
Nachdem wir, meine Frau Brigitte und ich, vor zwei Jahren die Wirkungsstätte von Pater Berno in Temesvar/Rumänien besucht haben, wandeln wir in diesem Sommer nochmals auf seinen Spuren.
Im Alter von 65 Jahren hat Pater Berno eine seiner Pilgerreisen nach Trondheim in Norwegen gemacht.
Der Nidarosdom steht mitten in Trondheim. Er wurde 1070 erbaut und ist das wichtigste gotische Baudenkmal in Norwegen. Von etwa 1050 bis zur Reformation war die Kathedrale ein wichtiges Pilgerziel.
Während Pater Berno die Strecke von Temesvar nach Trondheim zu Fuß in gut 7 Wochen zurückgelegt hat, planen wir mit dem Rad das in 3-4 Wochen zu schaffen.
Schön dass Alfred auf meinen Vorschlag eingegangen ist: Eine Pilgerreise auf Pater Bernos Spuren nach Trondheim zu machen. Seit wir an seiner Wirkungsstätte in Temesvar waren und das Buch über sein Leben gelesen haben ist er unser Idol. Schön ist dass Roland Müller genannt Zento aus Bad Waldsee mitfährt. Die Etappe bis Würzburg haben wir schon gefahren also geht es an Kisslegg mit dem Zug dorthin. Die Tage zuvor sind sehr anstrengend. Zuhause alles regeln und für die Reise zusammenpacken. Alles in kleine Behältnisse abfüllen. Die Montage der Satteltaschen endete im Nirwana weil nichts mehr gepasst hat Zelten also mehr Gepäck. Alles in größere Taschen umpacken. Regen begleitet uns bis kurz vor Kisslegg und Zento kommt gerade noch rechtzeitig mit dem Zug bon Waldsee her.
Der Zug in Richtung München ist wieder einmal randvoll. Mit Mühe bekommen wir unsere Räder eingeladen. Neben unseren Räder verbringen wir die Zugfahrt bis Buchloe stehend. Weitere Umstiege in Augsburg und Treuchtlingen sind geplant und verbessern die Lage nicht wesentlich. Die Ankunft in Würzburg ist fast fahrplanmäßig. Eigentlich wollte ich in Würzburg ja eigentlich meinen Radfreund Michael Müller treffen. Doch der ist auf der Fahrt nach St. Gallen und trifft sich mit einem australischen Radfreund.
Eigentlich hätte die geplante Strecke an Schweinfurt vorbei geführt. Doch da wir keine passende Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben, sind wir doch nach Schweinfurt reingefahren, um in der schönen Jugendherberge am Main zu übernachten. Nur ca. 200 Meter von der Jugendherberge entfernt hat gerade am Mainufer ein Bierfest stattgefunden. Ideal, um nach der ersten Tour gleich noch 2 von den angebotenen 34 Biersorten bei Blasmusik zu probieren. Die Übernachtung in der Juhe war gleich gut wie das Frühstück am anderen Morgen.

18.8.2024
Es ist Sonntagmorgen und es regnet . So lassen wir uns mit der Abfahrt Zeit bis der Regen etwas nachlässt. Die Temperaturen sind trotz des Regens angenehm. So fahren wir kurz und spüren, wie der Regen bereits auf der Haut verdunstet. In Neustadt an der Saale planen wir eine kurze Mittagspause ein. Einem kräftigen Regenguss können wir unter dem Dach eines Buswartehäuschens entgehen. Am späten Nachmittag erwartet uns noch ein erster heftiger Anstieg auf stark befahrener Straße. Erstmals ziemlich ausgepumpt erreichen wir einen Höhenzug, der früher bis zur Wende West – von Ostdeutschland trennte. Traurige Überreste in Form von halbzerfallenen Wachtürmen zeugen noch von dieser Zeit. Das Tagesziel war Meiningen, eine schöne thüringische Kleinstadt mit historischen Gebäuden. Nach langem Zaudern konnten wir Brigitte überzeugen, in einem ehemaligen Gefängnis zu übernachten. Jedoch nach einem herzlichen Empfang einer jungen Dame am Empfang war das Eis gebrochen. Die saubere, moderne, geschmackvolle Einrichtung ließ schnell vergessen, dass hier einmal Bösewichte einquartiert wurden… Und so ein Frühstück wie wir bekamen, konnten sie sich wahrscheinlich nicht mal erträumen…


