Panama

  1. 4. 2018 Über die Grenze nach Panama

Es geht heute über die letzte Grenze. Noch 18 km in Costa Rica, dann haben wir auch dieses zentralamerikanische Land hinter uns gelassen. Wir haben eine tolle Landschaft mit vielfältigen Pflanzen und bei uns nur im Zoo sichtbaren Tieren erlebt. Die Ticas selbst sind gewöhnungsbedürftig. Das Land ist zu teuer im Verhältnis zur angebotenen Dienstleistung.

Die Grenzabfertigung an diesem Sonntagmorgen klappt reibungslos. Die Ausreise aus Costa Rica und die Einreise in Panama sind in einer guten Stunde erledigt.

Dann sind wir in Panama`. Da das letzte a eine Akzent hat, liegt die Betonung auf dem letzten Selbstlaut. Als wir vor 7 Wochen in Mexiko gestartet sind und uns die Leute gefragt haben, wohin wir wollen und wir Panama genannt haben, ist ihnen mit dem letzten a der Unterkiefer heruntergefallen und sie haben den Mund einige Sekunden offen stehen gehabt. Gleichzeitig haben sie große Augen gemacht. Das war bis Nicaragua signifikant, danach hat der  Startpunkt ungläubiges Staunen verursacht.

Die Panamericana ist ab der Grenze vierspurig mit Seitenstreifen ausgebaut. Es geht gleich mal richtig ab mit Rückenwind. Allerdings ist der Seitenstreifen bald nicht mehr befahrbar und wir müssen auf die Fahrbahn. Dazu bringen uns zwei, nicht steile aber lange Steigungen ordentlich ins Schwitzen.

Trotzdem sind wir schon vor 12 Uhr am Etappenziel in David. Nach kurzer Suche haben wir ein ordentliches Hotel gefunden. Wir werden noch besprechen müssen, ob wir morgen einen Ruhetag einlegen oder aber gleich weiterfahren. Die Stadt lädt nicht besonders dazu ein, einen Tag länger zu bleiben.

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16.4.2018  Panama City rückt näher

Wir haben die Uhren gestern eine Stunde nach vorne stellen müssen – Panama hat eine andere Uhrzeit. Daher ist es heute um 6 Uhr noch dunkel, wir müssen eine halbe Stunde später starten. Anfangs ist noch viel Verkehr, solange wir sind im Einzugsgebiet der drittgrößten Stadt Panamas sind. Danach wird es ruhiger auf der 4spurig ausgebauten P1. Wir haben wieder eine breite Standspur und genießen das relaxte Fahren auf einer fast neuen Fahrbahn. Heute morgen hatte mein hinterer Reifen wenig Luft. Nachdem ich vor der Abfahrt nachgepumpt habe, verliere ich während der Fahrt wieder Luft. An einer schattigen Stelle neben der Fahrbahn nehmen wir den Reifen von der Felge und füllen neue Dichtmilch nach. Das hilft.  Nach jetzt über 6 000 km und einem dreiviertel Jahr ist die Dichtmilch einfach fertig. Nach weiteren 15 km der nächste Stopp. Diesmal  kein Defekt. Wir treffen wieder zwei Rdtraveller, die sich gerade im Schatten eine Ruhepause gönnen. Er ist aus Argentinien, das Mädchen aus Mexiko. Ihre Räder sind voll beladen. Sie schlafen vorwiegend in  der Hängematte. Ihr Tagespensum liegt zwischen 20-30 km.  Der Argentinier macht sowas ähnliches wie eine „Walz“. Er hat Werkzeug dabei und repariert unterwegs, was ihm möglich ist. Sie sind auch in Mexiko gestartet und ihr Ziel ist auch Panama City. Er ist ganz verrückt nach einer Landkarte. Er will unbedingt an einen Pazifikstrand. Wir zeigen ihm grob den Weg auf einer Skizze in meinem Buch.

