Rumänien

Info: Wer noch mehr über unsere Reise erfahren will, dem empfehlen wir die offizielle Seite über diese Reise zu lesen. Hier der Link: http://cycling-carpathians.net

Etappe 29 Cerna Sat – Drobeta Turnu Severin, 56 km, 460 hm

Nachdem wir vor mehr als 4 Wochen die Donau bei Wien verlassen haben, werden wir heute wieder auf sie treffen.

Doch erst genießen wir mal ein Frühstück und tauschen uns mit einem Motorradfahrer aus Stuttgart aus, der auch hier übernachtet hat. Wie oft waren wir neidisch auf Motorradfahrer wenn es bergauf ging. Und wie oft hätte er sich die Unkompliziertheit des Radfahrens gewünscht!

 Bis zum ersten Haltepunkt sind es heute nur 11 km. Wir wollen ein Bad nehmen bei den heißen Quellen von Baile Herculaneum. Und wir kühlen uns auch ab beim Bad im vorbeifließenden Fluss. Das tut gut bei Temperaturen bei weit über 30°.

Gleich nach Baile Herculaneum entscheide ich mich zusammen mit Elisabeth, die stark befahrene Straße entlang der Donau bis Drobeta nicht mit dem Rad zurückzulegen. Walter fährt solo auf dem Tandem weiter, Andy begleitet ihn. Wir werden ja morgen auf dem Weg nach Belgrad auf dem Weg teilweise wieder zurückfahren müssen. So sind Elisabeth und ich schon um 14 Uhr im Hotel in Trobeta Turnu Severin.

Damit ist der zweite  und wichtigste Teil meiner Reise beendet. Wir sind an 29 von insgesamt 30 Tagen (nur 1 Ruhetag) die Karpaten in der Länge von 2300 km, nahezu 30 000 hm, meist offroad, abgeradelt. Vom ehemals Eisernen Vorhang zum Eisernen Tor (bis 1972 schwierigste Schiffpassage auf der Donau – hier durchbricht die Donau die serbischen Karpaten und den Banat.

Schon morgen beginnt die Rückreise Richtung Deutschland. Ich werde zusammen mit Walter und Elisabeth in voraussichtlich zwei Tagen bis Belgrad radeln. Während sie weiter bis Budapest und Wien an der Donau bleiben, biege ich in Belgrad links ab und werde die Drau aufwärts Richtung Ursprung in Lienz fahren. (s. Bericht DDaufwärts = Donau/Drau aufwärts.) Zuvor werden wir aber heute Abend noch Andy gebührend verabschieden. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihm zu fahren und wir wünschen ihm eine gute Rückkehr nach Steamboat Springs. Er wird morgen den Zug nach Bukarest nehmen, sein gemietetes Rad zurückgeben (ohne Wäsche?) und danach in den Flieger steigen

