Bei Bären klingeln 2022

Nachehr als neunstündigem Flug sind wir gut in Anchorage/Alaska angekommen. Kurz vor dem Abflug haben wir von meinem Radfreund JR. Patee, den ich seit dem Andentrail kenne und der in Anchorage lebt, erfahren, dass es gerade auf der geplanten Startstrecke von Prudhoe Bay nach Fairbanks mehrer Wald- und Buschbrände gibt. Am schlimmsten ist dabei die Rauchentwicklung. Es gibt jeden Tag neue Warnungen, dass in verschiedenen Gebieten die Feinstaubbelastung gesundheitsgefährdend hoch ist. Wie bei uns beim Wetterbericht schauen hier die Leute in Alaska auf eine Feinstaub-Warnapp, bei einer Belastung von über 150 ppm wird empfohlen, kein Sport zu t.reiben

Wir haben daher zusammen mit JR beschlossen unsere Tour abzuändern. So werden wir heute von Anchorage aus Richtung Denali Nationalpark und Fairbanks starten.

Das Highight nach dem langen Reisetag war ein Abendessen bei JR und seiner Frau Jeanne ein leckeres Königslangusten-Essen. Jetzt gilt es erstmal, den Jetlag aus den Knochen zu schütteln.

Heute, am 2. Tag haben wir unsere Räder zusammengebaut und unsere Packtaschen gefüllt. Meine US/Kanada-SIM-Karte funktioniert auf meinem iphone, während es bei Willi mit dem Samsung nicht klappt. Wir weren improvisieren müssen.

Wohin gehen in Zukunft die Radreisen ?

Die Zeiten scheinen sich auch beim Radreisen zu ändern. Müssen wir in Zukunft besondere Ereignisse, durch Klimawandel oder durch Kriege verursacht, in unsere Planung mit einbeziehen? Sind die unbeschwerten Radreisen Vergangenheit? Sind Wald- und Buschbrände, Überschwemmungen, mögliche Kriege in Zukunft in die Planung mit einzubiehen?

Tag 1

5. Juli 2022 Es geht los. Erst um 15.30 sind wir abfahrbereit. Aber kein Problem. Es ist ja bis 24 Uhr hell. JR und Jeanne begleiten uns die ersten 20 km. Und das schönste kommt gleich am Anfang. Auf einem Track, im Winter für Skilangläufer gebaut, geht es an Anchorage vorbei im tiefen Wald an einen Seitenarm der Pazifikbucht . Wir können gleich die Sicherheit unserer Radtaschen testen, im Slalom geht es zwischen den Bäumen durch. Nach ca. 20 km verabschieden wir uns von JR und Jeanne herzlich. Sie haben uns den Start erheblich erleichtert! Es läuft wie geschmiert und wir freuen uns, nach der langen Vorbereitung endlich auf unseren Rädern zu sitzen. Auf einem Pathway geht es teilweise neben einer Schnellstraße nordöstlich. Noch vor 21 Uhr sind wir an unserem ersten Ziel in Palmer. Wir finden einen Campingplatz, der allerdings in der Einflugschneise eines kleinen Flughafens liegt. Die Flieger, die hier zum normalen Alltag gehören, fliegen uns direkt über die Köpfe. Und am nächsten Tag um Punkt 6 Uhr geht es wieder los.

Tag 2 6.7.2022

Schon um 6 Uhr werden wir wieder geweckt Sie fliegen uns mit ihren Propeller- Maschinen direkt über das Zelt. Nach einer Katzenwäsche am Schlauch geht es zur naheliegender Tankstelle, wo wir ein kleines Frühstück einnehmen. Es ist wieder sehr heiss heute, kein großer Unterschied zum mitteleuropäischen Sommer. Über Wassilia geht es nach Willow. Wir fahren heute wieder entlang dem Highway, der nach Norden fährt. Es ist die einzige Straße, die in diese Richtung führt. Das Verkehrsaufkommen ist hoch. Die großen, schweren Ami-Autos, oft noch mit einem Anhänger, auf dem ein Schiff, ein Haus, oder anderes schweres Gerät transportiert wird. Und die Geschwindigkeitsbegrenzung scheinen sie auch nicht mehr zu kennen. Nach knapp 90 km erreichen wir einen schönen, ruhigen Campingplatz, wo wir fast die einzigen Besucher sind. Ein am Kocher von Willi bereitetes Abendessen in Form von Tütenaufbereitung gleicht den Kalorienmangel aus.