Wir selbst entschließen uns auch kurzfristig, die Panam für 15 km zu verlassen und den Strand von Las Lajas anzusteuern. Dort wollen wir nochmals einen Ruhetag am Pazifikstrand einlegen, bevor es dann auf den Endspurt Richtung Panama geht.

Kurz vor 15 Uhr fahren wir mit den Rädern direkt auf den herrlichen, menschenleeren kilometer weiten Strand und nehmen sofort ein Bad.  Erfrischung sieht zwar anders aus, aber die Wassertemperaturen des Pazifik kennen wir ja schon. Trotzdem tut das Wasser nach mehr als 8 Stunden auf dem Rad gut.

Wir finden ein einfaches Hostel. Dort erwartet uns schon ein Deutscher, der auch mit dem Rad von Florida hierher unterwegs war. Wir werden uns viel zu erzählen haben.

Die Etappe: David – Playa las Lajas, 89 km, 630 hm, 8:20 Std. unterwegs, max. 40°, Hostal Johnny, Las Lajas

Bilder folgen morgen.

 

17.4. 2018  Descansa a la playa

Ausschlafen und mal nicht in der Morgendämmerung schon die Satteltaschen wieder packen müssen – das tut richtig gut. Zum Frühstück gehen wir in das vornehmste Hotel am Beach. Vorher müssen wir aber mehr als 1 km dem Strand entlangwandern. Das Meer gibt viel Strand frei – es ist Ebbe und wir sind alleine am Strand.  Ein kurzes Bad – lange Strandspaziergänge, ein oder zwei Balboas (Leichtbier) an Johnnys Bar, Gespräche mit gestrandeten Jungs aus verschiedenen Ländern – das ist alles, was wir heute unternehmen. Es erwarten uns noch 4 Etappen bis zum Ziel in Panama City. Dabei ist die nächste noch der Knackpunkt. Danach ist voraussichtlich ausfahren angesagt.

Vamos!

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18.4. 2018 Die Königsetappe in Panama

Gestern Abend noch haben wir ein Bier getrunken mit 2 Franzosen und einer Mexikanerin. Sie sind mit einem alten VW Campingbus unterwegs durch Mittel- und Südamerika. Sie haben eine Privatinitiative gestartet mit einem Schulprojekt. Sie fahren verschiedene Schulen an und möchten sie in eine Community integrieren, wo Schulen verschiedener Länder miteinander vernetzt sind und sich austauschen können.

Heute morgen ist der Fahrer schon da, macht ein paar Fotos von uns und wir verabschieden uns wieder einmal herzlich. Ebenso von der Voluntärin Maren, die uns sehr gut in Johnnys Hostel betreut hat.

Mit großem Respekt gehen wir diese harte Etappe an. Erst müssen wir wieder die 12 km vom Strand zurück auf die Panam, danach geht es erst mal hügelig weiter, bevor der erste große Anstieg kommt. Der Verkehr auf der P1 ist mäßig, wir haben einen guten Nebenstreifen. Das Wetter meint es auch gut mit uns, es ist nicht zu heiß, allerdings bläst uns immer wieder heftiger Wind entgegen. Geschätzte 5 Mal müssen wir Wasser nachfassen. Gottseidank gibt es am Straßenrand immer wieder kleinere Kioske, wo wir uns versorgen können. Nach dem zweiten langen Anstieg machen wir eine kleine Mittagspause. Ich spüre, dass mein Akku allmählich ziemlich leer ist und Hermann macht die Führungsarbeit. Erst die letzten 25 km sind dann einigermaßen erholsam, es geht jetzt leicht bergab und wir haben immer wieder Rückenwind. Unser Ziel ist Santiago, zwischendrin gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit.  Wir finden aber ein schönes Ecohotel kurz vor Santiago und gönnen uns einen gewissen Luxus nach dieser Etappe. Dazu gehört auch ein Sprung in den Pool und mindestens ein Cerveza am Beckenrand. Heute morgen noch waren es 360 km bis Panama City, nach dieser Etappe sind es nur noch 250 km. Wir sind unserem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Morgen werden es allerdings nochmals über 100 km sein, allerdings mit wesentlich weniger Höhenmetern.