Wir waren hier nicht die einzigen Radreisenden. Bei der Abreise kam Brigitte noch mit einer Frau aus Meckenbeuren ins Gespräch, die Pater Berno persönlich kannte. Sie war Teil einer Radreisegruppe aus Friedrichshafen, die gerade in Thüringen Radtouren machen.
19.8.2024
Heute führte uns der Weg meist auf dem Werra-Radweg entlang. Und heute war der Tag der Kommunikation. Immer wieder trafen wir sehr freundliche Menschen und kamen mit ihnen ins Gespräch. Einige Tage vor der Landtagswahl in Thüringen hatten sie scheinbar großen Redebedarf.
Ein langer,steiler Aufstieg auf stark befahrener Straße nach Eisenach machte uns Sorgen. Ein paar Radfahrer, die des Weges kamen, hatten die Lösung. Sie kannten einen nicht veröffentlichten Radweg in diese Richtung. Der war zwar länger, aber weniger steil und ohne Verkehr. Auf diesem Weg zeigten sie uns auch das Haus, Martin Luthers Eltern lebten.


Nachdem wir uns von unseren freundlichen Radbegleitern verabschiedet hatten, ging es weiter in Richtung Eisenach. Einem Tipp einem der Radbegleiter folgend, fanden wir eine günstige Pension in Lauchröden, wenige Kilometer vor Eisenach. Die Besitzerin schien auf uns zu warten. Wie in vielen kleineren Orten in Thüringen gibt es kein Gasthaus, keine Bäckerei oder einen Supermarkt. Sie versprach uns, aus ihrem spärlichen Vorrat noch ein Vesper servieren zu können. Und als sie uns dann auch noch zwei Flaschen Bier anbot, konnten wir nicht mehr Nein sagen.
20.8. 2024
Erstmals bekommen wir mit, dass der Sommer bald zu Ende geht- es ist neblig und kalt, als wir ohne Frühstück losfahren. Das bekommen wir nach knapp 2 km in einem Café in Herrlishausen. Dieser Ort ist bekannt geworden durch Film und Fernsehen als geteiltes Dorf in der DDR-Zeit, wo der eine Nachbar in der DDR wohnte, der andere in der BRD. Heute liegt die Ortschaft in Thüringen und wir bekommen ein sehr gutes Frühstück. Nach einer knappen Stunde erreichen wir auf schönem Radweg die Lutherstadt Eisenach. Leider drängt die Zeit und wir können nur kurz das Zentrum besuchen, nicht aber die Wartburg und das Luther-Museum.


Nach Eisenach folgte der nächste kräftige Anstieg im heftigen Verkehr ohne Radweg und Seitenstreifen. Es sollte an diesem Tag nicht der letzte Anstieg sein, es folgten noch mehrere und am Schluss waren es fast 800 hm an diesem Tag. Vor dem letzten Anstieg trafen wir noch ein einheimisches Ehepaar auf einem Tandem. Nach dem inzwischen schon üblichen Gespräch über die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in Thüringen gaben sie uns noch einen wertvollen Tipp, wie wir ohne Steigung und Verkehr zu unserem Tagesziel kommen können. Es wurde das Highlight des Tages- ein wunderschöner Radweg entlang einer stillgelegten Bahnlinie. Die Einheimischen nennen ihn den Kanonenbootweg. Nach einer längeren Suche fanden wir eine schöne, familiäre Pension mit geerdeten Preisen. Und für das reichhaltige Abendessen mit zwei Bieren bezahlten wir 14 Euro. Das gibt es also doch noch…

Schon kurz nach 18 Uhr sind wir schon in Lübeck und quartieren uns in einer schönen Jugendherberge ein. Ich erkunde noch mit Gento die interessante Hansestadt mit den Sehenswürdigkeiten. Dabei genießen wir natürlich auch noch bei einem Bier den lauen Sommerabend an einer Promenade.