Andy ON bIKE

Etappe 28 Petrosani – Cerna Sat, 125 km, 1320 hm

Der Tag beginnt denkbar schlecht. Walter verliert beim „Ausparken des Tandems auf etwa 12 Treppenstufen das Gleichgewicht und stürzt mit dem Tandem. Ihm scheiint nichts geschehen zu sein, doch eine Kurbel ist so verbogen, dass sie nicht mehr an der Kettenstrebe vorbeigeht. Er versucht mit all seiner Kraft, sie wieder zurück zu biegen. Doch erst als ein anderer Gast vom Hotel mit seiner altertümlichen Bosch-Werkzeugbox und noch einem antikeren „Franzosen“ aushilft, lässt sich die Kurbel wieder zurückbiegen. So starten wir mit einer Stunde Verspätung in die vorletzte Etappe. Nachdem wir die von der Industrie geprägten Stadt verlassen haben, beginnt es wieder stetig zu steigen. Der Verkehr lässt allmählich nach und wir sind wieder in einem Naherholungsgebiert der Rumänen. Heute, an diesem warmen, sonnigen Sonntag suchen sie überall an den Bächen und Stauseen schattige Plätze zum picknicken und baden. Nach einer kurzen Pause auf einem Campingplatz beginnt nach 50 km eine Schotterstraße. Diese führt zuerst noch aufwärts, danach wird der Untergrund immer schwerer befahrbar und geht dann steil bergab. Sie führt an einer tiefen Schlucht vorbei, die von der Wildromantik  den Alpen in nichts nachsteht. An einem Stausee angekommen, geht es für 20 km kurvig, aufwärts,abwärts, im Slalom um die größten Schlaglöcher herum, mal matschig feucht, mal staubtrocken, unendlich scheinend nur mühsam vorwärts. Die Straße wird bis Cerna Sat nicht besser. So haben wir an diesem Tag mehr als 60 km schweren Weges hinter uns. In Cerna Sat gibt es aber keine Unterkunft. Elisabeth sagt, es müsste in ca. 24 km eine Pension geben. So ist es dann auch. Wir finden eine Pension am Wegesrand, die auch noch Zimmer frei hat. So hat dieser Tag doch noch \lsdlo Der Tag beginnt denkbar schlecht. Walter verliert beim „Ausparken des Tandems auf etwa 12 Treppenstufen das Gleichgewicht und stürzt mit dem Tandem. Ihm scheiint nichts geschehen zu sein, doch eine Kurbel ist so verbogen, dass sie nicht mehr an der Kettenstrebe vorbeigeht. Er versucht mit all seiner Kraft, sie wieder zurück zu biegen. Doch erst als ein anderer Gast vom Hotel mit seiner altertümlichen Bosch-Werkzeugbox und noch einem antikeren „Franzosen“ aushilft, lässt sich die Kurbel wieder zurückbiegen. So starten wir mit einer Stunde Verspätung in die vorletzte Etappe. Nachdem wir die von der Industrie geprägten Stadt verlassen haben, beginnt es wieder stetig zu steigen. Der Verkehr lässt allmählich nach und wir sind wieder in einem Naherholungsgebiert der Rumänen. Heute, an diesem warmen, sonnigen Sonntag suchen sie überall an den Bächen und Stauseen schattige Plätze zum picknicken und baden. Nach einer kurzen Pause auf einem Campingplatz beginnt nach 50 km eine Schotterstraße. Diese führt zuerst noch aufwärts, danach wird der Untergrund immer schwerer befahrbar und geht dann steil bergab. Sie führt an einer tiefen Schlucht vorbei, die von der Wildromantik  den Alpen in nichts nachsteht. An einem Stausee angekommen, geht es für 20 km kurvig, aufwärts,abwärts, im Slalom um die größten Schlaglöcher herum, mal matschig feucht, mal staubtrocken, unendlich scheinend nur mühsam vorwärts. Die Straße wird bis Cerna Sat nicht besser. So haben wir an diesem Tag mehr als 60 km schweren Weges hinter uns. In Cerna Sat gibt es aber keine Unterkunft. Elisabeth sagt, es müsste in ca. 24 km eine Pension geben. So ist es dann auch. Wir finden eine Pension am Wegesrand, die auch noch Zimmer frei hat. So hat dieser Tag doch noch ein gutes Ende genommen.

Etappe 27 Brezoi – Petrosani, 115km, 1280 hm

Heute mussten wir die Hauptstraße nur überqueren, dann ging es den ganzen Tag ohne großen Verkehr durch ein wunderbares Tal stetig aufwärts. Anfangs nur leicht steigend bis Coineasa, wo wir die einzige Verpflegungsstation an diesem Tag hatten. Und hier ereilte mich auch der zweite Plattfuß. Ich nahm mir vor, so schnell wie möglich wieder auf schlauchlos umzustellen. Nach den ersten 40 km zweigten wir in ein Seitental ab, wo die Straße nicht mehr asphaltiert war, der Forstweg aber gut befahrbar war. Immer noch leicht steigend überwanden wir weitere 400 hm bis zum 3. Stausee, Danach ging es für 10 km immer dem Stausee entlang, bevor der Schlussanstieg auf 1540 m unsere letzten Körner mobilisierte. Wir kamen an sehr vielen Skistationen vorbei. Jetzt im Sommer und in der Ferienzeit waren sehr viele Rumänen an den Stauseen und den Bächen beim Baden oder lagen im Schatten der Bäume. Es scheint hier ein richtiges Erholungsgebiet zu sein.