Hoppla, der war wohl zu schnell unterwegs…
So sehen viele Wälder entlang der Straße aus. Waldbrände sind hier auch keine Seltenheit

3. Tag. 8.7. 2022

Es hat nachts kurz geregnet . Auch heute morgen ziehen dunkle Wolken auf. Der Chef vom Campingplatz sagt, es würde in einer Stunde regnen. Also schnell die Zelte abbauen, kurz frühstücken und ab. In die Richtung, in die wir fahren, ist der Himmel ein bisschen heller. Es geht wieder dem Highway entlang. Der Verkehr ist auch heute wieder enorm. Eigentlich passt es gar nicht zusammen. Die ruhige, friedliche Landschaft und das Donnern der hubraumstarken Trucks. Wir wollen eine schönere,ruhigere Abkürzung über Talkeetna nehmen. Doch dort ist Endstation. Es gibt keine Brücke oder eine Fähre über den Fluss. So heißt es, die 23 km wieder zurück zu fahren, was wir in flottem Tempo schaffen. Es tröpfelt nur leicht, aber vom Regen bleiben wir verschont. Unser Tagesziel ist jetzt der Campground Denali Viewpoint South. In zügiger Fahrt erreichen wir diesen Viewpoint. Aber es gibt keinen Campingplatz. Google Maps sagt, wir haben ihn verpasst und müssen 5 km zurück. Und das durch ein tiefes Tal. Dort angekommen, sagt Google „Ziel erreicht „ Aber weit und breit ist nur Gebüsch, weit entfernt von einem Zeltplatz. So kehren wir nochmals um, durch das gleiche tiefe Tal wieder auf die andere Seite. Dort sollte bald ein anderer Zeltplatz kommen. So ist es. Aber leider ist er nicht an der Straße, sondern 2km weiter oben am Berg. Mit ziemlich müden Beinen nach 145 km Fahrt nehmen wir auch das noch hin. Ein wunderschöner Zeltplatz mit Sicht auf den Mount McKinley entschädigt uns für die strapaziöse Anfahrt. Doch die Sicht können wir erst am anderen Morgen genießen. Wir schlagen gar kein Zelt mehr auf, sondern übernachten unter einem überdachten Vorplatz eines Infocenters. Die harte Unterlage ist aber nicht das Problem, sondern die Moskitos. Die Stimmung ist bei mir im Keller, ändert sich aber schlagartig, als Brigitte mich um 5 Uhr früh anruft und sagt, dass Jorge seine so wichtige Prüfung bestanden hat.

Grandiose Aussicht von unserem Schlafplatz aus
Ein Moose nahe unserem Schlafplatz

4. Tag. 9.7.2022

Einen kleinen Haken hat aber diese Schlafgelegenheit. Weit und breit keine Frühstücksmöglichkeit. So fahren wir nüchtern wieder auf unseren George Parks Highway zurück und müssen uns mit dem Anblick der noch teils schneebedeckten Bergkette mit ihrem König Denali (früher Mount McKinley) satt sehen. Es gibt auch kein Mittagessen, denn auf der gesamten Länge auf diesem Teil des Highways ist kein Haus, geschweige denn eine Ansiedlung zu sehen. Unser Ziel ist Cantwill. Wir erwarten eine kleine Stadt. Doch wir fahren in ein kleines, lausiges Nest ein. Es gibt ca. 10 Gebäude. Die Tankstelle hat zu, die Lodge ist verlassen und steht zum Verkauf und der einzige Foodstore schließt in 10 Minuten. Aber wir bekommen noch einen respektablen Cheeseburger. Das war knapp! Nach 125 km und über 1000 hm hätte das ein ordentliches Kalorien-Defizit bedeutet. Auch auf dem ordentlichen Campingplatz gleich nach der Ansiedlung haben wir noch Platz und eine abschließende warme Dusche versöhnt uns mit den heutigen Entbehrungen.

Denali Viewpoint South- schöne Aussicht, aber leider kein Zeltplatz
Unser erstes großes Ziel rückt näher
Wir sind die einzigen Fahrrad-Camper in Cantwill

Tag 5, 10. 7. 2022

Gestern Abend war es noch fast subtropisch warm, heute morgen ist es wesentlich kühler und dunkle Wolken ziehen auf. Es gilt wieder einmal, das Zelt möglichst schnell abzubauen. Wir haben Glück- es tröpfelt nur ein bisschen Und schon nach wenigen Metern gibt es eine Tankstelle, die einen guten Steh-Kaffee anbietet. So kommen wir heute zu einem guten, schnellen Frühstück. Wir legen die 40 km lange Strecke zum Eingang des Denali-Nationalpark dank Rückenwind zügig zurück. Nach ausgiebigem Erkunden planen wir für morgen eine Busfahrt durch den Park, um dann am Nachmittag wieder zurück nach Cantwill zu fahren und von dort aus auf den Denali-Highway..

