Slowakei

Achtung Habe meine Berichte jetzt umgestellt. Der neueste Bericht ist jetzt immer oben

Etappe 10 Humenne – Perechyn (UK) 89 km, 800 hm

Erstmals regnet es leicht, als wir vom Hotel Alibaba aufbrechen. Nach 8 km auf der Landstraße geht es wieder durch kleine Dörfer mit unzähligen Storchennestern und danach einmal mehr in den Laubwald. Der leichte Regen hat wieder aufgehört und wir können die Regenkleidung wieder verstauen. Nach einigem Auf und Ab kommt dann eine lange Steigung, die wir im kleinsten Gang bewältigen müssen. Walter hat uns darauf vorbereitet. Wir sind jetzt richtig nass – aber diesmal vom Schwitzen.

Es geht  20 km langweiter durch dichten Buchenwald im Nationalpark Poloniny. Nach rasanter Talfahrt geht es durch ein kleines Dorf namens Smigovic. Dort können wir die erste Holzkirche bewundern. Es dürfte die einzige in der Slowakei sein. Bald darauf verlassen wir die EU und passieren die Grenze zur Ukraine. Die Grenzabfertigung verläuft trotz den strengen Blicken der Zollbeamten problemlos.

Und sofort verändert sich nach der Grenze der Straßenzustand. Hier ist größte Aufmerksamkeit geboten, um allen Schlaglöchern ausweichen zu können.  Nach 20 km erreichen wir die nicht sehr ansprechende Stadt Perechyn. Es ist unser heutiges Etappenziel. Die Unterkunft ist aber dann sehr akzeptabel und billig. Ebenso wie das gute Abendessen und das Bier. Hier kann man leicht zwei große und ein kleines Bier trinken und zahlt nicht mehr als in Deutschland für eine Halbe.

Etappe 9 Presov – Humene, 81 km, 1360 hm

Nachdem ich die Berichte dreimal geschrieben habe und sie im Internet nicht mehr auffindbar waren, ein Kurzbericht über die letzten 3 Etappen.

Die gesamten Etappen waren weit weg vom Verkehr, oft durch  schattige Buchenwälder oder über verkehrsarme Landstraßen. Manche Häuser erinnern noch sehr an die sozialistische Zeit, manche Siedlungen stehen aber unseren in nichts nach. Fast in jedem Dorf ist mindestens 1 Haus von einem Storchennest besetzt. Einmal schallte uns Musik aus den Lautsprechern über der Straße entgegen. Vermutlich wurden dort früher politische Parolen ausgegeben.

Beeindruckend waren die Städte Liptovski Mikulas und Levoca. Die Festung Spisska Hrad und der Bischofssitz und die Kirche von Spisska Kapitula ins Weltkulturerbestätte.

Wir durchfuhren mehrere Nationalparks, in denen viele Slowaken ihre Freizeit verbringen. Auch scheint es hier mehrere Wintersportorte zu geben. Oft sahen wir Hinweisschilder auf Skilifte. Stundenlange Fahrten über schmale Asphaltstraßen durch schattige Buchenwälder waren sehr entspannend. Singletrails und Downhills sorgten für den nötigen Adrenalinkick.

Die Leute sind sehr gastfreundlich, die Dienstleistung perfekt, Essen und Trinken hervorragend.

Morgen überqueren wir die Grenze in die Ukraine. Vermutlich ist es nicht mehr möglich, täglich einen Bericht zu schreiben. Das Internet wird nicht überall verfügbar sein. Wir sind froh, wenn wir eine Bleibe für nachts finden. Zusätzlich wird das Ganze erschwert durch die kyrillische Schrift, mit der wir uns dann zu befassen haben. Heute aber alssen wir es uns nochmals gutgehen in dem sehr schönen Hotel Alibaba in Humene.

Hertha freut sich auf eine schöne Abfahrt

Etappe 8 Levoca – Presov, 90 km, 1250 hm

Wo bleibense denn …

Etappe 7 Liptovski Mikulas – Levoca, 100 km, 1300 hm

Spisska Hrad
Kapelle in Spisska Hrad
Außen unscheinbar, innen schön, Spisska Kapitula

Etappe 6 Dolony Kubin -Liptovski Mikulas

Nach dem anstrengenden Tag von gestern ist heute eine erholsamere Tour vorgesehen. Wir bleiben bei den 52 km fast immer auf Asphalt und haben dabei 800 hm zu überwinden. Wieder beginnt die Steigung moderat, wird aber dann immer steiler und wir brauchen den kleinsten Gang, um einige sehr steile Rampen hochzufahren. Im letzten Teil spendet ein Waldstück uns dann Schatten. Den können wir brauchen, denn die Temperatur ist deutlich gestiegen. Nach 12 km Aufstieg geht es in rasanter Abfahrt hinunter nach Lucky, einem Kurort mit Bädern und Hotels. Der Ort scheint gut besucht zu sein. Viele Leute tummeln sich rund um den Park.

Es geht weiter auf einer etwas stärker befahrenen Straße, die Aufstiege sind jetzt aber deutlich kürzer. So erreichen wir heute schon um 14 Uhr unser Ziel in Liptovski. Heute Abend werden wir Hertha und Gerold In Empfang nehmen. Sie reisen mit der Bahn an und werden uns die nächsten 2 Wochen begleiten.

Etappe 5 Zilina – Dolny Kubin

Heute steht eine äußerst anstrengende Tour auf Walters Plan. Wir frühstücken schon um 7 Uhr und kurz nach 8 Uhr steigen wir auf unsere Räder. Nach einer Viertelstunde können wir den heftigen Stadtverkehr von Zilina hinter uns lassen. Danach geht es für 12 km auf einem ganz neu angelegten Radweg auf dem Damm des Flusses Vah weiter. Hier sind heute morgen schon wieder viele slowakische Outdoorfreaks mit Rädern, Inlinern oder zu Fuß unterwegs. In Varin verlassen wir den Damm und es geht erstmal gemütlich bergan. Aber schon bald wird es steiler und manchmalist auch Schieben angesagt. Es geht immer mehr steil bergauf steil bergab. Nach 32 km erreichen wir Terchowa, ein ehemaliger Wintersportort vor der Wende. Hier machten früher hauptsächlich ehemalige DDR-Bürger Urlaub. Daher sprechen hier uach noch viele Leute Deutsch. Doch der Ort bietet auch heute wieder viele Attraktionen, Wanderwege und Skipisten.

Der zweite Anstieg beginnt nach Terchova noch harmlos, wird aber immer steiler und auch unwegsamer. Steile Rampen, garniert mit tiefen Fahrspuren zwingen uns immer mehr zum Schieben. Auch nach dem höchsten Punkt, wir sind jetzt über 1000 m, ist noch kein Fahren angesagt. Ein von den Waldarbeiten zerstörter Weg , bdeckt mit dicken Ästen, lässt uns den ersten steilen Abstieg nochmals schieben. Erst dann ist wieder an Fahren zu denken. Erst zum Schluss können wir es auf einer relativ flachen Asphaltstrecke auslaufen lassen. Unten angekommen, sind es nur noch 6 km in etwas dichterem Verkehr bis zum Etappenort Dolny Kubin. In einer kleinen Pension gönnen wir uns dann nach 8 Stunden Fahrt erstmal einen Palatschinken und mehrere Bier, bevor wir unter die Dusch steigen.

Etappe 4

Zum ersten Mal ist im Übernachtungspreis auch das Frühstück inbegriffen. Das ist reichhaltig und gut. Zuerst geht es aus der größeren Stadt Trencin hinaus. Mit fast 60 000 Einwohnern zählt sie zu den größeren in der Slowakei. Gleich außerhalb der Stadtgrenze geht es auf einem holprigen Wiesenweg weiter. Aber nur sehr kurz, dann sind wir für die nächsten 30 km auf einer wenig befahrenen Landstraße, die durch mehrere kleine Ortschaften führt. Nach einer kurzen Trinkpause in Pachov geht es zuerst auf einem schönen Radweg des Flusses Vah entlang. Doch der ausgebaute Radweg macht bald einem schon gewohnten Singletrail auf dem Damm Platz. Der ist sehr holprig und schmal und erfordert volle Konzentration. Immer wieder weichen wir auf Landstraßen aus. Nach 50 km ohne Pause sind wir schon kurz nach 14 Uhr am Zielort in Zilina. Hier besuchen wir zuerst die Burg Budatin, umgeben von einem schönen, weitläufigen Park.

Das Appartment in Stupova ist bescheiden. Und ohne Frühstück.Wir kaufen im Supermarkt ein paar Brötchen und Käse und setzen uns vor ein Cafe. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, trotzdem ist es relativ frisch. Wir starten auf ein schmalen Landstraße und entdecken sofort in der Wiese zuerst einen Schwarzstorch, danach ein Rudel Hirsche. Sie weiden dort und lassen sich nicht stören. Dann geht es offroad weiter. Und teilweise steil bergauf. Eine 35 km MTB-Tour beginnt, bestehend aus fast lauter Singletrails. Immer wieder steil bergauf und bergab. Einmal stürze ich in einer tiefen Pfütze. Ich bin voll mit Dreck, aber sonst ist nichts passiert. Das alles ist im teils dunklen Laubwald, Irgendwann nach 4iereinhalb Stunden taucht das beeindruckende Schloss Cerveny Kamen auf. Jetzt geht es in rasendem Tempo auf Asphalt bergab. Auf den letzten 20 km warten nur noch einige weniger steile Anstiege auf uns. Schon kurz nach vier Uhr sind wir nach 1500 hm und 65 km in unserem Etappenort Smolenice und finden dort auch gleich eine bescheidene Pension für 8 € pro Person.

Kurze Verschnaufpause
Ein Rudel Hirsche ne ben der Straße lässt sich nicht stören
Das beeindruckende Schloss Cerveny Kamen
Voll konzentriert durch den Wald
… und auf schottrigen Wegen

Die Hotelsuche gestaltet sich heute schwierig. Die ersten 3 Hotels und Pensionen sind voll, bevor wir im Boss Hotel eine schöne, aber teure Unterkunft finden. Noch am Nachmittag unternehmen wir einen Spaziergang durch das Zentrum. Im Mittelpunkt ein quadratischer arkadengesäumter Hauptplatz mit vielen Straßencafés und Restaurants.