Die Etappe: Las Lajas – Santiago, 120 km, 1486 hm, 9:10 Unterwegs, Temp: max. 35 °, Hotel Vista Lago, Santiago

 

19.4.2018 Der Wind stoppt uns

Zuversichtlich starten wir wieder auf der PAN 1. Es geht relativ flach in Richtung Penonome, unserem heutigen Ziel. Durch die Stadt Santiago haben wir heftigen Verkehr, der auch später nicht wesentlich abreißt. Die ersten 40 km haben wir leichten Rückenwind, danach kommt er aber unerwartet von vorne und mit seitlichen Böen. Diese spüren wir mit unserem Gepäck umsomehr, bietet dieses doch ganz schön Luftwiderstand. Nachdem das Vorwärtskommen immer schwieriger und anstrengender wird, entschließen wir uns nach knapp 70 km, in der letzten größeren Stadt Aguadulce vor dem Etappenziel unsere Fahrt abzubrechen und eine Unterkunft zu suchen. Diese ist zwar sehr, sehr Basic, dafür einigermaßen günstig. Das positive: Wir haben jetzt bis Panama City weniger als 200 km vor unseren Rädern. Dafür haben wir noch drei Etappen vorgesehen.

Bilder gibt es keine. Grund: Wir haben erstmals kein Foto gemacht.

Die Etappe: Santiago – Aguadulce, 70 km, 270 hm, 6:30 unterwegs, max. 35 °, Hotel Sarita, Aguadulce

20.4. 2018 Heute gewinnen wir die Windlotterie

Wir hatten gehofft, dass der Wind über Nacht nachlässt. Doch er bläst heute morgen immer noch. Dann eine Schrecksekunde: Während des Frühstücks in einer kleinen Kneipe neben dem Hotel fällt mein Rad um und hat Plattfuß. Ich habe heute morgen wieder nachpumpen müssen. Dabei habe ich offensichtlich das Ventil nicht richtig zugemacht. Nochmals aufpumpen – die Luft hält jetzt. Nach einer kleinen, ungewollten Aufwärmrunde – wir finden die Panam nicht gleich – geht es verspätet los. Und auf der PAN 1 empfängt uns dann gleich wieder der Wind, der uns gestern zum Abbruch zwang. So geht es 40 km gegen den Wind. Wir wissen aber, dass die Straße dann in Penonome die Richtung von Ost auf Süd wechselt und wir dann zumindest den Wind nicht mehr von vorne haben. Bei Penonome stehen dann auch passend wieder Windturbinenfelder. Wenn hier nicht, wo dann? Nochmals bläst uns der Wind heftig ins Gesicht. Nach einer Pause an einer Autobahnraststätte kommt dannder große Bogen, den die Straße macht. Und sofort spüren wir, wie uns der Wind plötzlich richtig schiebt. Jetzt ist es eine Freude, auf dem teils guten Seitenstreifen, dazu noch leicht bergab, nur noch unterstützend in die Pedale zu treten. Die nächsten 30 km schaffen wir in einer Stunde. Danach dreht die Straße wieder, der Wind ist aber total weg bzw. haucht uns von hinten an.

In stetigem Auf und Ab geht es jetzt wieder ziemlich nahe am Pazifik entlang bis nach San Carlos. Wir haben uns mit dem Wind wieder versöhnt. Bereits vor 14 Uhr haben wir unser Etappenziel erreicht. Wir finden nach kurzer Suche ein Hotel am Pazifikstrand,  das unseren herabgeschraubten Ansprüchen in Panama genügt. Wir haben heute einen großen Schritt in Richtung Panama Stadt gemacht: Jetzt sind es noch 94 km bis zum Ziel. Das wollen wir noch auf zwei Etappen aufteilen.