Was es hier alles gibt – z.B. ein bäriges Augtoberfest
Willi ist nach langer Suche fündig geworden- er hat etwas ähnliches wie Bier gefunden.

Tag 6. 11.7.2022

Schon in der Nacht prasselt der Regen gegen das Zelt. So müssen wir erstmals das Zelt im Regen abbauen. Die Stimmung lässt zu wünschen übrig. Laut Wetterbericht soll das Wetter im Laufe des Tages zwar besser werden, die tiefhängenden Wolken über der Alaska Range lassen aber Zweifel aufkommen. Wir haben uns ja für die Busfahrt durch den Nationalpark angemeldet. Diese startet um 10 Uhr und wird mehr als 4 Stunden dauern. Normalerweise ein Vergnügen bei schönem Wetter. So aber sehen wir weder von der Landschaft noch von der Tierwelt etwas. Andererseits wäre der Spaßfaktor auch beim Radfahren nicht größer gewesen. Nach der Rückkehr von der Busfahrt und einem schnellen Imbiss hieß es, die Straße nach Cantwill zurück zu fahren, denn von dort wollen wir ja morgen auf dem Denali Highway Richtung Paxon fahren. Wenigstens war es bei dieser Fahrt von oben her trocken und wir schaffen den Rückweg über 45 km in weniger als 2,5 Stunden. Der Wetterbericht sagt zwar für morgen besseres Wetter voraus. Wir trauen ihm aber nicht mehr,

Mit diesen Bussen finden die Sightseeing-Touren statt.
Gigantische Flussläufe, aber wenig Wasser darin.
Alaska, das Land der Berge, der Flüsse und der Seen.

Tag 7. 12.7.2022

Heute morgen sieht das Wetter tatsächlich viel besser aus. Wir können das Zelt mal wieder in Ruhe abbauen, danach kurzes Frühstück an der Tanke und an gehts auf den Denali Highway. Die ersten 5 km sind noch asphaltiert, danach beginnt für fast 200 km die Schotterpiste. Dafür sind wir den nervigen Verkehr los. Nur selten überholt uns ein Auto oder kommt uns entgegen. Wir könnten erstmals die Stille Alaskas genießen, wenn da nicht die scheußlichen Moskitos wären. Fährst Du schneller als 12 kn/ h, bist du sie los. Kommt aber eine Steigung und du wirst langsamer, hast Du sie im Genick, auf den Armen und an den Beinen. Und wir haben an diesem Tag 15 Steigungen mit ca. 1200 hm zu überwinden. Stehenbleiben oder Pause machen geht nicht. Nach 86 km kommen wir an einer Bar vorbei. Es kommt uns vor wie eine Fata Morgana. Wir leisten uns ein Coors light für 7 Dollar. Das hebt die Stimmung für die letzten 27 km, die zumindest ich auf der letzten Rille zurücklege. Willi scheint es geringfügig besser zu gehen, obwohl er auch schwer von den Moskitos gezeichnet ist. Wir erwarten nach 113 km eigentlich einen Campground, finden aber eine Lodge. Die Alpine Creek Lodge liegt etwas oberhalb der Straße an einem Hang. Wir werden herzlich begrüßt und bekommen ein Zimmer für 50 Dollar p.P. mit Abendessen und Frühstück. Da schmerzt es nicht so sehr, das wir für eine Dose Bier 8 Dollar locker machen müssen. Und nach 7 Zeltnächten und einem äußerst harten Tag genießen wir erstmal wieder ein richtiges Bett,