Etappe 3

Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir verspätet in die Etappe. Erstmal geht es 5 km im ungewohnt dichten Verkehr, vor allem mit Trucks, zur nächsten Ortschaft. Aber dann wird e3s schlagartig ruhig. In den die nächsten 2,5 Stunden begegnen uns nur zwei Wanderer und ein Fuchs. Wir sind wieder in dichten Buchenwäldern und auf flowigen Wiesentrails. Die Anstiege sind fordernd, aber fahrbar. Es geht vorbei an den Burgruinen von Visnovè und Beckov. Beide thronen auf steilen Hügeln. Auf schattiger, asphaltierter Straße geht es nach Nove Meso, einer slowakischen Industriestadt.

Danach folgen wir auf einem schmalen Dammpfad dem Fluss Vah. Schon bald sehen wir die wieder auf einem steilen Berg thronende Burg von Trencin. Aber sie scheint näher als es dann tatsächlich bis dahin ist. Letztendlich erreichen wir das Etappenziel Trencin nach 87 km und 800 hm kurz nach 16 Uhr.

Mit dem Fahrrad durch die Karpaten

Etwas verspätet starten wir von der Wohnung von Walter und Elisabeth zum Treffpunkt in Wien bei der Brücke der Revolution. Dort wollen wir um 10 Uhr Hertha und Gerold treffen, die uns auf der ersten Etappe begleiten wollen. Sie werden dann am kommenden Freitag nachkommen und uns für 2 Wochen in den Karpaten begleiten. Zuerst geht es an dem Nationalpark Donauauen vorbei, dann über Engelhardstetten zum beeindruckenden Schloss Hof. Hier überrascht uns ein kurzes Gewitter. Wir verabschieden uns von Hertha und Gerold. darauf überqueren wir den Fluss March und sind ohne eine Passkontrole oder einer sichtbaren Grenze in der Slowakei. Hier geht es für 10 km auf dem Iron Curtain Bike Trail weiter. Der führt von Finnland entlang des ehemaligen Eisernen Vorhanges bis nach Griechenland. Hier war früher die Grenze zwischen Ost und West, zwischen Gut und Böse, zwischen Kommunismus und Kapitalismus. Wir spüren, dass wir durch den Wegfall der Grenze näher zusammengerückt sind. Bald darauf sind wir in Stupava, dem ersten Etappenziel in der Slowakei. Erst nach längerem Suchen finden wir das Apartment, das wir sicherheitshalber schon vorgebucht hatten.

Auf dem Donauradweg nach Wien

Nach einiger Hektik komme ich mit gut einer Stunde Verspätung von zu Hause weg. Es ist etwas ungewohnt, eine so lange Reise erstmals von Zuhause aus zu starten.

Es fühlt sich prima an, wieder auf dem Rad zu sitzen. Brigitte verabschiedet sich in Rötenbach ein zweites Mal. Dann geht es auf den bekannten tollen Strecken der oberschwäbischen Barocksgtraße über Bad Wurzach, Rot an der Rot ins Illertal. Dort werde ich jäh abgebremst durch wieder einmal eine gesperrte Illerbrücke.. Hier spüre ich erstmal das Gewicht des beladenen Rades, muss ich doch auf einer steilen, provisorischen Behelfsbrücke über den Fluß. Danach geht es auf abgeschiedenen, einsamen Wegen, teils auf stillgelegten Eisenbahntrassen Richtung Donau. In Burgau lädt dich eine ansprechende Pension am Wegesrand ein, hier erstmal zu übernachten. Die ersten 125 km liefen ganz gut, Es kann so weitergehen. Nachdem es erst um 8 Uhr Frühstücvk gibt, fahre ich schon zu Beginn bei hohen Temperaturen. Es sind noch 19 km bi zur Donau. Schon sehr bald sehe ich die rauchenden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen.. Ich bin sehr froh, als ich sie dann hinter mir lasse. Noch 3 Jahre Betriebszeit, dann werden sie aber noch Jahrzehnte vor sich hin strahlen . In Lauingen überquere ich zum ersten Mal die Donau. Ich werde sie ganz sicher die nächsten 6 Tage begleiten. Eigentlich dachte ich, der ganze Donauradweg würde flach der Donau entlangführen. Doch weit gefehlt. Immer wieder geht es aufwärts und abwärts durch kleine, scheinbar ausgestorbene Dörfer, Keine Läden, Wirtshäuser erst ab 17 Uhr geöffnet. .Es ist schwierig, an Wasser zu kommen. Über Donauwörth geht es nach Neuburg. Eigentlich wollte ich hier nach einem heißen Tag und 100 km übernachten. Aber es ist aussichtslos. An diesem Wochenende ist Burgfest und alle Hotels, Gasthäuser und Privatpensionen sind ausgebucht. So nehme ich weitere 25 km unter die Räder, um dann in Ingolstadt ein nicht allzu billiges Hotel zu finden. Aber ich bin zu müde, um noch weiter zu suchen. Auch hier ist am Samstagabend relativ viel los. Nicht zum ersten Mal fällt mir aber auf, dass in den Innenstädten inzwischen mehr Leute mit Rädern als mit dem Auto unterwegs sind. Mit einem Gewitterdonner werde ich geweckt. Und der starke Regen ist ein Grund, etwas länger zu frühstücken und mit sich dem Packen mehr Zeit zu lassen. Trotzdem fahre ich dann im Regen los. Erst nach gut einer Stunde auf dem Donaudamm wird es weniger. Nach vielen Wasser- und Dreckpfützen bin ich dann, als es aufhört mit regnen, richtig eingedreckt. Ab Mittag kommt die Sonne durch und ich kann bei angenehmen Temperaturen auf teils wunderschönen Wegen und Trails, sehr oft durch einsame Landschaften fahren. Erst nahe Regensburg begegnen mir dann viele Sonntagsfahrer und -Wanderer. Und erstmals gibt es auf der Donau sowas wie Schiffsverkehr. Und auch die Zahl der Wassersportler nimmt zu. Nachdem ich mich in der Donau vom größten Schmutz befreit habe, fahre ich mit dem Rad direkt in die Altstadt und stehe schon vor 17 Uhr vor dem Dom. Auch ein kleines, schönes Hotel direkt im Zentrum zu einem annehmbaren Preis ist schnell gefunden

Oberschwäbische Barockstraße -Rot an der Rot
AKW Gundremmingen – Wie lange wird es noch strahlen?
Zum ersten Mal über die Donau
Donauwörth – schöne historische Städtchen an der Donau
Ist schon ein ganz schön mächtiger Fluss
In Bayern normalerweise immer höher als der Kirchturm: der Maibaum
ADFC-Aktion in Donauwörth: So viel Platz würde ein Auto brauchen ….
Konkurrenz zum Ulmer Münster: Der Dom von Regensburg

Das Frühstück war perfekt. Eigentlich sollte es nicht zu schwierig sein, den Radweg wieder zu finden. Trotzdem verliere ich eine gute halbe Stunde bis ich wieder auf meinem GPS-Trail Richtung Passau bin. Es geht wieder in reichlichem zick-zack durch mehrere kleinere Ortschaften, meistens aber auf gut beschilderten Radwegen. Auch sind jetzt deutlich mehr unterwegs als die letzten Tage. Hier in der Gegend spürt man förmlich die Angst der Bewohner vor weiteren Hochwasserkatastrophen. Überall sind hohe Dämme schon vorhanden oder werden weiter ausgebaut, oft auch gegen Bürgerinitiativen. Zweimal muss ich eine längere Umleitung wegen Bauarbeiten in Kauf nehmen. Eigentlich war mein Tagesziel ja Passau, aber ich komme nach 125 km nur nach Vilshofen. Das ist auch eine größere Stadt am Zusammenfluss der Vils mit der Donau. Eine relativ günstige Bett+Bike-Pension ist schnell gefunden. Müde von den vier bisherigen Radtagen lege ich mich früh ins Bett und schlafe durch bis anderen Morgen. Ein reichliches Frühstück schafft die Grundlage für einen weiteren anstrengenden Radtag. Erstmal gilt es, die 25 km vom Vortag bis Passau aufzuholen, um danach 92 km bis zum Etappenziel Linz abzuradeln.

Die Anzahl der Radler hat nochmals zugenommen. Auch muss ich mir wegen Wasser und Verpflegung keine Gedanken mehr machen. In regelmäßigen Abständen von 10-15 km sind direkt am Radweg Imbissstände, Biergärten oder Radlertreffs. Der Donauradweg selbst ist jetzt noch mehr ein Genuss. Fast ganz asphaltiert, meistens weg von lärmendem Verkehr, oft direkt am Donauufer entlang und immer wieder durch schattigen Baumbewuchs, Der Schiffsverkehr auf der Donau hat zugenommen, die extrem langen Donauschiffe gleiten aber fast lautlos an einem vorbei. Die Donau hat jetzt durchwegs eine Breite von 500 m. Zweimal muss ich mit einer Fähre die Seite wechseln, da es nur auf der anderen Seite weitergeht. Das ist eine willkommene Abwechslung, für den Hintern. Dem tut es gut, mal vom Fahrradsattel auf eine Bank zu wechseln. Auch wenn sie hart ist.

Die letzten 5 km vor Linz führt der Radweg wieder an einer Bundesstraße entlang. Das ist der totale Kontrast und nicht über längere Distanz auszuhalten.

Ach ja, ich bin ja in Österreich. Fast hätte ich es nicht gemerkt. Die Grenze muss wohl kurz hinter Passau gewesen sein. Erst als ich auf der Speisekarte „Dopfenstrudel“ gelesen habe, it mir klar, in Österreich zu sein.

Die Hotelsuche in Linz gestaltete sich ein bisschen schwieriger als gedacht. Erst nach langem Suchen unter Zuhilfenahme von Google konnte ich nach 20 Uhr mein Gepäck abladen.

Einsam am Donaustrand
Eine kleine Kapelle in der Donau – nur schwimmendd zu erreichen
Das erste Mal ans andere Ufer
Zurück im Verkehr- hier in Linz
Auch in Österreich wird für Klimaschutz demonstriert

Nach einem üppingen Frühstück im Hotel Lokomotive muss ich erst mal quer durch die Stadt Linz wieder zurück auf den Donauradweg. Doch diesmal geht es problemlos, auch ist der Verkehr heute morgen noch nicht erwacht.