Die Schlussabfahrt über 25 km war schwindelerregend schön, aber trotzdem erforderte sie viel Konzentration, da der Asphalt immer wieder einem mit Löchern übersäten Schotterpiste wich. Die wenigen Autos, die abwärts fuhren, machten uns bereitwillig Platz, da wir mit unseren Rädern besser durch die Schlaglöcher Slalom fahren konnten. Allerdings war es dann doch schon 18.30 Uhr, als wir im Hotel in Petrosani unser Abschlussbier bestellen konnten.

Etappe 26 Campulung – Brezoi, 106 km, 1430 hm

Mit einer Stunde Verspätung starten wir in die heutigen Etappe. Wir sind gerade mit dem Frühstück fertig, als uns ein ungewöhnlich frühes Morgengewitter mit Hagel und Regen überrascht und uns zu

m Warten zwingt. Doch danach zeigt sich immer mehr die Sonne und es wird sogar schwülwarm. Heute stehen keine langen, dafür mehrere kurze, giftige Anstiege auf dem Höhenprofil. Erst der letzte Anstieg zieht sich länger und wird zum Schluss auch noch zu holprigem Kiesweg. Der erste Teil des langen Weges hinunter in ein schönes Tal ist immer noch holperig und erfordert volle Konzentration. Erst im unteren Teil ist der Weg asphaltiert und leichter zu fahren. Es folgen 10 km schöner Weg durch ein enges, kaum befahrenes Tal, links der Fluss, rechts steigen Felsen auf. Zum stressigen Kontrast gestalten sich die letzten 10 km, die wir auf stark befahrener Hauptstraße zurücklegen müssen80. Aber das war der einzige Wermutstropfen an diesem Tag und dieser wieder schönen Tour.   

Etappe 25 Brasov – Campulung, 94 km, 1730 hm

Das Frühstück in der Pension Wagner ist einfach zu teuer. Wir finden eine kleine Bäckerei in einer Seitengasse von Bresov. Auch einen Kaffee gibt es. Als Sitzgelegenheit stellen wir leere Brotkörbe auf den Gehsteig und genießen unter den Blicken der Vorbeigehenden ein tolles Frühstück mit gutem,frischen Gebäck. Ein gutes Frühstück ist heute auch notwendig, denn es gleich hinter Brasov hinauf zum ersten Pass. Schon nach einer Stunde haben wir die ersten 400 von insgesamt 1700 hm an diesem Tag hinter uns. Die Abfahrt auf guter Straße mit vielen Serpentinen ist schwindelerregend schön. Man hat das Gefühl, in den Kurven fast mit den Satteltaschen am Boden zu streifen. Unten angekommen wird es dann allerdings stressig. Wir haben heftigen Gegenwind auf fast ebener Straße, die aber immer wieder halbseitig wegen Bauarbeiten gesperrt ist: Die Autos stauen sich an jeder Ampel und wir kommen schneller vorwärts als sie. Nach 34 km gibt es den geplanten Stopp in Bran. Andy und ich besuchen das Schloss, auf dem Dracula gelebt haben soll. Walter und Elisabeth haben es schon gesehen und ersparen sich ein zweites Mal. Der Andrang ist unglaublich groß. Man wird in der Schlange durch die Räumlichkeiten geschleust. Nach vielen Irren und Wirren und verschiedenen Schlossherren gehört es jetzt zu den Habsburgern.