Die Etappe: Aguadulce – San Carlos, 108 km, 460 hm, 7:00 Std. unterwegs, max. 38°, Hotel La Perla, San Carlos

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21.4. 2016  Panama City naht

Wir schlafen heute etwas länger. Das Frühstück ist dürftig – der Platz auf dem Balkon des Hotels dafür umso besser. San Carlos scheint ja ein richtig guter Surfspot zu sein. Haben uns gestern Abend mit einem Amerikaner aus Florida unterhalten. Er kennt die Szene und sagt, dass der Pazifik hier sehr gute Wellen bietet. Er ist schon 3 Monate hier.

Auf der Panamericana wird der Verkehr immer dichter und hektischer. Der Seitenstreifen ist oft nicht befahrbar. Und sobald wir auf die Fahrspur wechseln müssen, wird es eng. Vor allem die Fahrer der Collectivos scheinen keine Rücksicht auf Radfahrer zu kennen.

Dann folgt noch ein langer, steiler Anstieg, der uns nochmals richtig fordert. Ich bin froh, dass die Etappe relativ kurz ist.  Die Hotelsuche gestaltet sich heute außergewöhnlich schwierig. Zum ersten Mal werden wir an einem Hotel abgewiesen wegen Überfüllung. Wir bezweifeln das sehr. Überhaupt scheinen die Panamesen gewöhnungsbedürftige Menschen zu sein. Im zweiten Anlauf klappt es aber dann doch noch. Das Hotel ist sogar ordentlich, ganz im Gegensatz zu dieser Stadt.

Allmählich sehnen wir das Ende herbei. Der morgige Tag verspricht nochmals viel Hektik, bis wir über der Puente de las Americas  und in dem vorgebuchten Hotel im Zentrum sind.

Die Etappe: San Carlos – La Chorrera, 62 km, 620 hm, 4:20 Std. unterwegs, max. 36!, Hotel Babora, La Chorrera

22.4. 2018 Die Puente de las Americas als Zielband !

Es ist geschafft! Hermann und ich haben nach genau 8 Wochen seit dem Start in Cancun/Mexico heute die Puente de las Americas überquert und damit das Ziel erreicht. Jeden Kilometer dazwischen haben wir mit unseren Rädern zurückgelegt. Nach mehr als 3500 km mit mehr als 25 000 hm, nach vielen Höhen und Tiefen, nach dem Überqueren von 7 Staats-Grenzen und oft auch unserer eigenen Grenzen, hatten wir heute einen krönenden Abschluss.

Wir hatten heute morgen beim Start schon Bammel vor dieser letzten Etappe. Hatte uns der Verkehr die letzten Tage hohe Adrenalinausstöße verursacht, so waren wir auf einen furiosen Schluss fixiert. Doch der Verkehr war heute am Sonntagmorgen erträglich. Wie immer die letzten Tage nervten nur die Busse und Collectivos, die uns schier die Waden abrasierten. Dann die letzte Spannung: Wie würden wir über die vierspurige Brücke kommen?  Bei Beginn der Brücke mussten wir die linke Seite nehmen, dort ist eine schmale Schiebespur. Und am Ende der Brücke das gleiche wieder zurück. Dazwischen schoben wir die Räder über die Brücke, ein Blick immer nach unten auf den Panamakanal mit dem Containerhafen.

Dann die absolute Überraschung: Auch in Panama war heute, wie in vielen Südamerikanischen Städten Ciclovia – das heißt, viele Straßen sind gesperrt für Radfahrer. Wir kosteten das voll aus und drehten noch eine wunderbare Ehrenrunde zu einer Insel und eine Schleife auf dem Pazifik – ganz ohne Autos, mit Blick auf die imposante Skyline Panamas. Es war unbeschreiblich, mit dieser Fahrt unsere Tour beschließen zu können. Schnell vergessen war der kübelweise Schweiß, den wir die letzten Tage und Wochen unter der erbarmungslosen Sonne Zentralamerikas vergossen hatten.

Schmerz vergeht, Stolz bleibt.