Auf einem asphaltiertem Damm geht es direkt am Donauufer entlang. Viele Sportler nutzen heute morgen schon diese schöne Strecke fürs Joggen, Inlinern oder Radefahren. Und natürlich sind auch schon viele Radtouristen unterwegs. Irgendwann muss ich mich entscheiden, ob ich den Weg links oder rechts der Donau entlang nehme. Doch es gibt eigentlich keine schlechtere Seite, nur eine noch bessere. Ich nehme die etwas kürzere Variante, habe ich heute doch wieder mehr als 120 km vor den Rädern. In Grein wechsle ich dann doch die Seite, um nach schönen 20 km wieder bei Ybbs auf das linke Ufer zurück zu kehren. Das Kloster Melk lasse ich dann aber rechts liegen, der Umweg wäre zu groß gewesen. Links und rechts des Ufers steigen jetzt Berge steil empor, oft sind sie mit Weinbergen bebaut. Ich bin jetzt in der Wachau. Es sieht hier genauso aus wie an der Mosel. Schöne kleine Weingüter laden zum Kosten ein. Und die engen Gassen der Dörfer mit ihren Gasthäusern zum Verbleiben. Und genau so mache ich es in Spitz. Ich übernachte in einem Gasthaus genau unterhalb einer Burgruine. So fällt diesmal eine lange Hotelsuche aus und ich bin bereits um 17 Uhr nach einer wiederum 125km Tour unter der Dusche.

Schöne Häuserzeilen in Linz
Aber es gibt auch die andere Seite
Immer wieder Burgen, Schlösser, Kloster
Selfie mit Donau und Kloster
Auf der anderen Seite: Das imposante Kloster Melk

Am anderen Morgen geht es weiter durch kleine Dörfer mit engen Gassen durch die Wachau. Dei Leute hier leben von zwei Sachen: dem Weinanbau und der Radtouristik. Es scheint so, dass jedes zweite Haus Gästebetten für Radler anbietet. Und dazu einen ausgezeichneten Wein. Immer wieder laden „Radlertreffs“ zum Essen und Trinken am Wegesrand ein. Meistens mit Ausblick auf die sich immer mächtiger präsentierende Donau oder .mit Blick auf Burgen und Schlösser. Allerdings sind die immer zahlreicheren und immer größeren Donauschiffe nicht nur Segen für die Einheimischen, sondern oft schon Fluch. So überfluten die Passagiere die Städte, ohne für entsprechenden Umsatz zu sogen. Sie haben ja meistens Essen und Trinken auf dem Schiff frei.

Die letzte größere Stadt vor Wien ist Krems. Auch die Gassen der Altstadt dieser geschichtsträchtige Stadt mit vielen Museen sind proppevoll.

Eine Umleitung des Radweges Richtung Wien kostet mich fast eine Stunde. Ohne große Kennzeichnung des Weges bist du schnell hilflos. Und gerade heute versagt auch noch der Akku des Handys, sodass eine Navigationsunterstützung ausfällt. So bin ich gezwungen, noch eine Kaffeepause in Tulln einzulegen, während mein Handy geladen wird.

Jetzt sind es noch 30 km bis Wien. Walter Hauer, mein Gastgeber und Führer für die weitere Tour fährt mir entgegen und wir treffen uns auf dem Radweg kurz vor Langenzersdorf. Wir kennen uns seit dem Andentrail 2014, wo er ein Begleitfahrzeug gesteuert hat. Seitdem ist die Verbindung nicht mehr abgerissen. Jetzt hat er mich zu seiner organisierten Tour „Cycling Kapathians“ eingeladen. Diese werden wir am Sonntag, den 14.7. starten.

Morgen bleibt noch ein Ruhetag, damit mir Walter und seine Frau Elisabeth die Stadt Wien mit ihren Sehenswürdigkeiten zeigen können.

Elisabeth und Walter zeigen mir die Weltstadt Wien. Ich bin ziemlich beeindruckt. Diese vielen beeindruckenden Gebäude, die Kultur und die Traditionen versetzen mich ein ums andere Mal gedanklich zurück in die Kaiserzeit.

Panama

  1. 4. 2018 Über die Grenze nach Panama

Es geht heute über die letzte Grenze. Noch 18 km in Costa Rica, dann haben wir auch dieses zentralamerikanische Land hinter uns gelassen. Wir haben eine tolle Landschaft mit vielfältigen Pflanzen und bei uns nur im Zoo sichtbaren Tieren erlebt. Die Ticas selbst sind gewöhnungsbedürftig. Das Land ist zu teuer im Verhältnis zur angebotenen Dienstleistung.

Die Grenzabfertigung an diesem Sonntagmorgen klappt reibungslos. Die Ausreise aus Costa Rica und die Einreise in Panama sind in einer guten Stunde erledigt.

Dann sind wir in Panama`. Da das letzte a eine Akzent hat, liegt die Betonung auf dem letzten Selbstlaut. Als wir vor 7 Wochen in Mexiko gestartet sind und uns die Leute gefragt haben, wohin wir wollen und wir Panama genannt haben, ist ihnen mit dem letzten a der Unterkiefer heruntergefallen und sie haben den Mund einige Sekunden offen stehen gehabt. Gleichzeitig haben sie große Augen gemacht. Das war bis Nicaragua signifikant, danach hat der  Startpunkt ungläubiges Staunen verursacht.

Die Panamericana ist ab der Grenze vierspurig mit Seitenstreifen ausgebaut. Es geht gleich mal richtig ab mit Rückenwind. Allerdings ist der Seitenstreifen bald nicht mehr befahrbar und wir müssen auf die Fahrbahn. Dazu bringen uns zwei, nicht steile aber lange Steigungen ordentlich ins Schwitzen.

Trotzdem sind wir schon vor 12 Uhr am Etappenziel in David. Nach kurzer Suche haben wir ein ordentliches Hotel gefunden. Wir werden noch besprechen müssen, ob wir morgen einen Ruhetag einlegen oder aber gleich weiterfahren. Die Stadt lädt nicht besonders dazu ein, einen Tag länger zu bleiben.

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16.4.2018  Panama City rückt näher

Wir haben die Uhren gestern eine Stunde nach vorne stellen müssen – Panama hat eine andere Uhrzeit. Daher ist es heute um 6 Uhr noch dunkel, wir müssen eine halbe Stunde später starten. Anfangs ist noch viel Verkehr, solange wir sind im Einzugsgebiet der drittgrößten Stadt Panamas sind. Danach wird es ruhiger auf der 4spurig ausgebauten P1. Wir haben wieder eine breite Standspur und genießen das relaxte Fahren auf einer fast neuen Fahrbahn. Heute morgen hatte mein hinterer Reifen wenig Luft. Nachdem ich vor der Abfahrt nachgepumpt habe, verliere ich während der Fahrt wieder Luft. An einer schattigen Stelle neben der Fahrbahn nehmen wir den Reifen von der Felge und füllen neue Dichtmilch nach. Das hilft.  Nach jetzt über 6 000 km und einem dreiviertel Jahr ist die Dichtmilch einfach fertig. Nach weiteren 15 km der nächste Stopp. Diesmal  kein Defekt. Wir treffen wieder zwei Rdtraveller, die sich gerade im Schatten eine Ruhepause gönnen. Er ist aus Argentinien, das Mädchen aus Mexiko. Ihre Räder sind voll beladen. Sie schlafen vorwiegend in  der Hängematte. Ihr Tagespensum liegt zwischen 20-30 km.  Der Argentinier macht sowas ähnliches wie eine „Walz“. Er hat Werkzeug dabei und repariert unterwegs, was ihm möglich ist. Sie sind auch in Mexiko gestartet und ihr Ziel ist auch Panama City. Er ist ganz verrückt nach einer Landkarte. Er will unbedingt an einen Pazifikstrand. Wir zeigen ihm grob den Weg auf einer Skizze in meinem Buch.

Wir selbst entschließen uns auch kurzfristig, die Panam für 15 km zu verlassen und den Strand von Las Lajas anzusteuern. Dort wollen wir nochmals einen Ruhetag am Pazifikstrand einlegen, bevor es dann auf den Endspurt Richtung Panama geht.

Kurz vor 15 Uhr fahren wir mit den Rädern direkt auf den herrlichen, menschenleeren kilometer weiten Strand und nehmen sofort ein Bad.  Erfrischung sieht zwar anders aus, aber die Wassertemperaturen des Pazifik kennen wir ja schon. Trotzdem tut das Wasser nach mehr als 8 Stunden auf dem Rad gut.

Wir finden ein einfaches Hostel. Dort erwartet uns schon ein Deutscher, der auch mit dem Rad von Florida hierher unterwegs war. Wir werden uns viel zu erzählen haben.

Die Etappe: David – Playa las Lajas, 89 km, 630 hm, 8:20 Std. unterwegs, max. 40°, Hostal Johnny, Las Lajas

Bilder folgen morgen.

 

17.4. 2018  Descansa a la playa

Ausschlafen und mal nicht in der Morgendämmerung schon die Satteltaschen wieder packen müssen – das tut richtig gut. Zum Frühstück gehen wir in das vornehmste Hotel am Beach. Vorher müssen wir aber mehr als 1 km dem Strand entlangwandern. Das Meer gibt viel Strand frei – es ist Ebbe und wir sind alleine am Strand.  Ein kurzes Bad – lange Strandspaziergänge, ein oder zwei Balboas (Leichtbier) an Johnnys Bar, Gespräche mit gestrandeten Jungs aus verschiedenen Ländern – das ist alles, was wir heute unternehmen. Es erwarten uns noch 4 Etappen bis zum Ziel in Panama City. Dabei ist die nächste noch der Knackpunkt. Danach ist voraussichtlich ausfahren angesagt.

Vamos!

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18.4. 2018 Die Königsetappe in Panama

Gestern Abend noch haben wir ein Bier getrunken mit 2 Franzosen und einer Mexikanerin. Sie sind mit einem alten VW Campingbus unterwegs durch Mittel- und Südamerika. Sie haben eine Privatinitiative gestartet mit einem Schulprojekt. Sie fahren verschiedene Schulen an und möchten sie in eine Community integrieren, wo Schulen verschiedener Länder miteinander vernetzt sind und sich austauschen können.

Heute morgen ist der Fahrer schon da, macht ein paar Fotos von uns und wir verabschieden uns wieder einmal herzlich. Ebenso von der Voluntärin Maren, die uns sehr gut in Johnnys Hostel betreut hat.