Nach diesem Zwischenstopp geht es über zwei weitere Pässe mit schlechter werdender Straße und zunehmendem Verkehr. Erstmals haben wir auch Temperaturen über der 35° Grenze. Da ist es gut, wenn der Aufstieg immer wieder an schattigen Bäumen vorbeigeht. Trotzdem erreichen wir unser Etappenziel Campulung früher als wir geglaubt haben. Schon um 17 Uhr genießen wir unser Zielbier in einer kleinen Pension in Campulung

Etappe 24 CovaSNA – bRASOV – 77 km, 730 hm

Da es heute im Hotel kein Frühstück gibt, müssen wir erst wieder ein Cafe in Covasna finden, das schon um 8 Uhr geöffnet ist. Nach einigem Suchen werden wir fündig und bekommen sogar ein sehr üppiges Frühstück. kurzem Einrollen auf Asphalt folgt gleich wieder ein kurzer, aber heftiger Anstieg auf einem Pfad mit tiefen Spuren. Walter und Elisabeth überstehen einen Sturz glimpflich. Der zweite Anstieg ist auf guter Schotterstraße gut zu fahren, ebenso der Downhill. Jetzt geht es nur noch auf Asphalt weiter. Dem dritten Anstieg folgt eine rasante Abfahrt mit vielen Kehren auf guter Straße. Am Ende dieser Abfahrt ereilt mich der erste Plattfuß auf dieser Tour. Unter Mithilfe von Walter und Andy ist der Schlauch schnell gewechselt und bei dieser Gelegenheit wechseln wir auch gleich die abgefahrenen Bremsbeläge am Hinterrad. In Prejmer machen wir einen geplanten Stop und besuchen die Wehrkirche. In der Kirhe bekommen wir noch zufällig einen Ohrenschmaus zu hören. Eine Besuchergruppe aus Franken gibt einige religiöse Lieder zum Besten. Danach versorgen sie unas auch noch mit einem Speckbrot und Gemüse. Die letzten flachen 20 km bis Bresov legen wir im Eiltempo zurück. Auch die Fahrt durch die große Stadt Bresov (Kronstadt) bereitetkeine größeren Probleme. Nur die Pension Wagner ist etwas schwierig zu finden, ist aber direkt am Hauptplatz

Etappe 23 Poiana Sarati – Covasna, 48 km, 550 hm

Sehr entspannt können wir heute den Tag angehen. Es sind weder viele Kilometer noch Höhenmeter. Nachts hat es wieder heftig geregnet, beim Start scheint aber die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Es geht auf einer Hauptstraße ca. 13 km bergauf. Der Verkehr hält sich in Grenzen. Nach einer schnellen Abfahrt zweigen wir seitlich auf eine Nebenstraße ab, diese wird aber dann schnell zum Mulipfad. Nicht allzu lang, aber technisch schwierig zwischen tiefen Spuren geht es für ca. 100 hm bergauf. Doch der schlimmere Teil folgt bergab. Auf dem Pfad treiben sie offensichtlich ihre Kühe auf und ab. Der Regen in den letzten Tagen hat das übrige dazu beigetragen, dass wir in tiefer Pampe aus Dreck, Kuhdreck, Kuhurin versuchen, nach unten zu kommen. Laufen ist in der knöcheltiefen Pampe nicht angesagt, aber noch weniger, beim Fahren in die Pampe zu stürzen. Doch es geht gut. Bald danach sind wir wieder auf befestigter und dann auch asphaltierter Straße. Kurz nach 14 Uhr haben wir die kleine Privatpension erreicht, wo wir übernachten können. Und endlich unsere gewaschenen Kleider auch mal zum trocknen aufhängen können. Leider sind wir etwas außerhalb von diesem Wintersportort mit vielen Hotels und Restaurants. Aber wir haben ja unsere Bikes um zum Abendessen in die Stadt zu fahren.