Jetzt haben wir noch ein paar Tage, die wir nützen werden, um noch einige Sehenswürdigkeiten, vor allem aber den Panamakanal zu besichtigen. Danach gilt es noch, die Räder zu verpacken und die Rückreise zu organisieren.

Ich werde die nächsten Tage nochmals einen Bericht schreiben, um meine Eindrücke und Schlussfolgerungen zu vermitteln.

Euch vielen Dank für die vielen Rückmeldungen und Kommentare. Sie haben uns immer wieder neu motiviert.

Die letzte Etappe:  La Chorrera – Panama City, 54 km, 460 hm, max. 36°, 5:40 unterwegs, Hotel Sevilla Apart, PC

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25.4. 2018  Rückblick  – mein Fazit

Drei Tage sind nun seit unserer Ankunft in Panama City vergangen. Das in den letzten 8 Wochen Erlebte hat sich etwas gesetzt – verarbeitet habe ich es aber noch nicht. Das wird länger dauern.

Das zuletzt erlebte überlagert das zuvor erlebte. Wenn ich nicht Tagebuch geführt hätte, wäre es schwer gewesen, mich an drei oder mehrere Tage zurück zu erinnern. Doch allmählich kommen auch die älteren Erlebnisse wieder zum Vorschein.

Signifikant war, dass die nördlicheren Länder, die wir zuerst besucht hatten, – Mexiko, Guatemala, El Salvador, Nicaragua noch mehr Ursprünglichkeit hatten als die zuletzt besuchten Costa Rica und Panama. Diese beiden Länder sind fast schon Außenstellen der USA. Das Leben hier ist stark geprägt vom Amerikanismus. Die Preise sind ähnlich der unseren. Die dagegenstehende Dienstleistung ist jedoch katastrophal. Es gibt hier schon eine gut situirte Mittelschicht, die sich einen gewissen Luxus leisten kann.  Andererseits sind uns nirgends so viele Bettler begegnet wie gerade in diesen beiden Ländern. Herrscht in Mexiko und Guatemala mehr Solidarität oder sind die Menschen dort zu stolz, um jemand anzubetteln? Auf jeden Fall haben wir in diesen Ländern noch viel Tradition und Zufriedenheit erlebt. Sie sind dort auch stolz, Nachfahren der Mayas zu sein.

Auch in Nicaragua scheint die Solidarität und der Sozialismus mehrheitlich vorzuherrschen, jedoch gibt es hier große Meinungsverschiedenheiten. Gerade haben wir gehört, dass es dort wieder zu bürgerkriegsähnlichen Handlungen gekommen ist. Es brodelt  gewaltig. Auch die Aussicht, einen von einem Chinesen finanzierten Kanal vom Atlantik zum Pazifik zu bekommen, spaltet die Menschen. Anscheinend kreuzen amerikanische Kriegsschiffe vor der nigaraguanischen Küste. Die Amerikaner werden dieses Vorhaben mit aller Macht durchkreuzen wollen.

Heute haben wir den Panama-Kanal bei den Miraflores-Schleusen besucht. Da der Untergrund in dieser Gegend sehr felsig ist, wurde sehr viel Sprengstoff für den Bau verwendet. Aber auch seit der Inbetriebnahme 1914 birgt er immer noch viel politischen Sprengstoff. Wer hier das Sagen hat, hat alle wirtschaftlichen und militärischen Trümpfe in der Hand. Zwar ist er seit 1999 voll in panamesischer Hand und Verwaltung, doch der big brother hat nach wie vor die Fäden in der Hand.

Es sollte nicht verschwiegen werden, dass der Kanal ein technisches  Wunderwerk ist. Zurecht zählt er zählt seit 1994 zu den sieben Weltwundern.  Bis zu 65 Schiffen verkehren täglich auf dem Kanal und den Schleusen. So sprudelt auch die Geldquelle für Panama sehr ergiebig. Der Tagesumsatz liegt bei 7 Millionen US Dollar.