Ein Schubkarren voller Gold

Tag 8 13.7.2022

Wir haben beide super geschlafen in einem richtigen Bett. Es gibt in der Lodge ein richtiges amerikanische Frühstück mit allem, was man bei uns frühestens zu Mittag isst. Es nieselt leicht und hat gerade mal 8 Grad, als wir unsere heutige Fahrt beginnen. Schon nach wenigen Kilometern weicht der Schotter einer grob asphaltierten Straße. Es wird neblig und bleibt weitgehend so bis zum Schluss. Und es bleibt kalt. Nur die teils heftigen und langen Anstiege schaffen es, dass es uns warm wird. An einem dieser Anstiege überholt uns ein Campingbus mit österreichischen Kennzeichen, Er hält an und reicht uns selbstgemachten Kuchen. Er ist mit seiner Frau auf Sabatical-Tour und schon seit April unterwegs. Sie kommen aus Innsbruck. Wir wünschen uns gegenseitig eine gute Reise. Zwei lange Anstiege bringen mich an meine Leistungsgrenze. Aber mein Begleiter Willi ist stets an meiner Seite, um mich zu motivieren. Nach 7,5 Stunden Fahrt, 112 km und mehr als 1300 hm erreichen wir unseren Zielort Paxson. Hier soll es eine Übernachtungsmöglichkeit geben. Leider Fehlanzeige. Die Cabins sind zu und kein Mensch weit und breit zu sehen. Der kleine Ort Paxson ist total verfallen und es gibt nur Ruinen. Ein Förster, den wir anhalten sagt, die Cabins seien schon seit 7 Jahren geschlossen. Leider sind sie bei Google immer noch aktiviert. Es bleibt uns nur noch, ein Zelt im Nirwana aufzustellen. Und Essensvorräte haben wir ja noch. Willi kocht Beef Stroganoff.

Wo bleiben die echten Bären?
Wir haben wieder einmal das Gefühl, allein auf der Welt zu sein. Nicht mal ein Schrei eines Vogels unterbricht die Stille.
Kein Campground, keine Lodge, das heißt, einen Platz neben der Straße zu finden, um die Zelte aufzustellen.

Tag 9. 14.7.2022

Abgesehen von den Moskitos war es eine ruhige Nacht. Gegen morgen fängt es an zu nieseln und wir müssen wieder einmal unser nasses Zelt verstauen. Nach ungefähr 25 km ist an der Straße außer ein paar verfallenen Hütten auch ein Restaurant und eine Bar. Erst sieht es aus, als wäre niemand da. Doch dann kommen aus den Hütten doch einige Männer. Wir fragen nach einem Kaffee und bekommen ein freundliches Yes zur Antwort. Zu den Einheimischen gesellen sich zwei Brasilianer die hier gestrandet sind. Einer davon auch mit dem Fahrrad. Er arbeitet hier, bis er soviel Geld hat, um weiter zu fahren. Einer bezahlt unsere ganze Zeche. Wir hatten nicht damit gerechnet, hier so freundlich bedient zu werden. Auf einem Strassenabschnitt von 8 Meilen lassen sie uns wegen Bauarbeiten nicht weiterfahren. Im Pickup werden wir auf die andere Seite kutschiert. Wir erfahren von der Fahrerin, dass auf dem nördlichen Abschnitt dieses Highways eine Brücke eingestürzt ist. Für uns bedeutet das, wenig Verkehr von hinten zu haben. Die Straße ist aber auch so wenig befahren, so dass wir kilometerlang auf dem Mittelstreifen fahren können. Da wir heute wenig Höhenmeter zu machen haben, läuft es recht gut, trotz leichtem Gegenwind. Wir biegen auf den Glennallen Highway ein und finden nach 3 km eine Lodge. Wie üblich ist zuerst niemand da, dann holt ein kleiner Junge einen größeren Jungen, der vor sich hinstammelt, dass nichts frei wäre. Sollten wir wieder wild zelten müssen? Dann erscheint am Tresen doch noch eine erwachsene Frau. Und die hat dann doch noch ein Zimmer für uns. Gottseidank! Es wäre bei den Temperaturen von 6-10 Grad und Nieselregen extrem hart geworden. So können wir doch noch eine warme Dusche, ein Abendessen und ein Bett genießen.

Eine Blockhütte mit Glocke. Wenn ein Fremder kommt und läutet, strömen die Einheimischen aus ihren Hütten. Es kommt aber nicht jeden Tag einer.