21.8.2024 Tag 4
Ziemlich kalt und windig ist es an diesem Morgen. Unsere Gastgeberin serviert uns das Frühstück trotzdem im Freien im Innenhof der Pension. Nach dem versorgen mit Wasser und Energieriegel geht es erstmal hoch zum Kanonenboot-Radweg, in der Hoffnung, dass wir die nächsten 20 km nochmals auf ihm fahren können. Doch leider war das Ende schon erreicht. So mussten wir weitere 100 hm hochkurbeln. Abwechselnd fuhren wir auf guten Radwegen und mäßig befahrenen Straßen. Große Steigungen waren nicht mehr zu überwinden, sodass wir zügig vorwärts kamen. Nur ein teils heftiger Gegenwind machte uns zu schaffen. Einen letzten steilen Anstieg konnten wir auf Empfehlung von anderen Radreisenden umfahren. Das bedeutete einige wenige Kilometer mehr, dafür keine Steigung im störendem Verkehr. Inzwischen hatten wir Thüringen verlassen und in Niedersachsen am Rande des Harz gelandet. Eine angemessene Übernachtung haben wir in einer Pension in Seesen gefunden.
22.8. 2024 Tag 5
Die Übernachtung in der Pension war gut, das Frühstück befriedigend. Das Wetter heute morgen noch kühl, aber sonnig. Die erste Teilstrecke von 65 km bis Braunschweig lief prächtig. Gute Radwege, gute Oberfläche und spürbarer Rückenwind bei nur mässigen Steigungen verliehen uns heute fast Flügel. So konnten wir uns heute kurz nach Mittag eine ausgiebige Kaffeepause im schönen, geschichtsträchtigen Braunschweig gönnen.




Die nächsten 25 km liefen wieder gut, bevor wir uns dann in dichtem Verkehr die letzten 10 km durchquälen mussten. Auch die Quartiersuche – ein Landgasthaus in einem kleinen Dorf mit vielen Baustellen gestaltete sich schwierig, sodass wir im letzten Tageslicht dort ankamen.
23.8.2024 Tag 6

Schon beim können wir unsere Jacken ausziehen. Schon morgens ist es ziemlich warm. Heute haben wir eine Etappe vor uns durch die Lüneburger Heide. Es geht über kleine Landstraßen durch kleine Dörfer und wieder mit Rückenwind durch die Heide. Mit Uelzen geht es heute nur durch eine größere Stadt. Am Nachmittag ziehen immer dunklere Wolken auf und kurz vor dem Ziel in Bohndorf werden wir noch leicht angenässt. Die Quartiersuche gestaltet sich heute schwierig. Sie wollen hier in Schleswig Holstein scheinbar keine Tagesgäste. Letzten Endes finden Brigitte und ich noch eine Pension mit gesalzenen Preisen. Gento zieht es vor, auf einem Campingplatz einige Kilometer weiter sein Zelt aufzuschlagen. Schon tagelang drängt es ihn, endlich sein neues Zelt aufzubauen. Vermutlich kann er es gleich auf Dichtigkeit prüfen.
24.8. 2024 Tag 7
Es wird sehr spät heute, bis wir wegkommen. Dann holen wir Gento auf dem Zeltplatz ab. Nach kurzer Zeit merkt er, dass seine Mütze fehlt. So fährt er nochmals zurück und findet sie tatsächlich. Aber es läuft heute prächtig. Kaum befahrene Landstraßen mit mäßigem Verkehr, zahlreiche schöne Radwege und wieder unterstützender Rückenwind lassen uns rasant Vorwärtskommen. Bald überqueren wir in Lauenburg die Elbe und die Gewässer links und rechts des Weges nehmen zu. Es geht über Mölln und Ratzeburg nach Lübeck. Die schwülwarme Temperatur kann uns wenig anhaben. Wir fahren viel durch Wald und schattenspendendem Bewuchs entlang der Straße.



Seit zwei Tagen am Straßenrand: Heidekraut


25.8.2024 Tag 8
Nachts regnete es und auch während des Frühstücks. So ließen wir uns Zeit mit der Abfahrt. Es war kühl und es gab eine steife Brise. Auf dem Weg zum Timmendorfer Strand stießen wir auf einem klassischen Gehöft auf eine Jagdparade. Eine Gruppe uniformierte Reiter(innen) hoch zu Ross und ein ganzes Rudel energiegeladener Jagdhunde machten sich bereit, während eine andere Gruppe das Jagdhorn blies. Leider verloren wir bei der Gelegenheit Gento aus den Augen und hatten Mühe, ihn am Timmendorfer Strand im Menschengewühl wiederzufinden Wir genossen noch für 10 km die Fahrt am Strand entlang und nahmen uns auch die Zeit, die Beine nach ins 10 Grad warme Meerwasser zu strecken..