Etappe 22 Darmenesti – Poiana Sarati, 56 km, 1100 hm

Walter hat uns angekündigt, dass es heute mal wieder richtig ins Gelände gehen wird. Und so kommt es auch. Von den 54 km würden 44 km einen anspruchsvollen Mountainbike-Marathon abgeben. Schon nach 10 km verlassen wir die asphaltierte Straße und werden sie bis zum Schluss nicht mehr sehen. Zwar steigt die Forststraße die ersten 300 hm nur moderat an und geht immer einem Wildbach entlang. Die nächsten 300 hm wird es aber stetig steiler und die Straße schlechter befahrbar. Unser amerikanischer Scout Andy entdeckt Bärenkot und Bärenspuren, die Tiere selbst bekommen wir (leider?) nicht zu sehen. Aber die größere Herausforderung stellt die anschließende Abfahrt an uns und unsere Räder dar. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Nach dem zweiten Anstieg, der es mit steilen Rampen in sich hat, folgt die noch schwerere Abfahrt nicht nur durch tiefe Furchen und Geröll, sondern immer wieder bleiben wir in Schlammpassagen stecken. Dementsprechend sehen wir auch aus, als wir nach dieser 6 Stunden-Tour ohne größere Pausen und Verpflegungsmöglichkeiten in Poiana Sarata ankommen. Zu unserer Freude gibt es beim Motel einen Gartenschlauch, wo wir uns selbst, unsere Kleidung, unser Gepäck und unsere Räder vom größten Schmutz befreien können. Aber erst nach einem Ankommensbier

Etappe 21 Miercurea Ciuc – dARMANEST, 77 km, 770 hm

Die Nacht war laut und kurz. Anscheinend war Erntedankfest und die Musik aus dem angrenzenden Park so laut, dass bis 24  Uhr nicht an Schlafen zu denken war. Schon vor dem Frühstück verabschieden wir Hertha und Gerold. Sie fahren planmäßig mit dem Zug zurück nach Wien. Schade, es war eine schöne Zeit mit Ihnen.

Nach dem Horror-Wetter von gestern lächelt uns heute morgen wieder die Sonne zu. Auch die Vögel scheinen sich zu freuen,  heute wieder fliegen zu können. Viele Störche schwirren  durch die Luft und wollen uns ihre Flugkünste zeigen. Mittelpunkt ist dabei die Kirche von SanMartin. Immer wieder ziehen sie Kreise um den Kirchturm und landen auf dem Dachfirst. Und offensichtlich scheint gerade die Sonntagskirche beendet zu sein. Viele Leute gehen auf der Straße. Hier wird offensichtlich noch nicht mit dem Auto oder dem Pferdefuhrwerk zur Kirche gefahren.

Wir verlassen die Asphaltstraße und fahren auf relativ guter Schotterstraße bergauf Richtung Pass. Dabei überholen wir eine Gesellschaft auf einem Pferdefuhrwerk, die schon heute morgen dem Bier zusprechen. Wir hören sie fast bis auf die Passhöhe laut singen. Die Sonne verschwindet hinter den Wolken und wir halten schon wieder unsere Regenkleidung  bereit. Doch heute scheinen wir Glück zu haben. Wir spüren nur wenige Regentropfen. Es geht jetzt tendenziell bergab mit leichten Gegenanstiegen. Wir fahren durch das phantastische, ruhige Tal Valea Uzului. Obwohl es eigentlich eine Fahrstraße ist, begegnen uns mehr Schafe, Kühe und Pferde als Autos. Selten haben ich 30 km Schotterstraße so genossen wie diese! Mal weitet sich das Tal, mal wird es schmal, aber immer einem sprudelnden Bach entlang. Einen kurzen Halt machen wir an einem Soldatenfriedhof, wo russische und deutsche Soldaten aus beiden Weltkriegen begraben wurden. Scheinbar war dieses Tal in beiden Weltkriegen sehr umkämpft.