Mit großem Respekt gehen wir diese harte Etappe an. Erst müssen wir wieder die 12 km vom Strand zurück auf die Panam, danach geht es erst mal hügelig weiter, bevor der erste große Anstieg kommt. Der Verkehr auf der P1 ist mäßig, wir haben einen guten Nebenstreifen. Das Wetter meint es auch gut mit uns, es ist nicht zu heiß, allerdings bläst uns immer wieder heftiger Wind entgegen. Geschätzte 5 Mal müssen wir Wasser nachfassen. Gottseidank gibt es am Straßenrand immer wieder kleinere Kioske, wo wir uns versorgen können. Nach dem zweiten langen Anstieg machen wir eine kleine Mittagspause. Ich spüre, dass mein Akku allmählich ziemlich leer ist und Hermann macht die Führungsarbeit. Erst die letzten 25 km sind dann einigermaßen erholsam, es geht jetzt leicht bergab und wir haben immer wieder Rückenwind. Unser Ziel ist Santiago, zwischendrin gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit.  Wir finden aber ein schönes Ecohotel kurz vor Santiago und gönnen uns einen gewissen Luxus nach dieser Etappe. Dazu gehört auch ein Sprung in den Pool und mindestens ein Cerveza am Beckenrand. Heute morgen noch waren es 360 km bis Panama City, nach dieser Etappe sind es nur noch 250 km. Wir sind unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Morgen werden es allerdings nochmals über 100 km sein, allerdings mit wesentlich weniger Höhenmetern.

Die Etappe: Las Lajas – Santiago, 120 km, 1486 hm, 9:10 Unterwegs, Temp: max. 35 °, Hotel Vista Lago, Santiago

 

19.4.2018 Der Wind stoppt uns

Zuversichtlich starten wir wieder auf der PAN 1. Es geht relativ flach in Richtung Penonome, unserem heutigen Ziel. Durch die Stadt Santiago haben wir heftigen Verkehr, der auch später nicht wesentlich abreißt. Die ersten 40 km haben wir leichten Rückenwind, danach kommt er aber unerwartet von vorne und mit seitlichen Böen. Diese spüren wir mit unserem Gepäck umsomehr, bietet dieses doch ganz schön Luftwiderstand. Nachdem das Vorwärtskommen immer schwieriger und anstrengender wird, entschließen wir uns nach knapp 70 km, in der letzten größeren Stadt Aguadulce vor dem Etappenziel unsere Fahrt abzubrechen und eine Unterkunft zu suchen. Diese ist zwar sehr, sehr Basic, dafür einigermaßen günstig. Das positive: Wir haben jetzt bis Panama City weniger als 200 km vor unseren Rädern. Dafür haben wir noch drei Etappen vorgesehen.

Bilder gibt es keine. Grund: Wir haben erstmals kein Foto gemacht.

Die Etappe: Santiago – Aguadulce, 70 km, 270 hm, 6:30 unterwegs, max. 35 °, Hotel Sarita, Aguadulce

20.4. 2018 Heute gewinnen wir die Windlotterie

Wir hatten gehofft, dass der Wind über Nacht nachlässt. Doch er bläst heute morgen immer noch. Dann eine Schrecksekunde: Während des Frühstücks in einer kleinen Kneipe neben dem Hotel fällt mein Rad um und hat Plattfuß. Ich habe heute morgen wieder nachpumpen müssen. Dabei habe ich offensichtlich das Ventil nicht richtig zugemacht. Nochmals aufpumpen – die Luft hält jetzt. Nach einer kleinen, ungewollten Aufwärmrunde – wir finden die Panam nicht gleich – geht es verspätet los. Und auf der PAN 1 empfängt uns dann gleich wieder der Wind, der uns gestern zum Abbruch zwang. So geht es 40 km gegen den Wind. Wir wissen aber, dass die Straße dann in Penonome die Richtung von Ost auf Süd wechselt und wir dann zumindest den Wind nicht mehr von vorne haben. Bei Penonome stehen dann auch passend wieder Windturbinenfelder. Wenn hier nicht, wo dann? Nochmals bläst uns der Wind heftig ins Gesicht. Nach einer Pause an einer Autobahnraststätte kommt dannder große Bogen, den die Straße macht. Und sofort spüren wir, wie uns der Wind plötzlich richtig schiebt. Jetzt ist es eine Freude, auf dem teils guten Seitenstreifen, dazu noch leicht bergab, nur noch unterstützend in die Pedale zu treten. Die nächsten 30 km schaffen wir in einer Stunde. Danach dreht die Straße wieder, der Wind ist aber total weg bzw. haucht uns von hinten an.

In stetigem Auf und Ab geht es jetzt wieder ziemlich nahe am Pazifik entlang bis nach San Carlos. Wir haben uns mit dem Wind wieder versöhnt. Bereits vor 14 Uhr haben wir unser Etappenziel erreicht. Wir finden nach kurzer Suche ein Hotel am Pazifikstrand,  das unseren herabgeschraubten Ansprüchen in Panama genügt. Wir haben heute einen großen Schritt in Richtung Panama Stadt gemacht: Jetzt sind es noch 94 km bis zum Ziel. Das wollen wir noch auf zwei Etappen aufteilen.

Die Etappe: Aguadulce – San Carlos, 108 km, 460 hm, 7:00 Std. unterwegs, max. 38°, Hotel La Perla, San Carlos

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21.4. 2016  Panama City naht

Wir schlafen heute etwas länger. Das Frühstück ist dürftig – der Platz auf dem Balkon des Hotels dafür umso besser. San Carlos scheint ja ein richtig guter Surfspot zu sein. Haben uns gestern Abend mit einem Amerikaner aus Florida unterhalten. Er kennt die Szene und sagt, dass der Pazifik hier sehr gute Wellen bietet. Er ist schon 3 Monate hier.

Auf der Panamericana wird der Verkehr immer dichter und hektischer. Der Seitenstreifen ist oft nicht befahrbar. Und sobald wir auf die Fahrspur wechseln müssen, wird es eng. Vor allem die Fahrer der Collectivos scheinen keine Rücksicht auf Radfahrer zu kennen.

Dann folgt noch ein langer, steiler Anstieg, der uns nochmals richtig fordert. Ich bin froh, dass die Etappe relativ kurz ist.  Die Hotelsuche gestaltet sich heute außergewöhnlich schwierig. Zum ersten Mal werden wir an einem Hotel abgewiesen wegen Überfüllung. Wir bezweifeln das sehr. Überhaupt scheinen die Panamesen gewöhnungsbedürftige Menschen zu sein. Im zweiten Anlauf klappt es aber dann doch noch. Das Hotel ist sogar ordentlich, ganz im Gegensatz zu dieser Stadt.

Allmählich sehnen wir das Ende herbei. Der morgige Tag verspricht nochmals viel Hektik, bis wir über der Puente de las Americas  und in dem vorgebuchten Hotel im Zentrum sind.

Die Etappe: San Carlos – La Chorrera, 62 km, 620 hm, 4:20 Std. unterwegs, max. 36!, Hotel Babora, La Chorrera

22.4. 2018 Die Puente de las Americas als Zielband !

Es ist geschafft! Hermann und ich haben nach genau 8 Wochen seit dem Start in Cancun/Mexico heute die Puente de las Americas überquert und damit das Ziel erreicht. Jeden Kilometer dazwischen haben wir mit unseren Rädern zurückgelegt. Nach mehr als 3500 km mit mehr als 25 000 hm, nach vielen Höhen und Tiefen, nach dem Überqueren von 7 Staats-Grenzen und oft auch unserer eigenen Grenzen, hatten wir heute einen krönenden Abschluss.

Wir hatten heute morgen beim Start schon Bammel vor dieser letzten Etappe. Hatte uns der Verkehr die letzten Tage hohe Adrenalinausstöße verursacht, so waren wir auf einen furiosen Schluss fixiert. Doch der Verkehr war heute am Sonntagmorgen erträglich. Wie immer die letzten Tage nervten nur die Busse und Collectivos, die uns schier die Waden abrasierten. Dann die letzte Spannung: Wie würden wir über die vierspurige Brücke kommen?  Bei Beginn der Brücke mussten wir die linke Seite nehmen, dort ist eine schmale Schiebespur. Und am Ende der Brücke das gleiche wieder zurück. Dazwischen schoben wir die Räder über die Brücke, ein Blick immer nach unten auf den Panamakanal mit dem Containerhafen.

Dann die absolute Überraschung: Auch in Panama war heute, wie in vielen Südamerikanischen Städten Ciclovia – das heißt, viele Straßen sind gesperrt für Radfahrer. Wir kosteten das voll aus und drehten noch eine wunderbare Ehrenrunde zu einer Insel und eine Schleife auf dem Pazifik – ganz ohne Autos, mit Blick auf die imposante Skyline Panamas. Es war unbeschreiblich, mit dieser Fahrt unsere Tour beschließen zu können. Schnell vergessen war der kübelweise Schweiß, den wir die letzten Tage und Wochen unter der erbarmungslosen Sonne Zentralamerikas vergossen hatten.

Schmerz vergeht, Stolz bleibt.

Jetzt haben wir noch ein paar Tage, die wir nützen werden, um noch einige Sehenswürdigkeiten, vor allem aber den Panamakanal zu besichtigen. Danach gilt es noch, die Räder zu verpacken und die Rückreise zu organisieren.

Ich werde die nächsten Tage nochmals einen Bericht schreiben, um meine Eindrücke und Schlussfolgerungen zu vermitteln.

Euch vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und Kommentare. Sie haben uns immer wieder neu motiviert.

Die letzte Etappe:  La Chorrera – Panama City, 54 km, 460 hm, max. 36°, 5:40 unterwegs, Hotel Sevilla Apart, PC

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25.4. 2018  Rückblick  – mein Fazit

Drei Tage sind nun seit unserer Ankunft in Panama City vergangen. Das in den letzten 8 Wochen Erlebte hat sich etwas gesetzt – verarbeitet habe ich es aber noch nicht. Das wird länger dauern.

Das zuletzt erlebte überlagert das zuvor erlebte. Wenn ich nicht Tagebuch geführt hätte, wäre es schwer gewesen, mich an drei oder mehrere Tage zurück zu erinnern. Doch allmählich kommen auch die älteren Erlebnisse wieder zum Vorschein.

