt pünktlich ab. Genauso pünktlich kommt er nach genau 5 Stunden Fahrt und einer Pause nach 450 km in Watson Lake an. Eigentlich denken wir, keine Übernachtung mehr zu bekommen und bereiten uns auf das Zelten vor. Doch eine Lodge, geführt von einem Deutschen, hat noch ein Zimmer zu einem akzeptablen Preis frei. Wir beziehen bei dem freundlichen Gastgeber ein schönes, sauberes Zimmer und genießen eine weitere Nacht in einem richtigen Bett.

Die Indianer gibt es nicht mehr- nur ihre Totempfähle erinnern an frühere Zeiten.

Die Erkältung hat mich voll erwischt. Erstmals gibt es kein Frühstück. Nur Tee auf dem Zimmer. Willi und ich machen uns Gedanken, wie es weitergehen soll. Wir erörtern mehrere Möglichkeiten. Wir haben zwar im Moment kein Zeitproblem, aber Willi kann ja auch nicht herumsitzen und warten, bis es mir besser geht. Es gibt die vage Hoffnung, dass es einen Bus nach Watson Lake gibt. Und tatsächlich hilft uns auch nochmals eine Frau im Informationcenter weiter. Es gibt für morgen einen Bus und es sind gerade noch 2 Plätze frei. Auch für Willi ist das eine akzeptable Option, da die 450 km bis Watson Lake außer viel Schwerverkehr nichts bieten. Danach werden wir dort noch 1-2 Tage bleiben, um danach die letzte lange Strecke von knapp 1000 km bis Prince Rupert in Angriff zu nehmen. Doch dies soll mit der schönste Abschnitt unserer Strecke sein. So denke ich, haben wir gemeinsam eine gute Lösung gefunden, um unsere Tour weiterzuführen.

Tag 23. 27.7.2022

102 km, 780 hm, bewölkt, leichter Regen, leichter Gegenwind

Die Nacht gestaltet sich ziemlich unruhig. Wir schlafen nur 40 m vom Highway entfernt und jedesmal wenn ein großer Truck vorbei braust, denkst du, er fährt mitten durch das Zelt. Es regnet wieder einmal leicht, sodass wir wieder feuchte Zelte einpacken müssen. Das Frühstück im Braeburn- Lodge ist reichlich. Wir werden auch unterwegs keine Gelegenheit zu einem Imbiss haben. Wir kommen gut voran und freuen uns schon, als wir die Stadtgrenze von Whitehorse erreicht haben. Aber dann geht es nochmals 14 km auf dem Alaska Highway mit ein paar kräftigen Steigungen weiter. So vergeht nochmals eine Stunde, bis wir das Information-Center erreicht haben. Dort vermittelt die freundliche Frau uns ein Zimmer in einem Hotel. Die Dusche ist ein Gefühl wie Ostern und Weihnachten zusammen. Und dann reicht es gerade noch zu einem Abendessen. Denn normalerweise schließen sie alle um 20 Uhr. Es ist richtig kalt in Whitehorse und wir freuen uns kindisch auf ein warmes Bett

Von hier aus sind es noch 14 harte Kilometer bis ins Zentrum
Unsere Lodge ist Station beim legendären Yukon Quest, dem Schlittenhunderennen von Fairbanks nach Whitehorse
Ohne Schlittenhunde, dafür mit Fahrrad- Ankunft in Whitehorse
Das sind die Ergebnisse, Ankunft und Abfahrt

Tag 22. 26.7. 2022

78 km, 400 hm, bewölkt, Rückenwind

Nach dem gestrigen Fiasko hatte ich ziemlichen Bammel vor dieser Etappe. Doch es ist ganz anders gekommen. Heute haben wir von Anfang an Rückenwind und keine gravierenden Steigungen. So fahren wir mit einem 20er Schnitt nach Braeburn. Dort soll es eine Lodge geben. Die gibt es zwar, aber anscheinend ist kein Bett mehr frei. Aber wir dürfen das Zelt dort aufstellen. Übrigens hat auch die Gruppe von TDA vor 3 Tagen hier gezeltet. Wir sind Ihnen also nicht näher gekommen, haben aber auch keine Zeit verloren. Und das Highlight ist heute, dass es hier keine Moskitos gibt. Ob wir das den Schwalben zu verdanken haben, die hier unter dem Dach ihre Nester haben? Unser Ziel ist, morgen in Whitehorse anzukommen. Dann gibt es hoffentlich wieder ein Bett und eine Dusche.Bilder folgen. Das Internet ist hier zu schwach, um Bilder hochzuladen.