Schon kurz nach 15 Uhr erreichen wir unser Hotel in Darmanesti. Eigentlich hatte der Besitzer keine Betten frei. Doch die Zauberworte Walter, Wien und Radfahrer ,sind der Türöffner. Wir bekommen im Magic Garden eine tolle, ruhige Unterkunft. \lsdlocked

Etappe 20 Durau – Miercurea Ciuc, 130 km. 1360 hm Dauerregen bei der Königsetappe

Leider hat der Wetterbericht recht gehabt. Als wir morgens zum Fenster hinausschauen, regnet es bereits. So fahren wir eine Stunde früher bei Regen ab. Der sollte uns den ganzen Tag begleiten. Es geht auf Schotter im Wald aufwärts. Bald sind wir nass, ob vom Regen oder vom Schweiß – das ist schwer zu sagen. Wahrscheinlich von beidem. Nach 12 km und 500 hm haben wir den ersten Pass erreicht.  Im aufgeweichten Schotter geht es ruppig bergab. Wir erreichen ein kleines Dorf und fahren jetzt auf Asphalt weiter. Der zweite Anstieg, diesmal auf relativ befahrener Asphaltstraße beginnt mit einer Schlucht, wo wir teils an überhängenden Felsen vorbeifahren. Diese spektakuläre Schlucht ist scheinbar auch Anziehungspunkt von vielen Touristen. Links und rechts der Straße sind viele Souvenirstände aufgebaut. Nach anfänglich steiler Straße geht diese später in Serpentinen über und ist angenehm zu fahren. Auch hier haben wir wieder mehr als 500 hm zu überwinden. Es regnet immer stärker. Bei der Abfahrt geht das dann fast in Schwimmen über. Immer wieder schießt das Wasser über die Straße. Nach vielen Kehren unten angekommen, signalisiert uns ein Wegweiser, dass es bis  Miercurea Ciuc weitere 55 km sind. Total durchnässt nehmen wir auch diese Strecke unter die Räder mit einer kleinen Ess- und Trinkpause. Dabei wird uns aber auch nicht wärmer. Schließlich erreichen wir nach mehr als 9 Stunden Fahrzeit das Hotel in Miercurea.

Danach feiern wir noch den Abschied von Hertha und Gerold. Sie werden morgen früh den Zug in Richtung Wien nehmen, wo sie am Montagmorgen eintreffen werden. Am Dienstag geht es dann wieder an die Arbeit. Schade, es hat Spaß gemacht, mit ihnen zwei Wochen Radfahren erlebt und interessante Gespräche geführt zu haben.

Etappe 19 Neamt – Durau, 65 km, 1008 hm

Zu unserer Freude schien heute morgen wieder die Sonne. Schon nach 5 km stand das nächste Moldau-Kloster auf dem Programm. Das Neamt-Kloster war das beeindruckendste seiner Art. Zum ersten Mal sahen wir auch Mönche in ihren Kutten. Sie gehören wohl der rumänisch-orthodoxen Kirche an. Auch hier waren schon am frühen Morgen wieder viele Besucher. Die gesamte Klosteranlage ist wohl auch die imposanteste und erstreckt sich über viele Gebäude und ein großes  Grundstück.

Die Fahrt ging weiter auf ungewohnt stark befahrener Straße über einen Pass von über 850 m Höhe. Nach der rasanten Abfahrt auf gutem Asphalt machten wir eine Pause im Cealau National Park an einem Stauseee. Nach überqueren einer Brücke über einen Seitenarm des Sees geht es dann auf schmalerer, weniger befahrenen Straße stetig ansteigend zu unserem Übernachtungsort Durau. Eigentlich wäre das Etappenziel im 23 km entfernten Bicazu Ardelan gewesen, doch dort hätten wir keine Unterkunft bekommen. So war die Etappe heute etwas kürzer, die morgen dafür noch etwas länger. Denn mit 88 km wäre sie lang genug gewesen. Und der Wetterbericht verheißt nichts Gutes für morgen. Es soll anhaltend und heftig regnen. Keine gute Aussichten für eine der schönsten Etappen….   