Irgendwie haben wir das Gefühl, dass hier in Panama irgendwie jeder direkt oder indirekt von diesem Kanal profitiert. Darüber scheinen sie zu vergessen, dass sie selbst auch irgendwas beitragen können, um die Besucher mindestens zu befriedigen, besser wäre zu begeistern. Die überwiegende Mehrheit der Panamesen ist unfreundlich, gleichgültig und stets ernst. Die gehen vermutlich zum Lachen in die Schleusenkammern des Kanals. Welch Unterschied zu den Ländern Guatemala und Mexiko, wo die Heiterkeit, Zufriedenheit und Unbekümmertheit zuhause zu sein scheint!

Was jedem Rad-Tourero klar sein muss, wenn er Zentralamerika bereist, ist der Straßenverkehr. Der Zentralamerikaner ist insgesamt sehr relaxt und nie in Zeitnot. Aber nur solange er in keinem Auto sitzt. Dann versucht er nämlich irgendwie die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Und das bei sehr schwierigen Bedingungen. Sein Untersatz, sprich Fahrzeug ist oft in einem erbärmlichen technischen Zustand und die Straßen stehen dem in nichts nach. Hier aufs Bankett geraten, bedeutet nie mehr auf die Straße zurück zu kommen. Nicht umsonst sind die Zahlen der Verkehrstoten und Verletzten in Mittelamerika enorm hoch. Die größte Gefahr für den Radfahrer geht also vom Verkehr aus.

Wir haben zwar von Überfällen auf Radfahrer gehört, haben uns aber stets sicher gefühlt. Wenn man den Hinweisen der Tourismusbehörden folgt und vor allem nicht nachts fährt, ist man eigentlich sicher vor irgendwelchen Überfällen.

Alle unsere gemachten Erfahrungen sollten keinen Radfahrer davon abhalten, diese Länder zu bereisen. Das Positive überwiegt bei weitem.

Die wechselnden Landschaften, die Kultur, die kolonialen Städte und Bauten der Mayas sind grandios. Das einprägsamste und tiefgehendste sind allerdings die Begegnungen mit den Menschen.  Sie sind der wirkliche Reichtum. Und da wurden wir reich beschenkt.

Daher sagen Hermann und ich  GRACIAS MEXIKO, GUATEMALA, EL SALVADOR, NICARAGUA, HONDURAS, COSTA RICA, PANAMA

HASTA LUEGO !

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3 Kommentare zu „Panama

  1. Hallo Alfred und Herrmann, herzlichen Glückwunsch zum (unfallfreien) Erreichen eures Reiseziels. Wir haben euch dank deiner Tagesberichte auf der ganzen Reise begleiten können, was hochspannend und sehr interessant war. Toll dass ihr das geschafft habt. Seid stolz darauf und wir sind schon gespannt auf eure Erzählungen, wenn ihr wieder da seid. Kommt gut nach Hause! lg Ferdinand

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  2. Hallo Alfredo…..auch von mir Glückwunsch zu Eurer erfolgreichen Tour !!
    jetzt gilt es erstmal all die vielen vielen Eindrücke sacken und nachwirken zu lassen ;
    soviel gesehen und erlebt und vorallem soooviel gestrampelt und geschwitzt !!!
    Und richtig gut seht Ihr aus auf Eurem Finisher-Foto !! Respekt !!
    Grüße

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    1. Hallo Hartmut,
      danke für die Glückwünsche. Wie Du ja schreibst, gilt es jetzt das Ganze zu verarbeiten und wieder in den Alltag zurückzukehren. Es war grandios, aber auch sehr,sehr hart mit dem ganzen Gepäck. Aber ich brauche Dir ja nichts zu erzählen. Sicher bist Du jetzt in der heißen Phase der Vorbereitung Deiner Tour. Wann geht es los? Vielleicht klappt es und ich komme noch vorher auf einen Sprung bei dir vor bei. Melde mich auf jeden Fall, wenn ich zu Hause bin.
      Liebe Grüße Alfred (übrigens Dein Lippenstift hat mir sehr über die Tour geholfen!)

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