Signifikant war, dass die nördlicheren Länder, die wir zuerst besucht hatten, – Mexiko, Guatemala, El Salvador, Nicaragua noch mehr Ursprünglichkeit hatten als die zuletzt besuchten Costa Rica und Panama. Diese beiden Länder sind fast schon Außenstellen der USA. Das Leben hier ist stark geprägt vom Amerikanismus. Die Preise sind ähnlich der unseren. Die dagegenstehende Dienstleistung ist jedoch katastrophal. Es gibt hier schon eine gut situirte Mittelschicht, die sich einen gewissen Luxus leisten kann.  Andererseits sind uns nirgends so viele Bettler begegnet wie gerade in diesen beiden Ländern. Herrscht in Mexiko und Guatemala mehr Solidarität oder sind die Menschen dort zu stolz, um jemand anzubetteln? Auf jeden Fall haben wir in diesen Ländern noch viel Tradition und Zufriedenheit erlebt. Sie sind dort auch stolz, Nachfahren der Mayas zu sein.

Auch in Nicaragua scheint die Solidarität und der Sozialismus mehrheitlich vorzuherrschen, jedoch gibt es hier große Meinungsverschiedenheiten. Gerade haben wir gehört, dass es dort wieder zu bürgerkriegsähnlichen Handlungen gekommen ist. Es brodelt  gewaltig. Auch die Aussicht, einen von einem Chinesen finanzierten Kanal vom Atlantik zum Pazifik zu bekommen, spaltet die Menschen. Anscheinend kreuzen amerikanische Kriegsschiffe vor der nigaraguanischen Küste. Die Amerikaner werden dieses Vorhaben mit aller Macht durchkreuzen wollen.

Heute haben wir den Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen besucht. Da der Untergrund in dieser Gegend sehr felsig ist, wurde sehr viel Sprengstoff für den Bau verwendet. Aber auch seit der Inbetriebnahme 1914 birgt er immer noch viel politischen Sprengstoff. Wer hier das Sagen hat, hat alle wirtschaftlichen und militärischen Trümpfe in der Hand. Zwar ist er seit 1999 voll in panamesischer Hand und Verwaltung, doch der big brother hat nach wie vor die Fäden in der Hand.

Es sollte nicht verschwiegen werden, dass der Kanal ein technisches  Wunderwerk ist. Zurecht zählt er zählt seit 1994 zu den sieben Weltwundern.  Bis zu 65 Schiffen verkehren täglich auf dem Kanal und den Schleusen. So sprudelt auch die Geldquelle für Panama sehr ergiebig. Der Tagesumsatz liegt bei 7 Millionen US Dollar.

Irgendwie haben wir das Gefühl, dass hier in Panama irgendwie jeder direkt oder indirekt von diesem Kanal profitiert. Darüber scheinen sie zu vergessen, dass sie selbst auch irgendwas beitragen können, um die Besucher mindestens zu befriedigen, besser wäre zu begeistern. Die überwiegende Mehrheit der Panamesen ist unfreundlich, gleichgültig und stets ernst. Die gehen vermutlich zum Lachen in die Schleusenkammern des Kanals. Welch Unterschied zu den Ländern Guatemala und Mexiko, wo die Heiterkeit, Zufriedenheit und Unbekümmertheit zuhause zu sein scheint!

Was jedem Rad-Tourero klar sein muss, wenn er Zentralamerika bereist, ist der Straßenverkehr. Der Zentralamerikaner ist insgesamt sehr relaxt und nie in Zeitnot. Aber nur solange er in keinem Auto sitzt. Dann versucht er nämlich irgendwie die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Und das bei sehr schwierigen Bedingungen. Sein Untersatz, sprich Fahrzeug ist oft in einem erbärmlichen technischen Zustand und die Straßen stehen dem in nichts nach. Hier aufs Bankett geraten, bedeutet nie mehr auf die Straße zurück zu kommen. Nicht umsonst sind die Zahlen der Verkehrstoten und Verletzten in Mittelamerika enorm hoch. Die größte Gefahr für den Radfahrer geht also vom Verkehr aus.

Wir haben zwar von Überfällen auf Radfahrer gehört, haben uns aber stets sicher gefühlt. Wenn man den Hinweisen der Tourismusbehörden folgt und vor allem nicht nachts fährt, ist man eigentlich sicher vor irgendwelchen Überfällen.

Alle unsere gemachten Erfahrungen sollten keinen Radfahrer davon abhalten, diese Länder zu bereisen. Das Positive überwiegt bei weitem.

Die wechselnden Landschaften, die Kultur, die kolonialen Städte und Bauten der Mayas sind grandios. Das einprägsamste und tiefgehendste sind allerdings die Begegnungen mit den Menschen.  Sie sind der wirkliche Reichtum. Und da wurden wir reich beschenkt.

Daher sagen Hermann und ich  GRACIAS MEXIKO, GUATEMALA, EL SALVADOR, NICARAGUA, HONDURAS, COSTA RICA, PANAMA

HASTA LUEGO !

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Costa Rica

6.4.2018  Irrfahrt auf der Halbinsel Nicoya

Das Abendessen gestern nehmen wir in einem Restaurant mit Mirador ein. Es ist ein besonderer Platz: Man sieht auf eine Pazifikbucht hinunter, leider sind wir erst nach Sonnenuntergang dort. Schade! Vier haben einen Sonnenuntergang über dem Pazifik verpasst.

Heute morgen sind wir schon vor 6 Uhr im Sattel. Auf ganz neuer Straße geht es nach Liberia. Allerdings hat diese Straße keine Schulter, sondern es geht von der Straße gleich einen halben Meter runter in die Prärie. Das ist vor allem ein Balanceakt, wenn die großen Trucks vorbeiziehen. Es bleibt praktisch kein Fluchtweg, wenn diese Ungetümer einem zu nahe kommen. Eigentlich geht es durch einen spektakulären Trockenwald – wir haben leider kein Auge dafür. Später geht es dann in riesige Weideflächen über. Eine Rancho folgt der anderen. In  Rekordzeit sind wir in Liberia. Nach kurzem Navigieren finden wir die Straße Richtung Filadelfia – Santa Cruz. Obwohl es gut läuft ist der Verkehr ziemlich nervend. Viele Ticas wollen anscheinend am Wochenende an einen der vielen Playas. Schon um 11.30 Uhr sind wir nach 92 km eigentlich an unserem Etappenziel Filadelfia. In einer weiteren guten Stunde wären wir in Santa Cruz. Die eigentliche Route sieht aber von Filadelfia eine Nebenstraße vor Richtung San Pedro. Wir wollen diese eigentlich erst morgen fahren. Nachdem uns aber mehrere versichert haben, dass es unterwegs Unterkünfte gibt, gehen wir die nächste Etappe gleich an. Der Asphalt endet gleich außerhalb der Ortschaft. Eine wilde Offroadstrecke beginnt. Viele mit Zuckerroher beladene LKWS begegnen uns – nicht ohne uns in eine riesige Staubwolke eintauchen zu lassen. Wir erkundigen uns mehrmals nach einer Unterkunft in der nächsten Ortschaft Ortega. Ja, es gibt ein Hotel. Nach 2 Stunden wildem Durchschütteln und einem Sturz im tiefen Kies von Hermann errreichen wir Ortega. Hier gibt es aber weit und breit keine Unterkunft. Nach kurzer Überlegung entschließen wir uns, nach Santa Cruz zu radeln. Denn dort gibt es sicher eine Unterkunft. Das sind aber nochmals 24 km Offroad. Nach fast 2 Stunden weiterer Fahrt erreichen wir dann Santa Cruz müde und verstaubt. Aus den geplanten 90 km sind 132 km geworden.

Schnell haben wir Cabanas zu einem vernünftigen Preis gefunden. Aber das schier nicht für möglich gehaltene passiert hier: Es gibt ein Gewitter mit Regen. Wir bekommen die ersten Regentropfen seit 3 Wochen ab. Ob es aber wirklich abkühlt? Morgen werden wir es wissen.

Heute gibt es leider keine Bilder.

Die Etappe: La Cruz –  Filadelfia – Ortega – Santa Cruz, 132 km, 42 km offroad,  420 hm, 39,5° Tempf. max Cabanas Santa Cruz

 

8.4. 2018  Jetzt sind wir in Costa Rica angekommen

Der Gewitterregen hat letzte Nacht noch angedauert. Heute morgen ist die Luft feucht, aber irgendwie auch frischer. Wir starten wieder um 6 Uhr mit großem Respekt. Werden wir wieder starken Verkehr haben? Anfangs ist ziemlich viel los auf der Straße, es wird aber zunehmend weniger. Dafür verändert sich die Landschaft. Wir fahren durch Trockenwälder, Regenwälder und durch landwirtschaftlich angebaute Flächen. Auf den Feldern werden gerade Melonen und Kürbisse geerntet.  Dann plötzlich hören wir zwischen dem Verkehrslärm das Brüllen von Affen aus den Wipfeln der Bäume. Wir schauen ihnen beim Frühsport zu, wie sie von Ast zu Ast springen. Nach 60 km biegt der Hauptverkehr links ab und wir sind für die nächsten 30 km fast alleine auf der Straße. Der Verkehrslärm ist schnell vergessen. Jetzt hören wir nur noch das Singen der Vögel und andere Tierlaute aus dem dichten Wald. Dann biegt die Straße auf den letzten 7 km nochmals ab und führt durch eine tropische Landschaft mit Palmen, Blumen in allen Farben und Mangobäumen.

Unser Ziel war es eigentlich, heute die Fähre von der Halbinsel Nicoya nach Puntarenas zu nehmen. Diese geht täglich viermal, unter anderem um 12.30. Kurz vor 12 Uhr fahren wir über den letzten Hügel und sehen ein schönes Hotel in toller Lage mit Sicht auf die Bucht. Nachdem es gar nicht so teuer ist, entschließen wir uns, hier einen entspannenden Nachmittag und eine Nacht zu verbringen, bevor wir dann morgen Vormittag die Fähre nach Puntarenas nehmen.

Heute haben wir einen Eindruck von Costa Rica bekommen. Es war letztendlich einer unserer schönsten Etappen.