Die Kirche von Neamt Monastery
Frisch renovierte Wandmalerei
Im Nationalpark Cealhau

Etappe 18 Humor Neamt 104 km, 520 hm

Zum ersten Mal regnet es in Strömen, als wir morgens aus dem Fenster schauen. Und es sieht nicht aus, dass es sich bessern würde. So legen wir in Regenkleidung los. Erst nach fast 40 km und kurz vor dem Besuch des Klosters Slatina lässt der Regen nach und wir können die Regenkleidung ablegen. Es geht heute fast immer auf Asphalt und relativ flach Richtung Neamt. Die Straße ist die letzten 20 km stark befahren. Nach einem kurzen Schlussanstieg sind wir in Neamt. Von hier aus bis zur Unterkunft sind es weitere 10 km bis zur Unterkunft. Es ziehen zwar wieder dunkle Wolken auf, wir bleiben aber bis zum Schluss jetzt trocken. Unser neuer Mitradler Andy aus Colorado hat sich gut eingefügt. Auch das Rad und die Ausrüstung passt genauso gut wie seine physischen Voraussetzungen

Etappe 17 Siret – Humor, 69 km, 1004 hm

Nachdem wir die Grenzstadt Siret mit dem regen morgendlichen Verkehr hinter uns gelassen haben, geht es auch gleich wieder auf Schotter und Singletrails weiter. Auf ganz abgeschiedenen Wegen, wobei wir uns wundern, wie Walter die wohl gefunden hat, geht es an Getreide- und Sonnenblumenfeldern vorbei. Bald haben Radauti erreicht und bewundern das erste Moldau Kloster auf rumänischem Boden. Es sollen noch mehrere dieser Monumente der östlichen Kirchengeschichte folgen. Die Kirchen mit ihren geschwungenen Dächern und den Aussen- und Innenwänden voller farbiger Kirchenbilder sind Zeugen des 14. Und 15. Jahrhunderts der Kirchengeschichte.

Es geht weiter in stetigem Auf und Ab durch kleine Dörfer dieser kleinbäuerlichen Region. Die Aggressivität der Autofahrer und auch der Hunde hat zugenommen. Es folgt ein weiteres Moldau-Kloster in Arbore, das nicht weniger beeindruckend ist. Anscheinend sind diese Klöster ein richtiges Touristenziel. Die Dörfer sind entsprechend herausgeputzt. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Pferdefuhrwerke, die sowohl Holz, Heu und Personen im Trab oder im Galopp durch die Dörfer transportieren.

Zum Abschluss folgt noch ein steiler, steiniger Anstieg zum Etappenziel in Humorului. Dort sind wir in einer Art Hazienda untergebracht. Beim Abendessen auf der Terrasse am Waldrand sind wir umgeben von Kühen, Pferden, Eichhörnchen, einem Reh und einem Rentier. Und natürlich von Hunden, die hier aber eher Streicheltiere sind. Morgen haben wir nach 17 Karpaten-Etappen  den ersten Ruhetag. Wir nützen ihn, um weitere 2 Moldau-Klöster zu besichtigen, die Kleidung und die Räder wieder auf Vordermann zu bringen und die Kohlehydratspeicher aufzufüllen. Und am Abend wird mit dem Amerikaner Andy aus Colorado ein weiterer Mitradler zu uns stoßen. Er kommt mit dem Zug aus Bukarest, wo er sich ein Mountainbike leihen wird. Wir sind gespannt.

Zu erkennen über das typische, geschwungene Holzdach und mit Bemalung
Alle Kirchenmit vielen Gemälden.Hier im Volonez-Blau
Nonne? in den Klostermauern
Storchenversammlung bei den Huizen (Wienerisch: Heumandeln)