Tag 21. 25.7.2022

111 km, 800 hm. Sonnig, starker Gegenwind

Wir brechen spät auf. Der Store, in dem wir uns noch mit Proviant eindecken wollen, öffnet erst um 10 Uhr. Hatte in der Nacht ziemliche Hustenanfälle, und jede kleine Steigung bereitet mir Schwierigkeiten. Dazu haben wir heute erstmals heftigen Gegenwind. Solche Tage erinnern mich an Patagonien. 8 km schnurgerade, leicht bergauf mit heftigem Gegenwind, du denkst, du kommst dem Endpunkt nicht näher. Ich bin froh, dass mir Willi Windschatten bietet. Die Kilometer werden immer zäher. Doch nach mehr als 7 Stunden Fahrt hat das Leiden ein Ende. Wir erreichen Carmacks, eine kleine Ansiedlung. Es gibt zwar ein Hotel und ein Motel, doch bei den horrenden Preisen ziehen wir wohl oder übel das Zelt vor. Nach 3 Budweiser haben wir die richtige Mattenschwere und die vielen Moskitos auf dem Campingplatz direkt am Yukon interessieren uns auch nicht mehr.

Tag 20. 24.7.2022

95 km, 780 hm, warum, nachmittags teils heftiger Gegenwind, 23 Grad

Das Wetter bessert sich. Das Zelt bei Sonne abzubauen ist einfach schöner. Wir bekommen von der schweizerischen Gastfrau ein reichhaltiges Frühstück. Das ist auch bitter nötig. Es geht gleich ziemlich bergauf. Die vorgesehene Verpflegungssatation nach 30 km bei Steward- Crossing ist wieder einmal ein Flop. Nichts zu Essen, nichts zu Trinken. So geht es mit nur einer kleinen Riegel-Pause in die zweite Tageshälfte Die Steigungen und der Wind lassen nach und so sind wir schon vor 17 Uhr kurz vor dem Etappenziel in PellyCrossing. Auf einer Ausssplattform halten wir Smalltalk mit einem deutschen Ehepaar, die in Range Rover unterwegs sind. Wir sprechen gerade über Bären, als ich etwa 100 Meter entfernt einen Schwarzbären über die Straße laufen sehe. Aber bis ich am Foto bin, ist er schon verschwunden. Schade! Aber die Gelegenheit wird wieder kommen. Und die nächste Überraschung: Ausgerechnet auf diesem Parkplatz machen auch Gabi und Gerd Pause. Die beiden, die uns mitgenommen haben nach Tok und uns behilflich waren, über die Grenze zu kommen. Wir hätten nicht gedacht, sie so schnell wiederzusehen. Sie waren in der Zwischenzeit oben am Polarmeer in Tuktojaktuk. Es kommt ein ausgiebiger Erfahrungsaustausch zustande. An der Tankstelle verabschieden wir uns ein zweites Mal. Gleich gegenüber ist der Campingplatz, auf dem wir ein schönes Plätzchen finden. Es gibt sogar Internet hier, sodass ich wieder Berichte absetzen kann.

Krasser Unterschied: Blühende Blumen, dahinter verkohlte Bäume. Wir radeln ca. 20 km an solchen verbrannten Wäldern entlang.
Wir überqueren hier wieder den Yukon.
Ungeplantes Treffen an einem Aussichtspunkt: ein junges Ehepaar mit Range Rover auf Weltreise und unsere wiedergefundene Helfer.

Tag 19. 23.7.2022

157 km, 900 hm, Vormittag: bewölkt, kühl, 9Grad , nachmittags sonnig, 18 Grad

Nach 2 Ruhetagen freuen wir uns, wieder auf dem Rad zu sitzen. Es ist noch kühl, als wir Dawson hinter uns lassen. Die Straße steigt immer leicht an, trotzdem kommen wir gut voran. Erst eine ca. 9 km lange Steigung bremst unser Vorwärtskommen. Kurz vor dem höchsten Punkt überholt uns ein Campmobil. Am Vorbeifahren fragen sie uns, ob wir gerne einen Kaffee mit ihnen trinken wollen. Da sagen wir nicht nein. Sie laden uns in ihr Wohnmobil ein und wir haben ein sehr interessantes Gespräch. Ihr Sohn ist erst von Ushuaia in Patagonien nach Deadhorse in Alaska geradelt und war 21 Monate unterwegs. Sie können daher gut mitfühlen, was das Herz eines Fernradlers erfreut. Da wir während dem Radeln kein Bier trinken, geben sie uns ein Budweiser mit, das wir zum Abendessen mit Hochgenuss und in Erinnerung an die nette Begegnung trinken. Es sind immer wieder die menschlichen Begegnungen, die die Würze einer solchen Radreisende ausmachen. Auf der Strecke nach Whitehorse sind immer wieder lange Straßenabschnitte mit Baustellen. Mit dem Rad darf man nicht alleine durchfahren. Man wird in einen Pilotcar verfrachtet und das Rad aufgeladen. D. h. jedesmal alle Packtaschen weg vom Rad und danach wieder anbringen. Die letzten 15 km fordern uns dann nochmals alles ab. Wieder ist eine Baustelle, doch dieses Mal müssen wir selbst die ungeteerte, staubige halbfertige Straße mit zwei finalen Anstiegen überwinden. Unser Tagesziel ist der Moose-Creek-Campground. Dort scheint es aber außer einer Unmenge an Moskitos nichts zu geben. So fahren wir noch einen Kilometer weiter, wo es einen kleinen Laden und ein kleines Restaurant gibt. Das hat aber schon geschlossen. Trotzdem macht uns die Besitzerin noch eine gute Suppe mit Würstchen und lässt uns auf ihrem Gelände Zelten. Ein schöner Abschluss eines anstrengenden Tages. Mit 157 kn sind wir die bisher längste Tagesdistanz gefahren. Früh geht es ins Zelt, weil das auch der sicherste Platz vor den Moskitos ist.Püppchens