Das Wetter wechselte immer wieder von mäßig warm bis kalt. Das hieß: Jacke an, Jacke aus. Die Quartiersuche gestaltete sich heute schwierig. Entweder nahmen sie uns wegen einer Nacht nicht, oder sie waren belegt oder zu teuer. Letztendlich trennten wir uns. Gento suchte einen Zeltplatz am Südufer, Brigitte und ich ein Hotel in Heiligenhafen auf der anderen Seite. Wir hatten Glück und fanden ein nicht zu teures Hotel in dem Badeort. Es begann schon dunkel zu werden, als wir unser Gepäck ins Hotel schleppten. Zum Abendessen gab es nichts mehr, da Küchen machen hier um 21 Uhr dicht.
26.8.2024 Tag 9
Nach einem erholsamen,tiefen Schlaf ging es nach dem Frühstück in Richtung Fehmarn. Da die Fehmarnbrücke zur Zeit saniert wird, werden Radfahrer mit einem Busshuttle auf die Insel gebracht. Wir hatten Glück und konnten als Letzte gerade noch im Bus unterkommen. Für Gento reichte es jedoch nicht mehr. Er hatte Probleme, den Weg zu finden. So musste wir fast 1,5 Stunden warten, bis er mit dem nächsten Bus ankam. In etwas mehr als zwei 2 Stunden durchquerten wir die Insel Fehmarn, bevor es in Puttgarden auf die Fähre nach Dänemark ging. In gut einer Stunde später legten wir in Rödby/Dänemark an. Der erste längere Radweg führte uns auf einem schattigen, schlotterigen kleinen Weg nach Maribo, unserem heutigen Etappenziel.



27.8.2024 Tag 10
Die Übernachtung war die bisher schlechteste und das Frühstück war es auch. Dafür war das Wetter wieder richtig schön und auch morgens schon warm. Die Radwege in Dänemark sind besser als in Deutschland so es dann eine gibt. Wir sitzen heute noch nicht richtig im Sattel, als wir eine Unfallstelle umfahren müssen. Es scheinen 3 Fahrzeuge kollidiert zu sein mit mehreren Verletzten. Wären wir 10 Minuten früher losgefahren… wären wir Augenzeugen geworden, Es gibt auch neben wenig befahrenen Straßen oft links und rechts gute Radwege, als wir aber auf eine Schnellstraße mit heftigem Verkehr kommen, gibt es gar keinen Weg. So weichen wir von der geplanten Strecke ab und nehmen einen Umweg der Küste entlang. Der ist ruhig und richtig schön aber einiges länger. So haben wir heute wieder die Hundertermarke gerissen, als wir an einem Campingplatz an der Straße die Etappe beenden. Zu essen gibt es heute nichts mehr, ein Bier vom Kiosk muss heute reichen.
28.8.2024 Tag 11
Die erste Zeltnacht seit langem ist gewöhnungsbedüftig. Das Wetter ist einladend, der Zeltplatz auch, aber der Aufbau und der Abbau laufen nicht mehr so zügig wie gewohnt. Das Zelt ist morgens nass vom Tau und nachdem wir erstmals die Gelegenheit hatten Kleider zu waschen kommen wir relativ spät weg. Eigentlich wollten wir gegen Mittag in Kopenhagen sein, jetzt ist es aber fast 16 Uhr, als wir am Tivoli Halt machen mit einer kleinen Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad. Erstmals habe ich das Gefühl in einer europäischen Hauptstadt, dass es mehr Radfahrer als Autofahrer gibt. So gibt es vor den Ampeln keinen Auto- sondern Fahrrad-Stau.