Tag 10. 15.7.2022

Es hat die ganze Nacht geregnet. Gut, dass wir nicht im Zelt waren. Es hätte uns vielleicht weggeschwemmt. Aber pünktlich nach dem Frühstück in der urigen Lodge hört es auf zu regnen. Dann doch noch eine Schrecksekunde Mein Vorderrad hat fast Plattfuß. Wir probieren es mit Pumpen. Und tatsächlich, die Luft hält… Nur einmal am Nachmittag müssen wir nochmals nachpumpen. Das Wetter bessert sich immer mehr und wir kommen bei angenehmen Temperaturen gut voran. Die Landschaft ist grandios. Leider kreuzen auch heute keine größeren Tiere die Straße. Der Verkehr ist mäßig . Wir planen heute wieder auf einem Campground zu übernachten. Der sollte bei Meile 77 kommen. Wir fahren bis Meile 80, finden aber keinen Campingplatz. So fahren wir wieder 3 Meilen zurück und übernachten auf einer kleinen Raststätte. Zum Abendessen bereitet Willi heute Nudeln mit Ragout. Müde, aber zufrieden geht es bei warmer Abendsonne in den Schlafsack.

Kilometerweit geradeaus

Tag 11 16.7. 2022

Obwohl schon die Sonne scheint, sind unsere Zelte noch nassfeucht. So frühstücken wir erstmal unser selbstgemachtes Müsli unter dem stetigen Abwehren der Moskitos. Sie sind schon wieder sehr aggressiv. Nachdem wir gestern 125 km gemacht haben, steht heute eine kürzere Etappe an. Es sind dann letztlich doch 80 km bis zu unserem Etappenziel in Tok. Das ist ein Knotenpunkt. Hier trifft die Tok CUT OFF auf den Alaska-Highway. Erstmals seit unserem Start kommen wir in ein kleines Dorf, das zumindest einen Supermarkt, Restaurants und Motels hat. Wir kommen in einem kleinen Hostal unter. Zu einem Preis, der mit 25 Dollar die Nacht akzeptabel ist. Hier werden wir einen Ruhetag einlegen. Um uns von den vergangenen Strapazen zu erholen und uns für die bevorstehenden harten Tage vorzubereiten. Und um Wäsche zu waschen und die Räder zu warten.

Dem Koch über die Schulter geblickt: Heute gibt es Nudeln mit Ragoutsauce
Unsere Unterkunft in Tok. Eigentlich AirBnB. Aber Chris hat noch einen Platz für uns.

Tag 12. 17.7. 2022

Heute ist der erste Ruhetag. Nach den ersten 1000 km und ca. 7000 hm haben wir uns den hart erarbeitet. Meinem ungewohnt malträtierten Hintern und auch den Beinen tut die Pause gut. Willi hat keine erkennbaren Wehwehchen und ist jeden Tag gut drauf. Obwohl wir ja vor unserer Tour praktisch nie zusammen gefahren sind, verstehen wir uns gut. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch für die ganze Zeit während der Tour so bleiben wird.

Gestern konnten wir tatsächlich mal ein paar Stunden hinter unserem Hostel im Freien verbringen, ohne von den lästigen Moskitos malträtiert zu werden. Es wäre schön, wenn wir diese Biester allmählich hinter uns lassen könnten. Das Campen würde mehr Freude bereiten.

Das Radfahren in Alaska ist natürlich anstrengend, aber auch beruhigend. Der Verkehr spielt praktisch keine Rolle. Wir fahren stundenlang durch die Landschaft, ohne auf eine Ortschaft oder Ansiedlung zu treffen. Meistens sind es Wohnmobile, die uns begegnen.

Die Umstellung auf das amerikanische „Way of Life“ ist mir noch nicht gelungen. Das Essen ist monoton, ungesund und viel zu große Portionen. Kein Wunder sind die meisten Leute hier stark adipös. Oder ziemlich heruntergekommen und schlampig angezogen. Willi musste schon zweimal beim Bier kaufen seinen Ausweis zeigen. Heute waren wir in einem Outdoor-Laden. Dort hingen an einer langen Wand Gewehre und Pistolen. Wahrscheinlich brauchst Du dafür keinen Ausweis.

Zum Frühstück: Pencake, Rührei, Speck. Das haben wir uns aber nur am Ruhetag gegönnt. Normalerweise: Nichts mit viel Moskitos.

Wir haben heute unsere Sachen wieder auf Vordermann gebracht und etwas relaxt. Die nächsten Tage haben wir vermutlich kein Internet, so dass ich erst in Dawson wieder berichten kann.

Liebe Freunde! Die nächsten Berichte findet ihr unter Alaska. Das ist der Seite „Bei Bären klingeln 2022“ untergeordnet. Und der neueste Bericht wird dann immer ganz oben sein. In wenigen Tagen werden wir die Grenze zu Kanada überfahren. Dann findet ihr die Berichte in der Untergruppierung „Kanada“

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