Hier fängt der Denpster-Highway an und geht nach Inuvik und Tuktojaktuk na Polarmeer.
Das Ehepaar aus Köln hat uns spontan zum Kaffee eingeladen. Und ein Bier mit auf den Weg gegeben.
Da hat einer seinen Luxuscamper neben die Straße gesetzt. Wird vermutlich nicht billig. Der Abschleppdienst kommt von Whitehorse. Das sind 450 km, einfache Strecke.
Nach höflicher Anfrage durften wir hinter dem Haus unsere Zelte aufstellen. Und bekamen auch nach 20 Uhr noch eine warme Suppe mit Wurst. Und am anderen Morgen ein reichhaltiges Frühstück

Tag 18 22.7.2022 Noch ein Ruhetag

Außerplanmäßig legen wir noch einen Ruhetag ein. Alles wir aufstehen, schüttet es in Strömen und es ist kalt. Für die kommende Nacht sind 2Grad vorausgesagt. Da ziehen wir es vor, noch einmal in Dawson zu bleiben. Es ist ja einiges geboten und der Tag ist schnell vorbei. Um 12 Uhr mittags ist im Theater eine Sängerin angesagt. Danach besuchen wir das Jack London Museum und bekommen eine Privat-Audienz bei der Führerin. Und heute Abend wollen wir noch eine Cabarett-Show in einem der Saloons besuchen. Unterwegs treffen wir noch ein Ehepaar aus Friedrichshafen. Sie sind mit ihrem Camper in Alaska und Kanada unterwegs und im Herbst geht es runter nach Mexiko. Sie werden 2 Jahre unterwegs sein und haben ihr Haus in Friedrichshafen solange vermietet. Es zieht sie anscheinend nichts mehr zurück an den Bodensee. Die Museumsdirektorin hat uns erzählt, dass vor 3 Tagen eine große Gruppe Radfahrer vorbei gekommen seien. Und tatsächlich ist die TdA, (Tour d’Afrique) die Konkurrenz von Bike-Dreams, gerade auf ihrem Weg von Tuktojaktuk nach Panama in Dawson vorbei gekommen. Da sie auf den nächsten 900 km auf der gleichen Strecke wie wir sein werden, wird es spannend sein, ob wir sie einholen können. Wir hoffen, morgen wieder besseres Wetter zu haben.

Der junge Jack London-Abenteurer und Schriftsteller,
Die St. Andrew-Kirche- durch das Auftauen des Permafrostbodens ist sie in die Knie gegangen.
Das Auftauen des Permafrostbodens wird hier deutlich
Das Ehepaar aus Friedrichshafen auf ihrem 2Jahrestrip

Tag 17 21.7.2022 Ruhetag in Dawson

Im Eldorado Hotel genehmigen wir uns ein ausgiebiges Breakfast. Schließlich haben wir ein großes Kaloriendefizit auszugleichen. Nach dem Wäsche waschen und Fahrrad putzen haben wir noch Zeit, um diesen ungewöhnlichen, historischen Ort zu erkunden. Vieles erinnert noch an die Zeit der Goldwäscher und der Erschließung des Yukons. Vor allem die Geschichte der Schifffahrt auf diesem drittlängsten Fluss Nordamerika ist äußerst spannend. So die Geschichte des Untergangs der Princess Sophie am 2.Oktober 1918, bei dem alle 356 Passagiere bei einem Schneesturm ums Leben kamen. Wer die Romane von Jack London gelesen hat, fühlt sich in seine Geschichten hineinversetzt. Das Nachtleben in den Saloons soll es immer noch geben. Aber nicht für uns. Wir bereiten uns schon auf die nächsten Herausforderungen bei der Fahrt nach Whitehorse vor. Vermutlich wird es die kommenden Tage wieder schwer werden, Berichte ins Internet zu stellen. Spätestens in 5 Tagen, wenn wir Whitehorse erreicht haben, werde ich mich wieder melden.