Die Etappe: Santa Cruz – Playa Narjando 91 km, 460 hm, 5:30 unterwegs, max. 35° Temp. Hotel El Paso, Playa Narjando

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8./9.4.2018 Mit der Fähre nach Puntarenas

Nach dem spärlichen Frühstück im Hotel geht es nur einen knappen Kilometer bis zur Fähranlegestelle. Pünktlich um 8 Uhr startet diese, vorbei an mehreren kleinen Inseln über die Bucht zum Festland. Nach 70 Minuten legen wir in Puntarenas an. Es empfängt uns auch hier schwüle Hitze. Nach einer kleinen Besichtigungsfahrt auf der schmalen Halbinsel finden wir auch gleich Cabanas zu günstigem Preis. Allerdings können wir erst um 13 Uhr einchecken. Am Nachmittag kommt dann starker Wind auf. Dadurch wird die Hitze etwas erträglicher und wir nehmen am Nachmittag im Pazifik ein nicht erfrischendes Bad. Es ist wie bei einem Warmbadetag in einem Thermalbad.

Heute ist nochmals Waschtag und Fahrradinspektionstag angesagt, bevor es dann auf die nächsten 4 Etappen in Costa Rica geht. Diese werden uns 3 Tage lang mehr oder weniger am Pazifik entlangführen, an den Ferienspots der Europäer.

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10.4.2018 Fahrt  ins Urlauberparadies

Gestern abend  haben wir nochmals die relaxte Atmosphäre in Puntarenas genossen. War am Sonntag noch reger Betrieb, so ist heute Montag absolute Ruhe eingekehrt.  Mit dem Rad den kilometerlangen, fast menschenleeren Strand abzufahren ist einfach entspannend. Einige gut genährte Joggerinnen laufen im Kampf gegen die Kalorien an unws vorbei. Am Abend genießen wir dann den Sonnenuntergang über der Bucht von Nicoya. Wir leisten uns an einem kleinen Kiosk am Strand noch einen Hamburger. Zubereitet von einer Frau aus Venezuela. Während sie kocht, schimpft sie fortwährend auf Chavez und Maduro und fährt mit dem Messer am Hals entlang. Kopf ab – sie hatte genug und versucht jetzt ihr Glück in Costa Rica. Es scheint nicht die einzige zu sein Am Morgen schon sprach uns ein dunkelhäutiger Mann an, der gerade an einem Omnibus rum schrubbte. Er ist Honduraner und 15 Jahre lang für Hapag Lloyd zur See gefahren. Dann wurden mehr und mehr Philippinos angeheuert und sein Lohn sank um mehr als die Hälfte. Jetzt verdient er gutes Geld in Costa Rica.

Wir kommen heute morgen wieder kurz nach 6 Uhr weg und trotz dichtem Verkehr schon zu dieser frühen Stunde kommen wir gut vorwärts. Erst haben wir sogar einen Radweg, danach eine breite Standspur auf der Nationalstraße 34. Wir haben schon 36 km gekurbelt, als wir uns am Straßenrand ein kurzes Frühstück leisten. Es geht zügig weiter. Nach etwa 50 km, bei der Brücke über den Rio Tarcoles, schauen wir nach unten. Wir haben schon vorher gehört, dass hier meistens Krokodile im und am Wasser zu sehen sein sollen. Und so ist es auch. Zwar sind sie kaum auszumachen, da sie sich nicht bewegen – weder an Land noch im Wasser. Erst als wir eine Mango reinwerfen, kommt Bewegung auf – um danach umso schneller wieder in Regungslosigkeit zu verfallen. Das können wir uns nicht leisten. Es geht weiter und nach einem knackigen Schlussanstieg und einer schnellen Abfahrt sind wir kurz nach 12 Uhr schon an unserem Etappenziel Playa Jaco, ein Retortenort für amerikanische und europäische Urlauber.

Allerdings sehen wir von denen nicht viel, als wir gleich nach dem Mittagessen ein Bad im Pazifik und einen Strandspaziergang machen. Es soll ein Surferparadies sein – doch wo sind sie? Die Wellen sind gewaltig – daran kann es nicht liegen. Und im ganzen Ort gibt es fast nur Surfshops und Surfschools. Riesige Betonblöcke stehen am Strand – doch wo sind die Urlauber?

Wir schaffen es gerade noch ins Hotel, dann legt ein ordentliches Gewitter los. Ist das schon der Anfang der Regenzeit? Wir hoffen nicht.

Die Hotelbesitzerin ist eine Deutsche und eine hervorragende Köchin. Sie bereitet uns ein Mittag- und Abendessen, wie wir es schon lange nicht mehr hatten. Ihr Mann ist Franzose und sie waren früher auf Reunion. Jetzt haben sie dieses Hotel gepachtet. Und ihr gefällt es hier absolut nicht. Sie kommt weder mit den Ticos noch mit den deutschen  Gästen klar.

 

11.4.2018 Die erste Regenfahrt

Wieder kommen wir pünktlich weg.  Aber erstmals ist es morgens stark bewölkt mit dunklen Wolken. Und es geht auch bald los mit schauerartigem Regen. Schon nach 15 km bekommen wir den ersten Guss ab. Kaum sind wir trocken, folgt der nächste Schauer. Das gute dabei ist, dass die Temperatur konstant bei 22° bleibt. So spielt es zunächst keine Rolle, ob wir vom Schweiß oder vom Regen nass werden. Wir haben eigentlich unser Etappenziel Playa Espadilla schon erreicht – fahren aber weiter – es ist erst 10 Uhr. Nach 60 km stoppt uns aber dann ein so heftiger Regen, dass eine Weiterfahrt viel zu gefährlich wäre. Zwar ist der Verkehr nicht so stark, aber wir sind in dem Regen kaum sichtbar und sehen auch selbst nichts mehr. Bei einem Restaurant machen wir deshalb eine Regenpause. Es schüttet aber fast 2 Stunden lang wie aus Kübeln. Danach wird es etwas heller und wir nützen es, um weiter zu kommen. Es geht weiter kilometerweit durch Palmenplantagen. Offensichtlich wird hier Palmöl in großen Mengen produziert. Wir fahren en einigen solchen – von weitem schon stinkenden Betrieben vorbei. Es nieselt nur noch leicht. Schon wieder trocken erreichen wir Dominical. Auch hier ist wieder ein Surfstrand. Doch wir wollen hier nur übernachten. Das reicht uns nach über 110 km Fahrt mit Regenpause. Nach kurzer Suche finden ein günstiges Cabana. Trotz Regen haben wir eineinhalb Etappen geschafft. Damit haben wir uns heute wieder ein Bier verdient.

12.4.2018  Vergnügungsfahrt an der Pazifikküste

Gestern Abend unterhielten wir uns noch mit einem Deutschen aus Potsdam, der mit seiner Frau und einem 6jährigen Mädchen auf Weltreise ist. Er wird noch 2 Monate unterwegs sein, sein Weg hat ihn auch nach Costa Rica geführt. Seine Tochter hat doch ab und an Heimweh und vermisst ihre Freundinnen aus dem Kindergarten. Nach einem Besuch eines Freundes in Silikon-Valley wird es dann im Juni nach Hause gehen.

Gestern Abend hat es wieder geregnet. Heute morgen ist es aber fast wolkenlos. Es geht gegen die aufgehende Sonne munter rauf und runter, fast immer mit Blick auf die Pazifikküste. Wir genießen die frische, sauerstoffgeschwängerte Luft in vollen Zügen. Teilweise hängen die Lianen bis auf unsern Fahrstreifen  in der Fahrbahn. Wir sind so mit unserer Umgebung beschäftigt, dass wir erst nach 50 km allmählich Hunger spüren. Doch wir finden kein geeignetes Restaurant am Wegesrand. Unterwegs treffen wir heute zwei Kollegen: Radtraveller aus Argentinien. Der eine fährt in die gleiche Richtung wie wir, der andere kommt uns entgegen.

Ich erlebe eine kurze Schrecksekunde, als ein dürrer Ast von einem Baum auf mich herunterfällt und mich am Arm trifft. Gottseidank nur ein kleiner Kratzer und ich bin froh, den Helm aufgehabt zu haben.

Wir entschließen uns, einen Abstecher zum Corcovado Nationalpark zu machen und hoffen, in Puerto Cortes ein Boot zu bekommen. Das erweist sich aber als Trugschluss. Nach einem späten Frühstück fahren wir weiter bis Palmar Norte. Von dort geht eine 17 km lange Seitenstraße zu den Mangroven. Dort wollen wir eine Bootsfahrt auf einem Fluss machen und danach dort übernachten.

Nachdem wir uns einquartiert haben,  bewölkt es sich sehr schnell und ein Gewitter zieht auf. Wir starten trotzdem mit dem Boot, müssen aber nach 10 Minuten umdrehen, da es wie aus Kübeln schüttet und ein starkes Gewitter mit gewaltigen Blitzen aufzieht. Da wir nicht auf diese Schiffsfahrt in die Mangroven verzichten wollen, machen wir aus, es morgen früh um 7 Uhr nochmals zu probieren. Danach wollen wir dann auf unsere Strecke zurück und den Weg Richtung Panama fortsetzen.

 

 

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13.4. 2018  Wir bleiben in Sierpe NP Corcovado

Ja, wir sind tatsächlich kurz nach 7 Uhr an der Ablegestelle am Fluss. Auch unser junger, gut englisch sprechender Tica ist schon da. Wir sind froh, gestern die Fahrt abgebrochen zu haben und heute bei bestem Wetter dieses Abenteuer zu erleben. Der junge Guide hat uns ja schon gestern von der Artenvielfalt und den vielen Tieren, die es in Costa Rica gibt, erzählt. Heute erleben wir sie live. Alle Arten von Pflanzen, Vögeln, Affen, Schildkröten, Krokodilen, Kaimanen, Leguanen, Fischen und Schlangen spürt er zielsicher auf und fährt mit dem Boot ganz nah ran. Wir können den Krokodilen in die Augen sehen und  die Gesichter der Weißgesichtsaffen erkennen. Das hier aber ist kein Zoo – das ist Natur pur. Er erklärt uns, warum die Krokodile stundenlang regungslos im Wasser liegen und die Boas nach einem Festmahl bis zu 10 Tagen an der gleichen Stelle im Baum hängen.

Eigentlich haben wir ja nur eineinhalb Stunden gebucht. Es werden fast zweieinhalb. Wir spüren, wie emotional unser Führer diese Tour nimmt und er freut sich über unser Interesse. So steigen wir sehr beeindruckt um halb Zehn aus dem Boot. Inzwischen ist es schon wieder schwülwarm.  Beim Frühstück entscheiden wir uns, heute gar nicht mehr weiterzufahren. Nachmittags soll es wieder gewitterig werden. So steht unser Entschluss schnell fest: Wir bleiben noch einen Tag hier und fahren morgen früh wie gewohnt um 6 Uhr los.