Unterwegs sagte uns ein deutscher Radfahrer, wir sollten kein Quartier in Kopenhagen buchen, da sei es zu teuer. So fahren wir weiter in die Peripherie der Grossstadt, finden aber gar kein Hotelzimmer. Es ist schon dunkel und wir überlegen uns, am Strand unter freiem Himmel zu übernachten, als wir doch noch ein Hotel, aber zu gesalzenen Preisen finden. Wir beißen in den sauren Apfel und gönnen uns für heute Nacht ein richtiges Bett. Für Gento ist es allerdings zu teuer, er wird wohl heute Nacht den Sternenhimmel genießen.
29.8.2024 Tag 12
Heute möchte ich mich wieder einmal auf Alfreds Reiseseite melden. Im Gegensatz zu den Männern hatte ich na ja sagen wir mal bescheidene Tage. Ohne Training so eine Reise zu starten ist wagemutig. Mein Stoffwechsel hat ziemlich versagt und ich habe täglich gelitten. Schüttelfrost und Schweißausbrüche haben sich abgewechselt und der tägliche Brechreiz tat sein übriges dazu. Genießen war ein Fremdwort. Habe nur Pater Berno zuliebe weitergemacht. —Das heißt natürlich dass ich kaum essen konnte. Trockene Wecken und Wasser— In der Zeltnacht als es immer feuchter wurde musste ich wieder weinen weil er fast alle 7 Wochen so eine Situation hatte nicht mal ein Zelt: was bin ich für ein kleines ungläubiges Christlein im Gegensatz zu ihm. Was für ein besonderer Mensch. Erzähle als ein Dankeschön an ihn vielen Menschen von ihm wenn sie das Foto am Rücklicht entdecken. Thüringen war das sauberste Land mit den allerfreundlichstenMenschen. In jedem Bundesland und jedem Staat verhalten sich die Menschen anders. Täglich danke ich Gott und unseren vielen Schutzengeln für die bisherige Führung. Vor 2 Tagen der wohl tote Mann auf der Straße und heute morgen vor meinen Augen wurde ein junger Rennradfahrer von einem ausparkenden Autofahrer angefahren sodass es die vordere seitliche Verkleidung weggerissen hat. Starke Blutungen an Armen Händen und Beinen. Die Hand war sicher gebrochen. Habe nur sein Fahrrad auf den Gehweg gestellt und meine Hand war blutig. Es waren gleich viele Ersthelfer da bis der Krankenwagen kam. Mit diesen Dingen habe ich natürlich Stunden zu kämpfen. Ich habe das Gefühl dass alle Menschen nur noch unterwegs sind. An Euch alle ganz liebe Grüße aus Schweden das wir heute erreicht haben. Gott schütze euch.
Ja, es gibt Tage, die fangen be…. an und hören optimal auf. Und es gibt Tage, die fangen optimal an und hören deprimierend auf. Heute war ersteres, gestern war zweiteres.
Wenn du noch nicht richtig auf dem Rad sitzt und mitbekommst, wie ein Auto einen Radfahrer rammt, würdest du am liebsten gleich wieder absteigen. Wenn du aber andererseits mitbekommst, wie die Rennradfahrer hier über die Straßen brausen, muss irgendwann etwas passieren. Auf jeden Fall hat es uns gemahnt, wachsam und konzentriert zu fahren.
Nach 25 km in Dänemark erreichen wir die Fähre, die uns über den Öresund nach Helsingborg in Schweden bringt. Wir beschließen, den Weg nach Norwegen nicht durch das Inland in Schweden, sondern entlang der Südwestküste über Göteborg nach Oslo zu nehmen.
Wir hoffen, das das Skandinavien-Hoch weiter anhält und wir vom großen Regen verschont bleiben. Heute hatten wir schweißtreibende 28 Grad und es war auch abends noch so warm, um auf der Terrasse ein Bier zu trinken.
Und zum Abschluss des Tages haben wir ohne lange Suche ein schönes, billiges Appartement gefunden. Und in einem Supermarkt einen Sixpack Bier zu normalen Preisen erstanden. Denn im Restaurant zahlt man das 10fache.