Unsere Unterkunft in Dawson.
Alter Raddampfer erinnert an frühere Zeiten
Typisches Lokal mit vielen Utensilien dekoriert. Ein Kanu an der Decke ist obligatorisch.

Tag 16. 20.7. 2022

Fast die ganze Nacht durch prasselt der Regen gegen das Zeltdach, dazu weht teils heftiger Wind. Am Morgen liege ich in einer richtigen Pfütze. Wir bauen wieder einmal die nassen Zelte ab und nehmen das Frühstück, es gibt Müsli mit Banane, im Stehen ein. Die Schotter- besser gesagt Sandstrasse ist aufgeweicht und erfordert noch mehr Kraft als eine trockene Straße. Wir haben noch einmal 1200 hm zurückzulegen bei ständigem Auf und Ab mit teils gewaltigen Steigungen.Es hat zwischen 7 und 10 Grad Temperatur und wir sehen die Sonne erst gegen Ende der 6-stündigen. Fahrt. Inzwischen sind wir voller Dreck, vor allem durch die Abfahrten. Erst die letzten 18 km geht es ständig bergab nach Dawson City. Hier müssen wir die Fähre über den Yukon nehmen, um in die historische Western- Stadt zu kommen. Sie erlebte ja im 19.Jahrhundert den großen Boom als Golgräberstadt. Mit ihren Fassaden und hölzernen Sidewalks erinnert sie heute noch an diese Zeiten. Einzig die Blechkarossen scheinen die Pferde ersetzt zu haben. Im Visitor- Center bekommen wir die Adresse von einem günstigen Hotel und nach einer Rad- und Satteltaschen- Wäsche können wir dort einziehen. Wir belohnen uns für die vergangenen Strapazen mit einem Pitch Kanadischen Bier. Morgen werden wir einen Ruhetag genießen.

Einer der komfortablen Zeltplätze.
Gabi und Gerd helfen uns, über die Kanadische Grenze zu kommen.
Geschafft! Wir sind über der Grenze in Kanada.
Die letzten Schneefelder auf dem TOP OF THE WORLD HIGHWAY.
Nach 300 harten Kilometern und mehr als 4000 hm auf dem Taylor und Top of the World Highway gönnen wir uns einen ganzen Hafen kanadisches Bier.
Der hat wohl zu viel gebremst…
Die Schwalben haben sich unter dem Dach eingenistet und haben uns einen halben Tag die Moskitos vom Leib gehalten

86 km, 1000 hm, kühl, am Gnat-Pass 1250 m üNN 6 Grad Regen

Die Gewalttour von gestern steckt noch in den Knochen. Nach dem Frühstück in unserer Herberge und Hamstereinkäufe an der Tankstelle geht es bei stark bedecktem Himmel auf die Strecke. Gleich haben wir einen sehr langen Anstieg zum Gnatpass vor uns. Oben angekommen ist es kalt und regnerisch. Wir ziehen volle Regenmontur an für die Abfahrt. Nachmittags wird es dann etwas wärmer und manchmal lugt sogar die Sonne hinter den Wolken hervor. Die wärmenden Strahlen schaffen Motivation für den zweiten langen Anstieg. Wir erreichen relativ früh den Etappenort Iskut. Dort gibt es zumindest eine Tankstelle mit Versorgungsmöglichkeit. 2 km weiter dann einen Campingplatz mit Cabins. Leider sind die wie üblich alle belegt. So schlagen wir wieder das Zelt auf. Willi kocht heute Nudeln in Tomatensoße mit eingelegten Würstchen. Anscheinend sollte es Internet geben. Doch vergebens versuchen wir, uns weltweite Netz zu kommen.

2 Kommentare zu „Kanada

  1. Hallo Alfred, wir sind Freunde von Willi und Hedi und freuen uns sehr, dass wir auf Dank Deiner Ausführungen an Eurer Reise teilhaben können. Viel Glück für den weiteren Verlauf wünschen Marlene, Wilfried, Stephanie und Carolin

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  2. Hallo Ihr Beiden!
    Eindrucksvoll, eure Berichte zu lesen und eure Tour auf diese Weise mit zu erleben. Für uns ist es eine Art wunderschöne Revivaltour, nachdem wir gestern Abend wieder in Stuttgart gelandet sind. Wir sind die mit der „Kaffeebar“ am Klondike Highway…
    Wünschen euch von Herzen noch eine erlebnisreiche und vor allem sichere Weiterfahrt! Wir werden euch immer wieder mal online verfolgen! Beate und Jörg

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