Wir sind fast die einzigen Gäste im „Hotel“ am Fluss, Außer uns ist nur noch Klaus, ein deutscher Schatzsucher hier. Er erzählt uns unglaubliche Geschichten und ist dabei an der Küste, nicht weit von hier, einen Schatz mit Diamanten und Münzen zu heben. Es sind wohl schon einige Menschen gestorben, die auch an den Schatz wollten. Ob alles stimmt?  Spannend sind seine Geschichten allemal. Jedenfalls werden wir heute N

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achmittag  mit ihm Kaffee trinken und noch mehr über seinen Schatz erfahren.

Gerade fängt es wieder an zu regnen. Tatsächlich beginnt die Regenzeit in diesem Jahr einen Monat früher. Sie sagen es alle. Pura vida!

 

14.4.2018  Interessante Begegnungen auf der Panamericana

Unser Schatzsucher  Klaus ist heute morgen eine Schatz und macht uns schon um 6 Uhr einen Kaffee. Und er weiß schon Neuigkeiten: Trump hat Syrien angegriffen. Er ist auf dem laufenden – wir wissen selbst noch nicht, wie die Situation einzuschätzen ist. Haben nicht so viel von der laufenden Politik mitbekommen während unserer Reise.

Es gibt eine herzliche Verabschiedung. Hermann bekommt seine Telefonnummer, falls wir doch noch in die Schatzsuche eingreifen sollen.

Erst müssen wir wieder 15 km zurück auf die Panamericana.  Erst durch leichten Nebel, der sich dann aber zurückzieht und nur noch über den Bergen vor uns hängt. Es läuft wieder wie geschmiert, die Straße ist gut, der Verkehr überraschend wenig. Auch die Autofahrer scheinen heute den Fuß vom Gaspedal zu nehmen. Auf der Strecke – wir machen gerade eine kleine Pause, da ich mich heute schlapp fühle -begegnet uns  eine Radtravellerin. Sie heißt Philomena, ist ganz allein unterwegs, ist Französin und kommt von Brasilien, Peru, Kolumbien. Dann ist sie mit dem Flugzeug nach Panama geflogen. Dort ist sie vor gut einer Woche gestartet und will ungefähr die gleiche Strecke fahren wie wir, allerdings in die andere Richtung. Wir tauschen Erfahrungen aus, geben ihr Tipps und 2 Karten und bekommen von ihr die e-mail Adresse. Ein unglaubliches Mädchen, ganz alleine unterwegs, mit einem Fahrrad wie du es bei uns auf dem Schrottplatz findest.

Inzwischen ist es wieder schwülheiß und es ziehen Gewitterwolken auf.  Wir machen 14 km vor unserem Ziel nochmals eine Trinkpause. Vor dem Kiosk ist wohl eine Bushaltestelle. Es stehen einige schwarzhäutige Jungen vor dem Kiosk. Schnell kommen wir ins Gespräch. Sie sind aus Bangladesch, Pakistan und aus Sierra Leone. Sie warten alle auf den Bus. Die einen wollen nach Nordamerika, der Afrikaner nach Kanada. Mit traurigen Augen erzählt er uns, wie er zusehen musste, wie sei seinen Vater und zwei Geschwister umbrachten. Sie kamen über Brasilien und Südamerika und sie wissen, welch ungewisse Wege noch vor ihnen liegen. Aber sie sind entschlossen, in einem anderen Land einen neuen Anfang zu wagen. Es scheint sehr unsicher, ob ihnen das gelingen wird.

Da ist unsere Reise dagegen eine Vergnügungsfahrt, auch wenn viele Costa Ricaner ein ungläubiges Gesicht machen, wenn wir erzählen, woher wir kommen und was unser Ziel ist.

Schon vor 12 Uhr erreichen wir das Etappenziel in Ciudad Neily. Es ist die letzte größere Stadt vor der Grenze zu Panama. Die letzte Grenze werden wir dann morgen nach 20 km überfahren.

Die Etappe: Sierpe – Ciudad Neily, 90 km, 434 hm,  5:30 Std. unterwegs, max 40° Temp. Hotel Wilson, Ciudad Neily

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Nicaragua

30./31.3.2018  Schon wieder über die Grenze

Ein kleiner Schock zur Morgenstunde. Hermann sieht , dass sein Rad schon wieder Plattfuß hat. Und er hat keinen Schlauch mehr. Er kann den Schlauch zwar flicken, wir wissen aber, dass jetzt nichts mehr passieren darf unterwegs. So geht es mit mulmigem Gefühl Richtung Grenze. Die Straße ist eine Zumutung. Sie ist zwar asphaltiert, ist aber so holprig und löchrig dass wir permanent durchgeschüttelt werden. Trotzdem schaffen wir die 40 km zur honduranischen Grenze in gut 2 Stunden. Die Ausreise an der honduranischen Grenze erfolgt problemlos. Es ist ja Feiertag und ganz wenige Menschen sind unterwegs. Dasselbe an der nicaraguanischen Einreise. Wir scheinen die einzigen Einreisenden zu sein heute morgen. Trotz dem Formblatt, dass uns der Angestellte im salvadoranischen Reisebüro vor zwei  Tagen ausgestellt hat, scheint es Probleme zu geben. Letztendlich sind wir aber dann doch nach  einer guten Stunde durch. Wir sind in Nicaragua angekommen, unserem sechsten Land der Reise.

Es hat sich einiges verändert. Die Menschen sind freundlicher – die Straßen besser. Es hat so gut wie keinen  verkehr. Die erste Stadt in Nicaragua – Somotillo – ist eigentlich unser Etappenziel.  Nach einem kleinen Imbiss versuchen wir trotz Feiertag ein Radgeschäft zu finden. In Google Maps ist eines ausgewiesen. Auf dem Weg dorthin fragt uns ein Junge, was wir suchen. Er sagt, er kennt eines. Zuerst klingelt er an einem Haus, dort macht niemand aus, dann fährt er weiter zu einem „Gemischtwarenladen“.  Dort haben sie tatsächlich einen Schlauch – aber nur einen 26er, Hermann braucht aber 28. Er nimmt ihn trotzdem mit, zur Not könnte es gehen. Auf dem Rückweg dann, kommen wir an dem Haus vorbei, in dem der Junge vorher geklingelt hatte, aber niemand aufmachte. Jetzt steht eine Oma vor der Tür und fragt, was wir wollen. Sie geht hinein – und kommt tatsächlich mit einem 28er Schlauch zurück. Sie hatte sowas tatsächlich in einem „Nähkästchen“ . Erleichtert fahren wir weiter. Trotz der Hitze ist es traumhaft zu fahren – kein Verkehr und gute Straße. Irgendwann nach mehr als 20 km taucht ein Restaurant am Wegesrand auf. Es ist eine „Oase“ in der Wüste  und heißt „Rancho de  Bonanza“. Der Wirt sagt, dass es hinter dem Restaurant auch einen Swimming-Pool gebe. Wir schauen den Platz an und kommen auf die Idee, hier zu zelten. Ja, das ginge schon, sagt der Besitzer. Wir, die Gringos, sind sehr bald die Exoten im Pool. Kinder und Erwachsene scharen sich um uns. Einige Runden Bier und Schnaps werden spendiert. Nach einem guten Abendessen schlagen wir aber nicht unsere Zelte auf, sondern legen uns einfach in die Hängematten, die unter einem Strohdach aufgehängt sind. Wir verbringen die Vollmondnacht im Freien. Ein Erlebnis der besonderen Art. Am Morgen fehlt mir zwar ein Radshirt und ein Fahrradhandschuh -trotzdem geht es guten Mutes und mit etwas Schlafdefizit auf die nächste Etappe nach Leon. Die Straße ist nach wie vor ein Traum und der Verkehr nach wie vor nicht vorhanden. Wir fahren an großen Bananenplantagen vorbei, es wird wieder grüner, der Gegenwind allerdings immer heftiger. Nach 20 km folgen wir der Abzweigung  einer ganz neuen Straße. Diese ist noch auf keiner Karte eingezeichnet. Sie geht direkt nach Managua. Lange suchen wir nach einer Möglichkeit, zu frühstücken. Wir finden sie dann nach einer Abzweigung Richtung Leon. Polizeibeamte erklären uns, dass es ab hier nur noch 28 km nach Leon seien. Wir nehmen diesen Weg, da es auf der neuen Straße Richtung Managua keine Ortschaften in erreichbarer Nähe geben sollte. Doch die Kilometerangaben sind weit daneben. Es sind nicht 28 km, sondern 39 km. So kommen wir doch auf 95 km bis wir in Leon sind. In dieser Stadt ist ganz schön was los – sie hat einen schönen kolonialen Altstadtkern – ähnlich dem in Antigua. Viele Touristen tummeln sich hier. Morgen geht es weiter nach Managua – der Hauptzstadt Nicaraguas. Dort gibt es dann einen Ruhetag und hoffentlich Zeit, etwas auszuschlafen. (Bilder folgen)

1.4.2018  Hart gegen den Wind in die Hauptstadt Nicaraguas

Es ist heute Ostersonntag, kein Grund für uns, Ostereier zu suchen oder auszuschlafen. Wie schon gewohnt starten wir um 6 Uhr in Leon. Dank Garmin Navigation finden wir schnell aus der 200 000 Einwohner-Stadt. Dann allerdings die Oster-Überraschung – keine Eier, sondern Offroad. Das war so nicht vorgesehen. Wir wollen auf die NIC 24 – da bleibt nichts anders  übrig-. Große Steine, Sand, durch viele kleine, arme Behausungen, zwischen drin finden wir uns in Kuhherden wieder – so geht es fast 30 km  bis La Paz. Dort wird gerade Ostern gefeiert – mit Musik, Böllern und der Christusstatue auf den Schultern vieler Männer. Sie wird durch das Dorf getragen. Unsere Räder tragen uns weiter – jetzt auf Asphalt. Aber wir fahren gegen den Wind. Bisher hatten wir ja viel Glück – der Wind kam meistens von hinten. Heute, am Ostersonntag, rächt er sich an uns. Wenigstens der Verkehr ist nicht nervend. Nach etwa 60 km erreichen wir das Ufer des Managua-Sees mit dem schlotenden Momotombo-Vulkan dahinter. Der See ist ganz schön aufgewühlt vom Wind. Für uns gut, denn dadurch ist es nicht so warm. Die Temperaturen bleiben unter 40°. Irgendwann erreichen wir die Vororte Managuas. Ein kleiner Imbiss, danach wollen wir auf Hotelsuche. Das ist aber gar nicht so einfach. Wir machen eine halbe Stadtrundfahrt bis wir ein geeignetes Hotel finden. Wir haben ja morgen einen Ruhetag, und da wollen wir schon einen kleinen Luxus.