30.8. 2024 Tag 13 Ängelholm – Frankenberg 115 km, 450 hm
Nach einem sehr guten Frühstück in dem hervorragenden Appartement und dem obligatorischen Wasserflaschen füllen starten wir die heutige Etappe bei schon gewohnt gutem Wetter. Aber gegenüber gestern ist es um fast 10 Grad kälter und der Wind bläst uns heute aus Nordwesten entgegen. Erstmals ist Windschatten fahren angesagt und es klappt mäßig.
Die Strecke ist kurzweilig und führt abwechselnd dem Meer entlang, durch schöne Kiefernwälder, auf Waldpfaden, Singletracks, aber auch auf wenig befahrenen Landstraßen. Da die nächste günstige Unterkunft erst in Frankenberg liegt, müssen wir heute nochmals die Etappe verlängern. So steigen wir heute erst um 19.30 Uhr ziemlich müde von den Rädern.


31.8.2024 Tag 14, Frankenberg – ASA, 75 km, 260 hm
Die Unterkunft war gut, leider gab es kein Frühstück. So galten die ersten Kilometer der Etappe dem Blick an der Strecke, ein Café zu finden. Erst nach 15 Kilometer entdeckten wir an einem Minigolf-Platz einen kleinen Antiquitäten-Shop, an dem uns zwei junge Mädchen einen guten Kaffee und ein Sandwich servieren konnten. Und das zu ungewohnten billigen Preisen. Das sonnige Wetter begleitete uns weiter, nur der Wind, der uns jetzt meist entgegen blies, war empfindlich kalt.
Die Strecke auf dem Kattegaten-Radweg führte uns weiter auf schönen Wegen entlang des Meeres in Richtung Göteborg. Eigentlich wollten wir noch bis Kungsbacka weiterfahren, doch eine verlockende Unterkunft auf einem umgebauten Bauernhof ließ uns umdisponieren. Leider lag der einsam auf einer kleinen Halbinsel außerhalb von Asa.


1.9.2014 Tag 15, Frankenberg-Göteborg- Hareby
Heute klappt es besser mit dem Frühstück. Unser Gastgeber hat uns erklärt, wo schon am Sonntagmorgen eine kleine Bäckerei geöffnet hat. Danach geht es wieder über wunderschöne Radwege nach Göteborg. Das tiefblaue Wasser konkurriert mit dem wieder strahlend blauen Himmel.


Bis in das Zentrum von Göteborg gelangt man schmerzfrei

Bei der Weiterfahrt zu unserem Etappenort Kareby haben wir das Problem, dass uns Komoot einen Weg über einen Fluss anzeigt, der gesperrt ist. Und unser Weg mündet in eine mit dem Rad unfahrbare Autobahn. Während wir einen Ausweg suchen, bekommt eine syrische Familie unser Problem mit und erklärt uns, dass auf der anderen Seite der Autobahn ein Radweg weiterführt, der nirgends eingezeichnet ist. So gelangen doch noch relativ schnell unser Etappenziel.
2.9.20/4 Tag 16, Kareby – Munkedal, 92 km, 760 hm
Es ist empfindlich kühl, als wir heute Morgen starten. Erstmals fahre ich mit langer Radhose. Frühstück haben wir heute nach 24 km. Wenig später schickt uns die Komootroute auf eine Sonderprüfung auf grobschotterigem Waldweg mit steilen Anstiegen und Abfahren. Dabei stürzt Gento, rollt sich aber gekonnt ab und hat nur eine kleine Blesur am Knie. Danach genehmigen wir uns eine kurze Mittagspause.


Das Vorwärtskommen wird immer beschwerlicher, es geht jetzt laufend Bergauf und Bergab. So sind wir froh, uns getrennt schon um 18 Uhr einquartieren zu können. Wir hoffen, dass der Treffpunkt morgen früh klappt.
3.9.2024 Tag 17, 75 km, 788 hm
Wie vermutet, hat Gento Probleme, uns zu finden. Erst eine Google-Navigation schafft Abhilfe. Es ist heute bewölkt, aber schon morgens ziemlich warm. Es läuft heute ganz gut, der Wind kommt wieder von hinten und wir sind heute fast immer auf wenig befahrenen Straßen unterwegs. Erstmals gönnen wir uns ein warmes Mittagessen. Das Nachtquartier, eine private Wohnung in einem Mehrfamilienhaus,finden wir zwar problemlos. Doch mit dem Aufschließen per Code gibt es wieder Probleme. Das Appartement liegt ziemlich abgeschieden, mit Abendessen und einem Bier wird es leider nichts mehr. Es ist unsere letzte Übernachtung in Schweden. Morgen werden wir die Grenze nach Norwegen passieren. Und da wird das Bier richtig teuer.
4.9.2024 Tag 18, 62 km, 688 hm
Es hat die ganze Nacht ziemlich stark geregnet. Doch bei unserer Abfahrt ist es wieder trocken und schwül. Erst müssen wir wieder ein Café finden, um nicht mit leeren Speichern loszufahren. Der Bäcker erzählt uns, dass er früher in Der Schweiz gelernt hat und auch Neuschwanstein kennt.
Die Strecke führt uns auf einen tollen Waldweg, allerdings mit ordentlich Anstiegen, die uns einiges abverlangen.