Spontan lädt uns hier im Hotel am Pool ein nica- Kaffeefarmer zu ein paar Bier ein. Da sagen wir nicht nein. Seine Frau ist Ärztin, es geht im nicht schlecht in dem sozialistischen Land – er liebt es jedenfalls.

Managua, die Millionenstadt und Hauptstadt Nicaraguas wurde bei dem Erdbeben 1972 fast ganz zerstört. Man sieht fast keine Hochhäuser – die Stadt ist flach, dafür großflächig an den Managua-See gebaut. Sehenswert eigentlich nur die Ruine der Kathedrale und die schattenhafte Statue Sandinos. Die Stadt ist umgeben  von 14 noch meist aktiven Vulkanen.

Wir haben vor, morgen an unserem Ruhetag, am Malecon entlang zu schlendern, ein gutes Essen, einen Cafe und ein oder zwei Cervezas zu genießen. Das gönnen wir uns am Ostermontag.

 

Die Etappe: Leon – Managua, 102 km, 420 hm, 7:20 unterwegs, max. 37° Temp. Hotel Mozonte, Managua

 

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2.4.2018 Ruhetag in Managua

 

Wir genießen es, mal nicht die Radtaschen packen zu müssen. Dafür gibt es mal wieder ein ordentliches Frühstücksbuffet. Haben uns gestern abend noch mit dem anderen deutschen Gast – Nils, einem Banker aus Hamburg – zu einer kleinen Sightseeing-Tour verabredet. Mit dem Taxt geht es zum Malecon. Dort herrscht heute gähnende Leere, das Museo San Pablo und der Präsidenten-Palast sind geschlossen. Descanso ist angesagt nach der wohl anstrengenden Semana Santa.  Weniger Tote in der Semana Santa lese ich als Überschrift in der Zeitung. Erfreulich- weniger Tote bei den wilden Schießereien, die sie die ganzen Tage veranstaltet haben oder im Straßenverkehr?

 

Wir können die Ruine der Kathedrale von außen besichtigen. Begehbar ist sie nicht. Das Dach ist bei dem schweren Erdbeben 1972 eingestürzt. In den Mauern sind tiefe Risse.

Auf Schritt und Tritt werden wir mit der politischen Geschichte Nicaraguas konfrontiert. Augusto Sandino und die Somoza-Dynastie haben das vergangene Jahrhundert in Nicaragua geprägt. Im Präsidenten-Palast  erlebt man auch die spirituelle und künstlerische Geschichte durch Dichter wie Ruben Dario. Dazu gehört auch Ernesto Carnaval.

 

Heute möchte ich mich mal für die vielen positiven Kommentare bedanken, die ihr uns zukommen lässt. Es  gibt  uns immer wieder Ansporn und Motivation für die noch ausstehenden Etappen. Leider kann ich viele Kommentare nicht beantworten – es fehlt ganz einfach die Zeit dafür.

 

Muchas gracias!

 

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3.4.2018  Ein erfrischendes Bad im Kratersee

 

Da  erst um 7 Uhr das Frühstücksbuffet eröffnet und wir als Schwaben nicht darauf verzichten wollen – es ist im Preis inbegriffen – kommen wir erst um 8 Uhr weg und damit voll in den Berufsverkehr der Millionenstadt Managua. Doch wir schlängeln uns gut durch die Autokolonnen und nach ca. 15 km wird es ruhiger auf den Straßen. Danach folgt nochmals mit Masaya  eine größere Stadt – auch hier kommen wir gut durch. Es sind nur noch 9 km nach Granada – unserem Etappenziel – da deutet ein Schild zur Lagune Apoyo. Wir entscheiden uns, diese 7 km abseits der Strecke in Kauf zu nehmen. Und es war eine gute Entscheidung. Wir stehen oben am Kraterrand und blicken auf den tiefblauen See. Da müssen wir natürlich runter. Ziemlich steil geht es mehr als 200 hm nach unten.  So schnell wie wir unten sind, sind wir auch im erfrischenden Wasser. Es ist kälter als alle Gewässer vorher und sehr sauber. Barfuß durch den Lavasand ist nicht länger als 10 Schritte möglich, sonst hast du die Fußsohlen verbrannt.

Nach dem Bad und einem guten Essen auf der Terrasse mit Seeblick geht es wieder nach oben. Wir spüren jetzt deutlich die Power, die wir jetzt durch die vielen Kilometer in den Beinen haben. Im kleinsten Gang schaffen wir es. Wir steigen sogar kurz ab und helfen einem Jungen, der mit seinem mit Holz beladenen  einspännigem Pferdefuhrwerk nicht weiterkommt. Dem  ziemlich abgemagerten Pferd geht die Kraft aus – wir helfen an der steilsten Stelle etwas mit.

Von oben bietet sich an einem Mirador nochmals ein fantastischer Ausblick auf den Kratersee und den dahinter aufliegenden Vulkan Mochatambo.

Schnell sind wir dann in Granada und finden in einem er vielen Hotels und Hostals eine billige Unterkunft. Bei einem Stadtrundgang sind wir überrascht, was diese Stadt an Kolonialbauten und Kirchen zu bieten hat. Auch die vielen schönen Innenhöfe erinnern stark an Antigua und Leon.

Während in der nicaraguanischen Geschichte Leon als die Hauptstadt der Liberalen gilt, ist Granada der Mittelpunkt der Konservativen.

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  1. 4. 2018 Zur Insel Ometepe

 

Die erste Nacht in einem Hostel dürfte auch die letzte gewesen sein. Laute Musik, danach junge Amerikaner, die es keinen Deut juckt, ob andere schlafen möchten und bis tief in die Nacht diskutieren, dazu Moskitos und ein lärmender Ventilator – das war auch für Hermann zu viel. Mit wenig Schlaf machen wir uns heute schon vor 6 Uhr auf den Weg. Nach ein paar Fotos in der Morgensonne über Granada geht es erst mal über 250 m nach oben. Erst im lärmenden Verkehr, danach wird es aber wieder angenehm ruhig auf der Straße. Nach einem guten Frühstück am Wegesrand geht es jetzt flott in Richtung Rivas/San Jorge am Nicaragua-See. Nach 77 km erreichen wir den Hafen schon vor 12 Uhr und wollen so schnell wie möglich  auf die Insel Ometepe kommen, um den Vulkan Concepcion mit dem Rad zu umrunden. Wir erwischen aber keine große Fähre, sondern einen alten Holzkahn, der auch noch mit allen möglichen Gütern beladen wird.  Hermann zurrt unsere Räder an der Reeling noch mit einem eigenen Gurt fest. Und das ist auch gut so. Der Kahn schaukelt wie wild über das aufgerauhte Wasser des Nicaragua-Sees. Manchmal kommt die gesamte Ladung mit unseren Rädern ins Rutschen. Gut eine Stunde dauert die Überfahrt auf die Insel Ometepe. Majestätisch erhebt sich dort der Vulkan Concepcion. Heute ist er friedlich, was scheinbar in letzter Zeit nicht immer der Fall gewesen sein soll. Die Insel scheint auch das Ziel vieler Backpacker zu sein.

Hermann hat die Schiffsfahrt nicht gut getan. Er ist leicht seekrank. Mit der Umrundung des Vulkans wäre es aber auch so nichts geworden. Es ist gnadenlos heiß und du hälst es nur kurze Zeit in der Sonne aus. Außerdem wären es 75 km gewesen, hätten wir den Vulkan umrunden wollen.

So nehmen wir nach einem Kaffee die Fähre zurück ans Festland. Diesmal ist es ein größeres Schiff, das auch Autos und Laster geladen hat. So ist wenigstens die Rückfahrt ein Genuss mit  Blick auf den mächtigen Vulkan.

Schnell finden wir ein ruhiges Hotel und hoffen, in dieser Nacht das Schlafdefizit ausgleichen zu können. Morgen wird es zur Costa-Ricanischen Grenze gehen. Diese ist nur noch ca. 30 km entfernt.

 

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5.4.2018  Durch nicaraguanische Windparks an die costaricanische Grenze.

 

Nach einem bescheidenen Frühstück im Hotel geht es erstmal entlang des Nicaragua-Sees nach Südosten. Wir haben gestern ja von der Fähre aus die großen Windparkfelder mit schätzungsweise über 100 Windkraftturbinen gesehen. Jetzt fahren wir mitten durch. Oft sind sie weniger als 50 m entfernt.  Obwohl sie alle in Betrieb sind, ist fast nichts von ihnen zu hören – ganz im Gegensatz zum vorbeidonnernden Lastverkehr. Hier ist anscheinend niemand die Sicht auf irgendeinen Vulkan versperrt.  Ob die Nicas ihrem Nachbarn in Sachen um Umweltbewusstsein nacheifern wollen?

An der Grenze zu Costa-Rica ist dann auch in großen Lettern zu lesen, dass hier die Energie zu 100% regenerativ gewonnen wird. Es scheint in diesem Land, dass auch kein Militär hat, alles möglich zu sein.

Die nicaraguanische Ausreise klappt problemlos, nachdem der Grenzbeamte klar sagt, als wir 6 Dollars Gebühren zahlen müssen, dass wir einen Dollar weniger zurückbekommen. Der ist nämlich für ihn. Er scheint sich damit sein Gehalt aufzubessern.

Auch die Einreise nach Costa-Rica ist nach einer knappen Stunde anstehen erledigt.

Sofort – schon nach dem ersten Kilometer – fällt uns auf, dass kein Müll mehr am Straßenrand liegt. Auch die Häuser sind gepflegter, ebenso die Straße, die ganz frisch asphaltiert ist. Zwanzig Kilometer nach der Grenze liegt unser Etappenort La Cruz. Nach einem letzten kräftigen Aufstieg haben wir unser Etappenziel um 13 Uhr erreicht. Die Ortschaft liegt auf über 200 m Höhe und es weht ein angenehm frischer Wind.

Die Etappe: Rivas (Nic)– La Cruz (CR)  60 km, 480 hm, 6:18 unterwegs, 36°, Cabanas Santa Martha, La Cruz

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