Kurz vor der Grenze machen wir eine Mittagspause und genießen nochmals ein schwedisches Buffet. Nochmals ein kräftiger Anstieg. dann sind wir auch schon in Norwegen und können die erste Brücke über einen Fjord genießen

Bald sind wir auf einem Radweg, der identisch ist mit den nationalen Radwegen 1 und 7 und den EuroveloRadwegen 3 und 12. All Radwege führen hier also nach Oslo. Leider können wir das geplante Etappenziel in Moss nicht mehr erreichen, sodass wir in Sarpsborg übernachten. So werden wir morgen ziemlich genau 100 km fahren. müssen, um nach Oslo zu kommen.
5.9.2024 Tag 19, 105 km, 876 hm
Heute findet das Frühstück genau vor unserer Zimmertüre statt. So kommen wir heute schon um 9 Uhr weg, was auch aufgrund der langen Etappe notwendig ist. Auch zwei mächtige Anstiege stellen sich uns schon vormittags in den Weg. Nachmittags folgen dann noch 2 weitere. Die Sonne strahlt noch einmal vom wolkenlosen Himmel. Die Temperaturen um die Mittagszeit liegen über 25 Grad. Erst die letzten 20 km sind pures Genussradeln. Auf schönem Radweg immer am Wasser entlang, zum Schluss am Oslofjord.
Wir sind jetzt fast 3 Wochen unterwegs und hatten keinen einzigen Regentag. Da wir für die Tour 3 Wochen eingeplant hatten, werden wir in Oslo die Tour beenden und uns ab morgen um den Rücktransport kümmern.

6.9.2024. Tag 20 Ende der Tour und Planung der Rückreise
Nach knapp 3 Wochen auf dem Rad beschließen wir, den letzten Abschnitt bis Trondheim nicht mehr zu machen. Die körperlichen Voraussetzungen, die Ausrüstung und das Gepäck lassen die verbleibenden 650 km mit 8000 hm nicht mehr zu. Auch das bisher sonnige Wetter soll sich ändern, es soll regnerisch und kalt werden.
Gento überlegt, noch bis Stockholm zu fahren, doch von dort aus ist der Weitertransport mit dem Rad schwierig.
So beginnt die nicht stressfreie Planung der Rückreise mit dem Flugzeug. D.h. Radkartons zu organisieren, Räder und Ausrüstung zu verpacken, ein Maxi-Taxi zum Flughafen zu organisieren und die Flüge mit dem Radtransport zu buchen.So bleibt leider keine Zeit, die interessante Stadt Oslo zu erkunden. Einen passenden Flug finden wir schon für Samstag. Nach einigen Problemen gelingt es uns schließlich doch, diesen Flug zu nehmen.
Bei der Ankunft in München müssen wir feststellen, dass unsere Radkartons nicht angekommen sind. Was im Moment äußerst ärgerlich erscheint, entpuppt sich aber bald als großer Vorteil. Der Zug in Richtung Kisslegg ist wieder einmal rammelvoll und mit unseren 3 Radkartons hätten sie uns wahrscheinlich gar nicht mitgenommen. So bekommen wir die Räder mit dem Gepäck 3 Tage später frei Haus nachgeliefert.
hallo zusammen, das läuft ja recht gut! Weiter schöne Tage und freue mich eure Reiseberichte zu lesen🚴
Gruss Roland
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hallo zusammen, lese aktuell eure 🚴Berichte…immer interessant…freut euch auf OSLO…eine wunderschöne Stadt am Oslo Fjord….Gruß und weiter gute Fahrt Richtung Trondheim und bleibt gesund
Gruß Roland
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